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Netflix Aktie: Netflix begeistert Anleger mit Traumstart in die Berichtssaison

Für reichlich Gesprächsstoff in dieser Woche sorgt die frisch angelaufene Berichtssaison. Am vergangenen Freitag haben bereits die ersten amerikanischen Großbanken, darunter JPMorgan und Citigroup, ihre Quartalszahlen vorgelegt. Die Institute hatten zwar kräftig verdient, allerdings schwächelte das Kapitalmarktgeschäft. In dieser Woche gewinnt die Bilanzsaison weiter an Fahrt. Zahlreiche Unternehmen dies- und jenseits des Atlantiks gewähren den Anlegern in den kommenden Tagen Einblick in ihre Bücher.

Einen absoluten Traumstart in die Bilanzsaison legte am gestrigen Montag nach US-Börsenschluss der Online-Videodienst Netflix hin, der trotz zunehmender Konkurrenz immer mehr Kunden anlocken kann. Für den Konzern aus dem kalifornischen Los Gatos liefen die Geschäfte in den vergangenen drei Monaten sogar so gut, dass das Unternehmen die eigenen Wachstumserwartungen deutlich übertreffen konnte…

5 Mio. neue Abonnenten in Q2

Der Videoanbieter gehört mit seinem Portfolio an TV-Serien und Filmen zu den weltweit führenden Anbietern auf diesem Gebiet. Das Unternehmen bietet seinen Kunden einen Internet-Aboservice, über den unbegrenzt Fernsehsendungen und Filme online gestreamt werden können. Das Angebot erstreckte sich ursprünglich nur auf den amerikanischen Heimatmarkt, wird jedoch seit 2010 auch in weiteren Ländern und Regionen wie Kanada, Irland, Lateinamerika und der Karibik ausgebaut.

Im beendeten zweiten Quartal gewann Netflix mehr als 5 Mio. neue Abonnenten dazu. Die Börsianer und Netflix selbst hatten mit einem Plus von etwas über 3 Mio. gerechnet. Die Kundenzahlen sind wichtig für Netflix, weil sie die teuren exklusiven Produktionen wie „Stranger Things“ oder „The Crown“ rechtfertigen, mit denen sich der Streaming-Dienst von der Konkurrenz wie Amazon Video oder Maxdome in Deutschland abheben will.

Allein im zweiten Vierteljahr seien unter anderem 14 neue Serienstaffeln, 9 Filme, 6 Dokumentationen und 7 Staffeln von Kinderserien gestartet, rechnete Netflix vor. Der Konzernumsatz stieg im Jahresvergleich um fast ein Drittel auf knapp 2,8 Mrd. Dollar, der Gewinn legte von 41 auf 66 Mio. Dollar zu.

Globale Expansion trägt Früchte

Netflix kam zum Quartalsende auf knapp 104 Mio. Kunden und wird jetzt auch mutiger bei den Prognosen. Nach dem laufenden Quartal sollen es bereits 108,35 Mio. Abonnenten sein. In dem bereits stark abgegrasten Heimatmarkt USA gewann Netflix im vergangenen Vierteljahr gut 1 Mio. Kunden statt der erwarteten rund 600.000.

International kamen über 4 Mio. anstelle der in Aussicht gestellten rund 2,6 Mio. hinzu. Damit trägt die 2016 umgesetzte, schnelle globale Expansion Früchte. Von den wichtigen Märkten ist Netflix nur in China nicht selbst aktiv, sondern musste dort einen Lizenz-Deal mit einem lokalen Streaming-Anbieter eingehen.

Die Netflix-Aktie sprang am Montag an der Wall Street nachbörslich angesichts der guten Nachrichten um fast 11% auf ein neues Allzeithoch bei rund 179 Dollar nach oben. Auch auf dem Frankfurter Börsenparkett kennt die Aktie heute kein Halten. Am Dienstagvormittag kletterte sie bis auf 155,10 Euro.

Börsenkurs

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Chart: Netflix-Aktie (Euro-Basis)

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(Quelle: comdirect.de)

Am heutigen Dienstag legen an der Wall Street unter anderem der Pharmazie- und Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson, das Investmenthaus Goldman Sachs sowie der IT-Riese IBM ihre Bilanzen zum zweiten Quartal vor. Am Donnerstag wird als erstes Unternehmen aus dem DAX die deutsche Software-Schmiede SAP ihre Q2-Bilanz offenlegen.

Am gleichen Tag gewähren in Übersee der Softwarehersteller Microsoft, der Online-Marktplatz eBay sowie die US-Kreditkartengesellschaft Visa den Anlegern Einblicke in ihre Bücher. Zum Wochenschluss präsentieren dann der US-Mischkonzern General Electric sowie die Schweizer Biotech-Schmiede BB Biotech ihre Ergebnisse zu den zurückliegenden drei Monaten. Die nächsten Tage bleiben also spannend.

 

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Über den Autor
170407 Invest Kathrin Dörfeld 72 04
Kathrin Dörfeld

Kathrin Dörfeld hat Germanistik und Angewandte sowie Englische Sprachwissenschaft an der Technischen Universität in Chemnitz studiert. Nach ihrem Studium wechselte sie in den Bereich Wirtschafts- und Börsenjournalismus.

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