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US-Bond-Crash voraus? Nicht so schnell …

Alle Welt geht derzeit von steigenden Zinsen in den USA aus. Das hat die Kurse der US-Staatsanleihen zuletzt deutlich unter Druck gebracht.

Zusätzlich gießt die US-Notenbank nun mit ihrer (angeblich) geplanten Bilanzverkürzung Öl ins Feuer, was die Kurse der Anleihen weiter unter Druck bringen würde. Fallende Anleihenkurse gehen immer mit steigenden Zinsen einher.

Allerdings sehen wir gerade jetzt am US-Staatsanleihenmarkt Entwicklungen, die genau auf eine gegenteilige Entwicklung hindeuten als die Masse das erwartet.

US-Bond-Crash voraus? Nicht so schnell …

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Auftakt zum großen Bond-Crash?

Im vergangenen Herbst durchbrachen die Kurse 10jähriger US-Bonds ihren seit dem Jahr 2008 gültigen Aufwärtstrend nach mehrjähriger Seitwärtsbewegung urplötzlich nach unten.

Der „Trump-Crash“ wurde damals kaum von den Medien thematisiert. Eine solche Entwicklung hat aber häufig Trendwendecharakter.

Doch eine Fortsetzung dieser Entwicklung blieb bisher aus. Die US-Bonds stabilisierten sich seit Jahresbeginn oberhalb der Unterstützung von 122 Punkten wieder.

Jetzt sind sogar die Zutaten für eine deutliche Erholung am US-Bondmarkt vorhanden. Die den Markt auf dem falschen Fuß erwischen würde.

Die Masse setzt wie so oft auf die falsche Richtung

So sind die Händler der US-Bond-Futures derzeit so pessimistisch für US-Bonds wie seit einem ganzen Jahrzehnt nicht mehr – für gewöhnlich ein guter Kontraindikator.

Auch die US-Konsumenten wollen nichts mehr von den Bonds wissen, wie die jüngsten Umfragen zum US-Konsumentenvertrauen zeigen.

Ihre Erwartung an steigende Anleihenkurse befindet sich aktuell sogar nahe einem Allzeittief(!). Ebenfalls ein Kontraindikator.

Optimistisch zeigt sich hingegen das „Smart Money“, die „Commercial Hedgers“ an der Terminbörse.

Diese Herrschaften liegen mittel- und langfristig sehr häufig richtig und halten aktuell eine fast rekordhohe Longpositionen bei Bonds mit 10- und 30jähriger Laufzeit.

Zusätzlich bekommt der US-Bondmarkt Rückenwind von der Saisonalität, die ab jetzt bis zum Sommer ins positive dreht.

Was bringt die Bond-Rally für Sie?

Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn US-Anleihen in den kommenden Monaten nicht steigen würden. Ob das eine große Rally oder „nur“ eine längere Erholung wird, werden wir dann sehen.

Die Auswirkungen auf die anderen Märkte können jedoch durchaus dramatisch ausfallen.

Wenn US-Bonds steigen, fallen US-Zinsen. US-Zinsen fallen, wenn Konjunkturdaten enttäuschen. Wenn Konjunkturdaten enttäuschen, fallen Aktien. Zusätzlich hatten wir seit Ende 2015 immer eine positive Korrelation zwischen Bonds und Gold.

Steigende US-Bonds (einhergehend mit fallenden Zinsen/ fallendem Dollar) führten stets zu einer Goldpreisrally.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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