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Gefährlicher Kontrollverlust der FED: Inverse Zinsstruktur naht

Die US-Notenbank tut gut daran, vor der US-Präsidentenwahl (wieder einmal) abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln.

Eigentlich spielt es auch überhaupt keine Rolle mehr, ob, wann und wie weit sie die Zinsen anhebt. Denn die Fed hat die Kontrolle über ihre Geldpolitik längst verloren. Mit Zinsschritten kann sie traditionell nur die Zinsen am kurzen Ende steuern.

Das lange Ende hat sie jahrelang über Anleihenkäufe gesteuert. Und genau hier passiert seit einiger Zeit das genaue Gegenteil von dem, was sie beabsichtigt.

Die Angst vor der inversen Zinsstruktur

Im Herbst 2014 wurden die Anleihenkäufe durch die US-Notenbank eingestellt. Kurz darauf gab es eine erste Zinserhöhung. Verbunden mit der Ankündigung, dass weitere folgen werden.

Ziel des ganzen war, die Zinsen am kurzen und am langen Ende steigen zu lassen, um einer möglichen Inflation vorzubeugen. Dabei sollte dringend eine inverse Zinsstruktur vermieden werden.

Also dergestalt, dass die Zinsen für langlaufende Anleihen unter die Zinsen von Kurzläufern fallen (normalerwiese ist es ja umgekehrt: Für ein längeres Risiko verlangt der Markt höhere Zinsen als für ein kürzeres. Außer in schweren Rezessionen, wo die Zinserwartung stark negativ ist).

Eine solche Markterwartung (inverse Zinsstruktur) will die Fed unbedingt verhindern.

Zinsen langlaufender US-Staatsanleihen Tageschart: Zinseinbruch trotz gestraffter Geldpolitik

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Die fatale Folge

Und was ist passiert? Die Zinsen am kurzen Ende sind leicht gestiegen, die Zinsen langlaufender Anleihen aber deutlich gefallen! Nämlich von 2,3 auf 1,3% – trotz Einstellung der Käufe dieser Langläufer durch die Notenbank.

Die Zinsstruktur hat sich damit gefährlich einer Inversion angenähert. Die Fed hat die Kontrolle über die Zinsen weitgehend verloren.

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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