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Eiserne Börsen- und Zocker-Regeln

Genau zwei Regeln gehören für meine Wenigkeit zu den eisernen Börsen-Gesetzen:

  1. Verkaufe nicht an einem neuen Allzeithoch (es kann ja noch ein nächstes kommen…)
  2. Kaufe nicht bei einem neuen Zwischentief (es kann ja noch tiefer gehen) 

 

Falls ich diese Regel einmal breche, dann ausschließlich mit Spielgeld; mit dem Wissen, dass ein strategieloser Einstieg ein reiner Zock ist. Fast wie Casino. Und natürlich handle ich da nach Bauchgefühl. Manchmal klappt es, manchmal nicht.

Einmal habe ich so mitten im 2008er Crash meinen Einsatz mehr als verdoppelt – ausgerechnet mit einem waghalsigen Call(Wette auf steigende Kurse). Mal habe ich nach 50 Prozent Minus die Reißleine gezogen, und das auch noch – Sie haben es erraten – mit einem Put (Wette auf fallende Kurse).

Wenn ich mir die Börse in den letzten Tage so anschaue, juckt mich mein Bauch natürlich wieder direkt in den Fingern. Jedoch:

Das „Jucken“ lässt mit zunehmenden Alter nach (hm, so alt fühle ich mich mit 42 Jahren eigentlich gar nicht…. oder doch?). Vor einigen Jahren war es noch angenehm kribbelnd, wenn ich mal mit einem Wert oder einem „Scheinchen“ gut im Plus lag. Das „Kribbeln“ war aber genauso da, wenn ich mit einem Zock brachial im Minus lag und nach dem Prinzip „Hoffnung“ nicht auf meine eigene Stopp-Strategie hörte. Jedes Mal war ich froh, wenn der Trade vorbei war.

 

Die Psychofalle

Seltsam, warum „man“ (ich denke, einigen von Ihnen geht es genauso wie mir, wenn es um Zocks geht) immer wieder auf seine eigene Psyche hereinfällt und die eigenen Regeln bricht. Aber solange es um Zocks geht, die immerhin eine bessere Gewinn-Wahrscheinlichkeit als Lotto haben, geht das – denke ich – in Ordnung. Nur ganz wichtig:

Dieser Tipp richtig sich insbesondere an die Börseneinsteiger. Wenn Sie gerade jetzt „zocken“ wollen, wählen Sie den Einsatz so gering, dass Sie ruhig schlafen können. Wenn Sie mit 200 Euro ins Casino wandern, gehen Sie ja auch davon aus, dass Sie den Großteil (oder alles) verlieren. Und noch viel wichtiger:

 

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Nur nicht übermütig werden

Wenn Sie den ersten Zocker-Trade erfolgreich abschließen, denken Sie bitte NICHT: „Ach, das ist ja einfach. Da gehe ich beim nächsten Mal doch gleich mit mehr Geld rein…“. Sie glauben ja gar nicht, wie viele Trader-Schicksale genau so Ihren Lauf genommen haben und ins Verderben führten. Ich kenne zum Beispiel eine ältere Dame, die auf diese Weise – weil ja alles am Anfang so gut lief – aus einer Million dann 100.000 Euro machte. Ohne Witz. Daher:

Nehmen Sie beim Zocken immer denselben Grundeinsatz. Geld verdoppelt, gut. Geld weg, naja, gibt schlimmeres. Und wenn ich mal ganz pathetisch bin: Es macht mehr Spaß mit einer klaren Strategie aus zum Beispiel 1000 Euro 1200 Euro zu machen als ohne Strategie aus 200 Euro 400 Euro. Klingt seltsam, schließlich ist  der Erfolg bei erstem Ergebnis nur 20 Prozent und beim zweiten Trader sagenhafte 100 Prozent. Es ist aber nicht seltsam, denn:

Bei einer Entwicklung einer klaren Strategie, wissen Sie in der Regel, was Sie tun. Und im Laufe der Zeit werden Sie immer besser und werden zum Beispiel auch mit (logischen) Rückschlägen viel besser zurecht kommen. Dagegen: Beim Zocken ist der Lerneffekt meistens sehr gering oder gleich Null. Mit einer Strategie werden Sie immer besser und vernachlässigen früher oder später Ihr„untrügerisches“ Bauchgefühl.

Ihr

Tom Firley

 

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Über den Autor
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Tom Firley

Tom Firley hat in Rosenheim Betriebswirtschaftslehre studiert und arbeitet seit Anfang 2006 für den Investor Verlag. Der Börsenprofi kann nunmehr auf 22 Jahre Börsenerfahrung zurückschauen.

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