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Die Türkei wird Deutschland bald überholen

Für DAX-Anleger ist 2014 bisher kein herausragendes Börsenjahr. Der deutsche Leitindex liegt im laufenden Jahr gerade mal +1% im Gewinn. Der MDAX notiert auf Jahresbasis sogar -2% im Minus. Ganz anders sieht es da in der Türkei aus. Der ISE 100, der marktbreite Index der 100 größten Werte an der türkischen Börse, liegt in 2014 satte +20% im Plus.

Dies verwundert viele Anleger. Denn das Einzige, was Sie in der allgemeinen Presse über die Türkei in 2014 gelesen haben, waren die schweren Unruhen und Proteste. Doch wie Sie sehen, haben die sozialen Probleme auf die Börse gar keine Auswirkungen. Denn für Börsianer sind die wirtschaftlichen Rahmendaten wichtiger – und die stimmen einfach.

Für die kommenden Jahre wird für die Türkei einüberdurchschnittlich hohes Wirtschaftswachstum von 4% und mehr pro Jahr erwartet. Damit besitzt die Türkei das höchste BIP-Wachstum unter den großen europäischen Länder. Mit Abstand. Der Grund: Nur 25% des türkischen BIP kommen vom Export. Dadurch ist die türkische Wirtschaft von der Krise in Westeuropa weniger betroffen als viel der klassischen osteuropäischen Exportländer.

Denn – und hier kommen wir zu dem wahren Ass im Ärmel der Türkei – das Land am Bosporus besitzt nicht nur eine große Bevölkerung sondern auch noch die beste Demographie in West- und Osteuropa: Mit einer Bevölkerung von fast 81 Millionen Einwohner ist die Türkei das dritt-bevölkerungsreichste Land in ganz Europa – nach Russland (142 Millionen) und Deutschland (82 Millionen).

Türkei: Asiatische Verhältnisse mitten in Europa

Das erfolgreiche Börsenjahr 2014 in der Türkei ist kein Zufall. Die Börsianer lieben die makroökonomischen Perspektiven. Denn die demografischen Strukturen versprechen auf Jahre hinaus überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum: Die Türkei ist mit fast 81 Millionen Einwohner nach Russland (142 Millionen) und Deutschland (82 Millionen) das bevölkerungsreichste Land in Europa.

Und es ist nur noch eine Frage von Jahren, bevor die Türkei auf Platz Zwei aufsteigt und Deutschland verdrängt. Doch es kommt noch besser: Während Deutschland (Durchschnittsalter: 45,7 Jahre) und auch Russland (38,8 Jahre) rasant alternde Bevölkerungsstrukturen aufweisen, besitzt die Türkei mit einem Durchschnittsalter von 29,2 Jahren eine sehr junge  Bevölkerung.

Das sind asiatische Verhältnisse mitten in Europa. Damit besitzt die Türkei das Potential für eine große langfristige Konsum-Story. Den halten Sie sich fest: Das BIP-pro-Kopf in der Türkei ist selbst nach dem Wachstum der vergangen 10 Jahre erst halb so hoch wie in Griechenland.

Deshalb verwundert es auch nicht, dass die Türkei eines der wenigen Schwellenländer ist, wo ausländische Direktinvestitionen auch heute noch kontinuierlich ansteigen. Selbst in vielen asiatischen Ländern gingen die Direktinvestitionen in die Wirtschaften in 2012 und 2013 zurück. Nicht so in der Türkei – jetzt wissen Sie auch warum.

Nicht ohne Grund hat ein Weltkonzern wie E.ON die Türkei in den Mittelpunkt seiner Emerging Markets-Expansionsstrategie gestellt. Für Börsianer ist besonders wichtig: Trotz der starken Kursanstiege, ist der der türkische Markt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 11-12 sogar günstiger bewertet als der DAX.

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Trotzdem sollten Value Investoren derzeit auf eine Korrektur warten. Für die türkische Börse sind kurze aber dafür sehr heftige Korrekturen typisch – und  angesichts der innenpolitischen Spannungen kann es jederzeit sein, dass es in kürzester Zeit zu einer solche Korrekturphase von -10% bis -20% kommen. Das ist dann eine exzellente Kaufgelegenheit.

Have a successful day,

Ihr

Daniel Wilhelmi

 

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Über den Autor
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Daniel Wilhelmi

Daniel Wilhelmi ist Jahrgang 1972 und gehört zu der „neuen Generation“ der Finanzjournalisten, die das Erbe der großen bekannten Namen aus TV und Zeitungen antreten.

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