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Wirtschaftstheorien-Reihe Teil 14: Jevons‘ Paradoxon III

Heute möchte ich das Jevons‘ Paradoxon im Rahmen der Wirtschaftstheorien-Reihe abschließen.

Noch mal zur Wiederholung: In der letzten Ausgabe hatten wir uns mit Jevon’s Paradoxon in Abhängigkeit der Preise beschäftigt und festgestellt, dass die effizientere Nutzung einer Ressource in der Regel zu sinkenden Preisen führt, woraufhin wiederum die Nachfrage steigt.

Das Jevon’s Paradoxon besagt also nicht nur, dass eine Effizienzsteigerung bei der Nutzung eines Rohstoffes nicht zu weniger sondern zu mehr Verbrauch an Rohstoffen führt, sondern auch, dass in der Regel zudem die Preise für den Rohstoff sinken.

Der Rebound-Effekt

Mit anderen Worten kann man sagen, dass das angestrebte Einsparpotenzial bei Effizienzsteigerungen oft nicht oder nur unzureichend zum Tragen kommt. Dies beobachten wir insbesondere beim Verbrauch von Energierohstoffen. In der letzten Ausgabe hatte ich Ihnen das Beispiel des Wolfram-Glühwendels in der Glühbirne vorgebracht. Der Wolfram-Wendel verbrauchte zwar weniger Energie als die Kohlenfadenlampe, doch im Endeffekt sank nicht die Nachfrage nach Licht, sondern sie stieg sogar noch massiv an. Allerdings war der Markt damals auch noch lange nicht gesättigt.

Auch heute sehen wir dieses Phänomen nach wie vor überall. So sind zum Beispiel seit den 80er Jahren mit Strom betriebene Haushaltsgeräte im Durchschnitt um 37% effizienter geworden im Energieverbrauch. Dennoch ist der Stromverbrauch um 22% gestiegen seit damals.

Dieses Phänomen, dass das Einsparpotenzial nur teilweise verwirklicht werden kann nennt man den Rebound-Effekt. Dieser lässt sich in Prozentsätzen messen, je höher desto weniger lässt sich einsparen. Verschiedene europäische Studien zeigen, dass dieser Rebound-Effekt je nach Bereich bis zu 80% in Europa erreicht.

Backfire: Rebound-Effekt mit über 100%

Wenn es sogar ganz nach hinten los geht und die Steigerung der Effizienz zu deutlich mehr Verbrauch führt, wie im Wolfram-Glühwendel-Beispiel zu Beginn des 20.Jahrhunderts, nennt man dieses Phänomen Backfire. Bei Backfire liegt der Rebound-Effekt Prozentsatz bei über 100%.

Grafik: Langfristige Trendentwicklung

Wirtschaftstheorien Teil 4: 1. Gossensches Gesetz mathematischEs geht mit der Wirtschaftstheorien-Reihe weiter. Und zwar sehen wir uns die Gossenschen Gesetze "auf Mathematik" an. Zur Wiederholung: Erstes Gossensches Gesetz Auch "Das Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen" oder "Das… › mehr lesen

Keiner wusste das alles vorher besser als William Stanley Jevon’s zu beschreiben: „It is wholly a confusion of ideas to suppose that the economic use of fuel is equivalent to a diminished consumption. The very contrary is the truth.

„Anzunehmen, dass die wirtschaftliche Nutzung von Brennstoffen mit einem geringeren Verbrauch einhergeht, ist eine völlige Begriffsverwirrung. Das genaue Gegenteil ist der Fall.

William Stanley Jevons (The Coal Question, 1865)

Damit genug mit Jevons und seinem Paradoxon. In der nächsten Ausgabe befassen wir uns mit dem nächsten Ökonomen auf meiner Liste: Leon Walras.

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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