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Der Kaufkraftverlust von Geld

Laut Definition hat Geld eine Wertaufbewahrungsfunktion.

Sie wissen längst, dass das heutzutage absoluter Quatsch ist. Denn heute ist Geld eigentlich kein Geld mehr, sondern nur noch eine Forderung / Verbindlichkeit im immerwährenden Kreditsystem.

US-Dollar und Euro sind inflationäre Währungen hinter denen Zentralbanken stehen, die ihre Geldmenge ins Unermessliche aufblähen und nicht für eine anhaltende Stabilität ihrer Papiergeldwährungen sorgen können.

Doch egal ob US-Dollar, Euro, Yen, Yuan oder Schweizer Franken in einem Punkt unterscheiden sich Papiergeldwährungen nicht: sie alle verlieren beständig an Wert.

Apropos Wert…

Ja, das gilt auch für den Schweizer Franken hält sich dort aber im Vergleich zu anderen Währungen im Rahmen.

Wenn Sie aber stattdessen die Kaufkraftentwicklung der US-Währung betrachten wird deutlich:

Der US-Dollar hat seit dem Ende des Goldstandards massiv an Kaufkraft verloren

Kaufkraft_USD

Quelle der Daten: US Bureau of Labor Statistics

Betrachten Sie einmal die obige Grafik. Was Sie hier sehen ist der enorme Kaufkraftverlust, dem der US-Dollar seit Beginn des Fiat Money Systems, also seit Ende des Bretton Woods Systems, ausgesetzt ist.

Der US-Dollar hat heute nur noch 17% der Kaufkraft von 1971. Der Rest ist im Orkus verschwunden.

Wer 1971 100 US-Dollar unter seinem Kopfkissen versteckt hat, um sie heute wieder hervorzuholen, hätte sie lieber 1971 auf den Kopf gehauen oder noch besser Gold dafür gekauft. Denn im Jahre 1971 waren 100 US-Dollar noch deutlich mehr Wert als heute.

Ein Mensch musste länger dafür arbeiten, konnte sich mehr Verbrauchsgüter davon kaufen als im Vergleich zu heute. Wer heute 100 US-Dollar in den Händen hält kann damit nur noch so viel anstellen wie der 1971er Mensch mit 17 US-Dollar.

Traurig, aber wahr! Der US-Dollar verliert über die Jahre an Kaufkraft und das hat nicht nur mit der viel beschworenen Inflation zu tun, sondern ist im Grunde (wie auch die Inflation) direkt auf die exorbitant steigende Menge an Papier-Dollar zurück zu führen.

US-Dollar-Kaufkraftverlust schon vor Fiat Money System

Doch der US-Dollar verliert nicht erst seit den 1970er Jahren an Wert, sondern schon viel länger.

Kaufkraftentwicklung US-Dollar seit 1913

Kaufkraft_USD2

Quelle: St.Louis FED

Der Grund dafür dass der US-Dollar (und nicht nur der US-Dollar) beständig an Wert verliert ist eigentlich einfach geklärt:

Alle Papiergeldwährungen verlieren an Wert

Der Grund dafür, dass Papiergeldwährungen wie der US-Dollar beständig an Wert verlieren liegt in der Natur der Sache. Denn Papiergeld ist tatsächlich kein Wertaufbewahrungsmittel, sondern nichts anderes als ein Schuldschein.

Wenn Sie heute 1 US-Dollar oder einen 10 Euro-Schein in der Hand halten, dann halten Sie nichts anderes in der Hand als das Versprechen der USA bzw. der Euro-Zone diesen Schuldschein einzulösen. Leider gegen immer weniger reale Güter.

Eigentlich glaubt heute doch kaum noch jemand, dass er mit seinem Sparbuch auf der sicheren Seite sein könnte. Das zeigt allein schon das wachsende Interesse an realen Gütern, wie Gold, Land und Immobilien, aber auch Aktien.

Und tatsächlich ist das auch gar nicht gewollt. Denn wer ganz klassisch spart, der konsumiert nicht und wenn nicht konsumiert wird, dann wächst die Wirtschaft nicht und auch die Investitionen sinken.

Und dann irgendwann fällt das ganze Gebilde in sich zusammen wie ein Kartenhaus.

Damit das nicht passiert, unterliegen die Banken und Notenbanken dem immerwährenden Erfordernis von Kreditausweitung und Geldschöpfung.

So funktioniert Papiergeld eigentlich nur noch als Tauschmittel, dafür aber immer weniger als Wertaufbewahrungsmittel.

Und das Gesagte gilt im Übrigen nicht nur für den US-Dollar, sondern auch für den Euro:

Kaufkraftentwicklung des Euro

Kaufkraft_EUR

Quelle der Daten: International Institute of Social History, Netherlands (iisg.nl)

Auch der Euro hat in den paar Jahren schon reichlich an Wert verloren.

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Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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