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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 24.09.-01.10.2018: Trump treibt Ölpreis

Die Ölpreise haben in der vergangenen Woche weiter zugelegt und erreichten sogar ein 4 Jahre-Hoch bei über 82 US-Dollar pro Barrel Brent.

Grund dafür war die Entscheidung der OPEC und ihrer Verbündeten am vorvergangenen Wochenende, die Ölproduktion zunächst nicht anzuheben. Nun befürchten viele Marktteilnehmer dass es zu Angebotsengpässe kommen könnte. Denn Anfang November treten die US-Sanktionen gegen den Iran in Kraft, wodurch schätzungsweise zwischen 1 bis 1,5 Millionen Barrel iranisches Öl vom Markt genommen werden könnten. Manche Marktbeobachter rechnen sogar damit, dass es zu Ausfällen von bis zu 2 Millionen Barrel täglich kommen wird.

Tatsächlich ziehen sich aufgrund der drohenden US-Sanktionen immer mehr Unternehmen aus dem Iran zurück, aus Angst dann ihr US-Geschäft zu verlieren. Trotz der Versuche von Seiten der EU, Russlands und Chinas die Unternehmen dazu zu bringen ihr Irangeschäft aufrecht zu erhalten, durch eine eigens für den Iran-Handel gegründete Zweckgesellschaft. Doch die Drohungen der Trump-Regierung scheinen stärker zu wirken.

Schon jetzt hat ein Rückgang der Öllieferungen aus dem Iran eingesetzt. Regierungs- und Schifffahrtsdaten zufolge fielen die iranischen Öllieferungen nach Asien im August um 300.000 auf 1,57 Millionen Barrel pro Tag. Der Rückgang war vor allem auf Südkorea zurückzuführen, das seine Einfuhren aus dem Iran um 84% reduzierte. Auch Japan hat seine Einfuhren bereits eingestellt. Ähnliches zeichnet sich für Indien ab.

Brent zur Lieferung im Dezember handelt aktuell bei 82,95 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im Dezember notiert aktuell bei 73,34 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

 

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Druck den die USA auf Iran ausüben ist beispiellos. Dabei sorgt Trump selbst offenbar gezielt für eine Verknappung am Ölmarkt. Zuletzt hatte er erneut die OPEC aufgerufen für niedrigere Preise am Ölmarkt zu sorgen. Doch gerade mit solchen Aufrufen bewirkt er genau das Gegenteil. Denn die OPEC kann nun schon alleine deshalb nicht handeln, um sich nicht vorwerfen zu lassen, sie sei ein Spielball der US-Regierung.

Entsprechend sind die Weichen für weitere Preissteigerungen gestellt. So sprach ein hoch angesehenes Researchunternehmen davon, dass im vierten Quartal das größte Angebotsdefizit seit mehr als zehn Jahren drohe. Zudem rechnen nun mehrere namhafte Rohstoffhändler und ein großes Ölunternehmen mit einem kurzfristigen Preisanstieg auf 100 US-Dollar je Barrel.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis geriet in der vergangenen Woche wieder unter Druck, entlang eines festeren US-Dollars. Der Grund für den stärkeren Dollar war die US-Notenbank Fed, die überraschend ihren falkenhaften Ausblick für ihre Zinspolitik leicht verstärkt hat und eine weitere Zinserhöhung noch in diesem Jahr in Aussicht stellt.

Gold handelt aktuell bei 1.192,20 US-Dollar pro Unze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

 

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Gold ist und bleibt die beste Alternative zur Vermögensabsicherung. Daran ändern auch kurzfristig seltsame Bewegungen nach Notenbanken-Statements nichts.

Industriemetalle: Nickel

Die Industriemetallpreise standen auch in der vergangenen Woche wieder unter Druck angesichts des sich fortsetzenden Handelskonflikts zwischen den USA und China.

Doch von fundamentaler Seite gibt es einige preisunterstützende Entwicklungen zu benennen. Wie zum Beispiel im Nickelmarkt. Dort werden beispielsweise die sichtbaren Vorräte sogar noch schneller abgebaut, als es die Defizitschätzungen nahelegen. Während beispielsweise die International Nickel Study Group (INSG) das globale Nickeldefizit „nur“ mit 97.100 Tonnen für die ersten 7 Monate dieses Jahren angibt, sind aber die Nickel-Lagerbestände an der LME und der Shanghaier Rohstoffbörse SHFE zusammen im gleichen Zeitraum um 112.000 Tonnen gesunken.

Und seitdem sind die Börsenbestände um weitere 50.000 Tonnen gesunken. Es ist hierbei vor allem die Sorge über eine unzureichende Kobaltversorgung welche die Nachfrage nach Nickel als Substitutionsmetall seitens der Batterie- und Autohersteller antreibt.

Nickel handelt aktuell bei 5,69 US-Dollar pro Pfund.

Nickelpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

 

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Quelle: infomine.com

Ausblick

Nickel sollte angesichts der fundamentalen Ausgangslage unterstützt bleiben.

Agrarrohstoffe: Weizen

Der Weizenpreis ist in der vergangenen Woche nach den Gewinnen der Vorvergangenen Woche wieder etwas zurückgekommen.

Doch inzwischen kommen wieder neue Angebotssorgen aufgrund widriger Wetterlagen hinzu. So herrscht in Australien eine Trockenheit und in manchen Gegenden kommen noch Frosteinbrüche hinzu. Auch in Kanada und Russland ist es das Wetter, das die Ernte beeinträchtigt.

Insgesamt hat der Weizenmarkt es übergeordnet weiterhin mit einer rückläufigen Produktion und sinkenden globalen Lagerbeständen zu tun.

Chicago-Weizen zur Lieferung im Dezember handelt aktuell bei 5,10 US-Dollar pro Scheffel an der CME.

Chicago-Weizen in USD/Scheffel in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Die Wetterlage wirkt unterstützend und sollte den Weizenpreis nach unten abstützen. Ansonsten bleibt abzuwarten, wie sehr die US-Farmer ihre Anbaufläche für Winterweizen ausweiten werden, angesichts der aktuell höheren Preise.

 

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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