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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 21.05.-28.05.2018: Wird die OPEC den Ölpreis drücken?

Die Rohölpreise stiegen zu Beginn der vergangenen Woche zunächst weiter an, bevor es dann ab Mitte der letzten Woche zu einem deutlichen Rückgang kam. So handelte Brent am Mittwoch noch knapp unter der Marke bei 80 US-Dollar pro Barrel, bevor der Preis schließlich auf nur noch knapp über 76 US-Dollar am Freitag sank.

Unterstützung erhielten die Ölpreise zu Beginn der vergangenen Woche noch durch die wachsenden geopolitischen Risiken. In Venezuela gewann Präsident Maduro am Sonntag die Präsidentschaftswahlen, die von der Opposition und international als Farce bezeichnet wurden. Die USA drohten mit weiteren Sanktionen gegen das Land, die auch den Ölsektor betreffen könnten. Damit würde sich der Rückgang der venezolanischen Ölproduktion noch beschleunigen.

Schon jetzt produziert Venezuela mit 1,4 Millionen Barrel pro Tag knapp 650.000 Barrel täglich weniger als vor Jahresfrist und fast 600.000 Barrel pro Tag weniger als laut Kürzungsabkommen vorgesehen. Zusätzlich drohen weitere Lieferausfälle aus dem Iran, aufgrund der extremen Sanktionen seitens der USA. Auch die angedrohten sekundären Sanktionen sind nicht außer Acht zu lassen, denn sie dürften dazu führen, dass sich im Laufe der Zeit immer mehr Unternehmen aus dem Handel mit dem Iran zurückziehen.

Zum starken Preisrückgang ab Mitte der vergangenen Woche kam es dann aufgrund von Meldungen hinsichtlich einer möglichen Anhebung der Ölproduktion durch die OPEC bei ihrer nächsten Sitzung im kommenden Monat. Auch der russische Energieminister Nowak  hatte sich für eine graduelle Erhöhung der Fördermenge ausgesprochen. Voraussetzung hierfür sei, dass die am Kürzungsabkommen beteiligten Länder im Juni einen ausgeglichenen Ölmarkt feststellen.

Auch die jüngsten US-Lagerbestandsdaten trugen zum Druck auf die Ölpreise bei. So berichtete das US-Energieministerium einen unerwartet kräftigen Anstieg der US-Rohölvorräte in der vorvergangenen Woche um 5,8 Millionen Barrel.

Brent-Öl zur Lieferung im Juli handelt aktuell bei 76,33 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI-Öl zur Lieferung im Juli notiert derzeit bei 67,59 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Tatsächlich ist der Ölmarkt, gemessen an der Marktbilanz, mittlerweile unterversorgt. Grund dafür sind die Produktionsausfälle in Venezuela. Somit ist die diskutierte Produktionsanhebung der OPEC-Staaten und ihrer Verbündeten absolut gerechtfertigt und würde nicht einmal einen Bruch des Kürzungsabkommens bedeuten. Denn derzeit produziert die OPEC etwa 800.000 Barrel pro Tag weniger als im Abkommen vereinbart. Eine Produktionsanhebung dürfte dem ständigen Aufwärtstrend der Ölpreise dann vorerst ein Ende setzen.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis ist in der vergangenen Woche wieder gestiegen und hat die Marke bei 1.300 US-Dollar pro Unze wieder nach oben durchbrochen. Der Goldpreis profitierte vom deutlichen Rückgang der Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen. Unterstützung boten aber auch schwache Aktienmärkte.

Ebenfalls bot das Protokoll der letzten Fed-Sitzung dem Goldpreis Unterstützung. Dieses wurde als sehr taubenhaft aufgefasst. Weiterhin wird zwar eine Zinserhöhung auf der nächsten FED-Sitzung Mitte Juni erwartet. Für die Zeit danach gehen die Erwartungen nun allerdings eher von einer Pause aus.

Gold handelt aktuell bei 1.301,20 US-Dollar pro Feinunze.

Gold in USD/Unze in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Gold konnte sich in der vergangenen Woche auch erfolgreich gegen den weiter aufwertenden US-Dollar behaupten. Insgesamt zeigt sich so ein Bild das weiterhin für Gold spricht, angesichts der geopolitischen Risiken und der Erwartung an eine künftig taubenhaftere FED. Denn wenn der Goldpreis trotz Gegenwinds aufwerten kann, dann erst Recht wenn er auch noch Rückenwind erhält.

Industriemetalle: Blei

Der Bleipreis konnte in der vergangenen Woche übergeordnet zulegen, trotz zwischenzeitlich hoher Volatilität. Die International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) hatte für das erste Quartal von einem Angebotsdefizit in Höhe von 37.000 Tonnen berichtet.

Für das Gesamtjahr erwartet die ILZSG bislang ein Defizit von 20.000 Tonnen. Diese Prognose stammt allerdings noch vom April und könnte sich noch ändern.

Blei handelt aktuell bei 1,10 US-Dollar pro Pfund.

Bleipreis in USD/Pfund in der letzten Woche

Patrizia-Immobilien-Aktie auf Berg-und-Tal-FahrtDer Wert von Patrizia Immobilien fiel nach wie vor und musste heute aufs Neue Verluste machen. Zuletzt notierte die Aktie des Maklerunternehmens bei einem Kurs von 16,81 € (Stand: 05.12.18, 17:35),… › mehr lesen

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Angesichts der Erwartungen dürfte der Bleipreis weiter ein hohes Niveau verteidigen.

Agrarrohstoffe: Zucker

Der Zuckerpreis ist die zweite Woche in Folge beständig gestiegen. Dies trotz unveränderter Aussichten auf ein zweites Überschussjahr in Folge.

Allerdings lösen zu geringe Regenfälle in Brasilien Sorgen um die Zuckerrohrernte aus. Vor allem in der zweiten Hälfte der Ernte könnte es zu rückläufigen Volumina kommen.

Zucker zur Lieferung im Juli handelt aktuell bei 12,45 US-Cent pro Pfund an der ICE.

Zuckerpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Angesichts der starken Entwicklung des Zuckerpreises in den letzten zwei Wochen und ohne signifikante preisunterstützende News dürfte klar sein, dass der Zuckerpreis zuletzt überkauft war. So lange es nicht deutlich preisbelastende News gibt, könnte die Erholung noch ein wenig andauern.

 

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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