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Rohstoffe: So investieren Sie in Rhodium

In den letzten Tagen hatte ich Ihnen davon berichtet, wie günstig Rhodium momentan ist und weshalb der Rhodium-Preis enormes Erholungspotenzial hat, aber auch über die Grundlagen des Rhodiummarktes und dessen Verwendungsmöglichkeiten und wichtigsten Nachfragefaktoren. Heute möchte ich Ihnen zum Abschluss der dreiteiligen Reihe zum Thema Rhodium noch die Investitionsmöglichkeiten in das Edelmetall vorstellen.

Physisches Rhodium

1. Der Rhodium-Barren

Ich bin generell ein großer Fan von physischen Anlagen. Was ich in der Schublade im Schreibtisch oder im Tresor zu Hause verwahre ist meins und kann mir nicht genommen werden (zumindest nicht auf legalem Wege). Wenn es um Gold oder Silber geht, dann bevorzuge ich immer die physische Anlage vor allen anderen Papier-Anlagen. (ein paar zusätzliche Trades zwischendurch dürfen aber natürlich trotzdem sein ;-)).

Genauso verhält es sich auch bei Rhodium. Endlich, muss man sagen, denn bis zum Februar letzten Jahres, war physisches Rhodium (von ein paar nicht standardisierten Samples aus den USA einmal abgesehen) zu Investmentzwecken nur in Pulver-Form zu haben, wie es die Industrie verwendet.

Doch anlässlich der World Money Fair in Berlin hat die Degussa einen echten Rhodium-Investment-Barren lanciert. Der Feingehalt beträgt 999/1.000 und die Gewichtsklassen 1 Unze und 100 Gramm. Der Aufschlag ist mit ca. 12% gegenüber dem Metallwert zzgl. Mehrwertsteuer wirklich fair, doch das Beste ist, der Barren ist tatsächlich die weltweit erste anerkannte standardisierte Form der physischen Rhodium-Anlage. Sie können den Barren problemlos direkt bei Degussa online über shop.degussa-goldhandel.de erwerben.

Mein Exemplar:

2. Rhodium-Sponge

Bevor Degussa den Rhodium-Barrel lancierte, bestand die Möglichkeit der Anlage in physischem Rhodium hauptsächlich über Rhodium Sponge (also Pulver). Denn Rhodium in Metall-Form (z.B. in Form von Münzen einer US-amerikanischen Scheideanstalt, mit Zertifikat) wurde mit sehr hohen Aufschlägen gehandelt, was dem Anlagecharakter generell widerspricht.

Händler die Rhodium in Pulverform anbieten sind zum Beispiel ESG Edelmetall-Handel GmbH und auragentum. Wenn Sie die Angebote beider Händler vergleichen sehen Sie, dass auch beim günstigeren Händler noch ein Aufschlag von 25% auf den Metallwert plus 19% Mehrwertsteuer fällig werden. Und Sie sehen, dass das angebotene Rhodium in beiden Fällen aus dem Hause der etablierten Scheideanstalt Heimerle + Meule stammt.

Wichtig ist generell beim Kauf von physischem Rhodium in Pulverform darauf zu achten (neben der Auswahl des Händlers mit dem günstigsten Preis natürlich), dass der Verkäufer auch eine Rückkaufgarantie anbietet. Denn schließlich ist der Rhodium-Markt nach wie vor sehr eng und Rhodium-Pulver lässt sich nicht einfach an eine beliebige Bank verkaufen. Allerdings sollte auch hier auf die An- und Verkaufsspanne geachtet werden. Ansonsten bliebe natürlich noch der Weg über ein Internet-Auktionshaus, wo möglicherweise auch bessere Verkaufspreise erzielt werden können.

Der Rhodium-ETF

Auch ETF-Anlagen zähle ich zu den physischen Anlagen – mit gewissen Abstrichen versteht sich, denn in der Regel kaufen Investoren einen ETF-Anteil nur in den seltensten Fällen mit dem Ziel eine physische Auslieferung anzustreben. Meistens werden ETF-Anlagen eher wie eine etwas weniger risikoreiche Spekulation betrachtet.

Derzeit gibt es weltweit nur einen einzigen echten, also tatsächlich physisch hinterlegten Rhodium-ETF. Das ist jener der Deutschen Bank (ISIN: DE000A1KJHG8). Aktuell hält der ETF Rhodium im Wert von 200 Mio. EUR – das bedeutet, dass praktisch die gesamte Nachfrage außerhalb der Industrie auf das Konto dieses ETFs geht. Meiner Meinung nach ist das aber erst der Anfang. Denn wenn das Investoreninteresse wieder steigt, werden sich auch andere Banken und Investmentgesellschaften ein Stück vom Kuchen abschneiden wollen und damit das physische Angebot verknappen.

Rhodium-Zertifikate

Natürlich gibt es auch auf Rhodium Derivate, so genannte Rhodium-Zertifikate, zum Beispiel von der BNP Paribas, welche die RBS-Zertifikate-Sparte übernommen hat. Hierbei können Sie zum Beispiel mittels Index-Zertifikaten auf einfache Weise auf die Preisentwicklung spekulieren. Natürlich unterliegen die Zertifikate allen üblichen Derivate-Risiken.

Das Rhodium-Konto

Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten um auf Rhodium zu setzen. Zum Beispiel mittels eines Rhodium-Kontos. Nicht viele Banken bieten diese Möglichkeit. Ich weiß von einigen Schweizer Banken die ein solches Konto anbieten. Wer nicht in die Schweiz will, kann einen Rhodium-Pool-Account bei Kitco eröffnen.

Im Grunde funktioniert ein Rhodium-Konto, genauso wie auch ein Goldkonto. Sie zahlen einen bestimmten Betrag ein und erhalten dann das Anrecht auf die danach definierte Menge an Metall. Das Konto wird dann in der „Währung“ des jeweiligen Metalls, meist in US-Dollar geführt, wobei folglich ein Währungsrisiko besteht. Verzinst sind diese Konten nicht.

Fazit zur Rhodium-Anlage

Wenn Sie mich fragen, auf welche Arten der Rhodium-Anlage Sie setzen sollten, dann gibt es für mich nur eine Antwort: Setzen Sie auf physisches Rhodium in standardisierter Form. Das heißt in erster Linie auf den Barren und zweitens auf den ETF, der eine bequeme und fungible Art der Rhodium-Investition bietet.

So long liebe Leser…damit verabschiede ich mich nun für diese Woche von Ihnen…ich wünsche Ihnen noch eine schöne Restwoche und natürlich ein erholsames Wochenende…liebe Grüße und bis nächsten Montag, wenn wir uns wiederlesen….(morgen und übermorgen lesen Sie von meinem Kollegen Andre Doerk)…

Ihre Miriam Kraus

 

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Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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