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Rohstoffe Wochenrück- und Ausblick 02.07.-09.07.2018: Trump sorgt für angespannten Ölmarkt

Die Ölpreise handelten in der vergangenen Woche wie erwartet schwankungsintensiv, beendeten die Woche allerdings nahezu auf dem gleichen Preisniveau wie zu Beginn der letzten Woche.

Der Ölmarkt bleibt weiterhin angespannt. Grund dafür ist die Iran-Politik der USA. Die US-Regierung übt Druck auf die Abnehmerländer des Iran aus, die Ölimporte aus dem Land einzustellen. Würden alle Annehmer dieser Forderung nachkommen, so würden dem Markt 2,5 Millionen Barrel Rohöl pro Tag fehlen. Die freien Förderkapazitäten der OPEC-Länder reichen gerade so aus um diese Menge auszugleichen.

Allerdings gibt es derzeit noch anderweitige Ausfälle in Libyen und Kanada. Zudem fällt die Ölproduktion in Venezuela. Um diese Ausfälle auch noch zu decken fehlen der OPEC schlichtweg die Kapazitäten.

Daran ändern auch indirekte Drohungen an die OPEC seitens des US-Präsidenten nichts. Dieser hatte letzte Woche per Twitter versucht der OPEC die Schuld für die gestiegenen Ölpreise in die Schuhe zu schieben. Der Zusammenhang zwischen seiner Iran-Politik und den Risikoprämien in den Ölpreisen scheint dem US-Präsidenten indes noch nicht aufgegangen zu sein.

Mittlerweile droht der Iran nun damit, die Straße von Hormus zu blockieren, falls die USA dem Iran tatsächlich den Zugang zum Weltmarkt verwehren können sollten. Durch die Meerenge von Hormus werden täglich etwa 30% des seewärtig gehandelten Öls transportiert. Durch Pipelines könnten höchstens 33% des Öls umgeleitet werden.

Für zwischenzeitlichen Druck sorgte ein Anstieg der seewärtigen Ölexporte der OPEC im Juni um 1,3 Millionen Barrel pro Tag. Das entspricht dem stärksten Anstieg seit Inkrafttreten des Kürzungsabkommens Anfang 2017. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate machen zusammen den Großteil des Anstiegs aus.

Brent-Öl zur Lieferung im September notiert aktuell bei 77,29 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im September handelt aktuell bei 71,73 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Öl in USD/Barrel in der letzten Woche

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Ölmarkt dürfte auch in nächster Zukunft volatil und angespannt bleiben. China hat zuletzt als Antwort auf die US-Strafzölle auf chinesische Güter Gegenzölle in gleicher Größenordnung verhängt. Diese sollen später auch auf US-Rohöl ausgeweitet werden. Wenn US-Rohöl also mit einem Strafzoll von 25% belegt wird dürfte das Öl so teuer werden, dass es für den chinesischen Import nicht mehr in Betracht kommt. Damit verlagert sich die chinesische Nachfrage auf andere Anbieter. Aufgrund der bereits angespannten Lage im internationalen Ölmarkt, dürfte diese zusätzliche Nachfrage den Brent-Preis weiter steigen lassen.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis läutete in der vergangenen Woche eine Gegenbewegung ein und legte im Wochenvergleich zu.

Unterstützend wirkten ein zwischenzeitlich schwächerer US-Dollar, sowie vermutlich die Glattstellung einiger Short-Positionen durch die Spekulanten.

Darüber hinaus bleibt die geopolitische Lage weiterhin ein großer Unterstützungsfaktor für den sicheren Hafen Gold.

Gold handelt aktuell bei 1.254,50 US-Dollar pro Feinunze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

 

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Gold sollte angesichts der angespannten geopolitischen Lage und der vielen bestehenden Risiken generell Unterstützung finden.

Industriemetalle: Zink

Die Industriemetallpreise gaben in der vergangenen Woche übergeordnet weiter ab. Der sich verschärfende Handelskrieg zwischen den USA und China drückt auf die Stimmung der Marktteilnehmer.

Zuletzt sind nun die US-Importzölle auf chinesische Güter in der letzten Woche in Kraft getreten. Daraufhin sah sich China nun gezwungen zu reagieren und verhängte selbst Importzölle im gleichen Umfang auf US-Produkte. US-Präsident Donald Trump hatte für den Fall dass China auf die US-Zölle ebenfalls mit Zöllen reagieren sollte, mit weiteren Zöllen auf chinesische Güter und Dienstleistungen gedroht.

Zink konnte sich vergleichsweise besser halten, nachdem das staatliche chinesische Research-Institut Antaike bekannt gegeben hatte, man erwarte für das 3. Quartal einen Rückgang der chinesischen Zinkproduktion auf das niedrigste Niveau seit 2015. Grund dafür sind geplante Wartungsarbeiten und Kürzungen der Schmelzen.

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Zink handelt aktuell bei 1,26 US-Dollar pro Pfund.

Zinkpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

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Quelle: infomine.com

Ausblick

Kurzfristig dürfte der Zinkpreis besser unterstützt sein, als andere Metallpreise. Mittelfristig aber dürfte aber die Inbetriebnahme zweier neuer Zinkminen in Südafrika und Australien die Angebotssituation verbessern.

Agrarrohstoffe: Kakao

Der Kakaopreis ist hat sich in der vergangenen Woche vergleichsweise stabil entwickelt. Noch immer bleibt die fundamentale Ausgangslage die gleiche: Die Internationale Kakaoorganisation hat wie erwartet ihre Prognose für die Produktion in der laufenden Saison 2017/19 deutlich nach unten revidiert auf einen Überschuss in Höhe von nur noch 10.000 Tonnen. Nach einem massiven Überschuss in der vergangenen Saison.

Kakao zur Lieferung im September handelt aktuell bei 2.479 US-Dollar pro Tonne an der ICE.

Kakaopreis in der letzten Woche in USD/Tonne

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Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Fokus der Marktteilnehmer dürfe sich vornehmlich auf die kommende Saison richten. Diese beginnt aber erst im Oktober und verlässliche Prognosen sind schwer. Entsprechend volatil dürfte der Kakaomarkt bleiben.

 

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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