VW oder BYD: Zwei spektakuläre Entwicklungen
Aktuell gehen Schlagzeilen (vor allem durch die Boulevard-Medien) rum, die unsere Autoindustrie absolut in Frage stellen. Bis zu 50.000 Stellen soll VW streichen, es sieht nach einem Zusammenbruch der wichtigen Industrie-Säule bei uns aus. So würde ich das nicht unterschreiben, allerdings fällt bei dieser Gelegenheit mein Blick in eine andere Richtung. Sehen Sie sich die jüngsten Meldungen zur BYD an.
BYD möchte in Kanada produzieren
Die Chinesen gaben bekannt, dass sie in Kanada produzieren möchte. Dies wäre ein größerer Angriff auf Nordamerika, wobei BYD derzeit noch einen großen Bogen um die USA macht. Unter anderem der Zölle wegen. BYD soll, wünscht sich die Regierung in Kanada, am besten mit einem Joint-Venture den Plan umsetzen. Es soll sich den Kuchen am besten mit einem kanadischen Unternehmen teilen. BYD lehnt ab.
Ich sehe darin ein gutes Zeichen für die BYD und ich nehme an, Sie würden es nicht anders machen. Denn BYD möchte die gesamte Wertschöpfungskette unter Kontrolle halten, was die Chinesen tatsächlich auch anbieten können. Jüngst erst haben sie mit der nächsten Generation der Batterie namens „Blade“ einen weiteren Meilenstein vorgestellt.
Die Batterie soll für eine Reichweite von 1.000 Kilometern und etwas mehr sorgen. Zudem dauere es nur 12 Minuten, um die Batterie wieder vollladen zu können. Mit solchen Daten würde die BYD sicherlich auch unter den Langstreckenfahrern unter uns punkten können. Aus meiner Sicht sind die technologischen Entwicklungen der größte Hebel, um die E-Mobilität voranzubringen. BYD ist ganz vorne mit dabei.
BYD expandiert
Nun hängt BYD auf der anderen Seite bestimmten Zielen noch hinterher. Die Chinesen sehen sich mit einem schwachen Markt in China konfrontiert. Sie müssen expandieren. Im Januar und Februar des laufenden Jahres ist der Absatz der BYD um 36 % gesunken und erreichte nur noch 400.241 Objekte.
Deshalb möchte BYD im laufenden Jahr im Ausland insgesamt 1,3 Millionen Fahrzeuge verkaufen, um den Gesamtabsatz zu stabilisieren. Dafür hat BYD zuletzt in Europa investiert, u.a. in eine Fabrik in Ungarn. Auch in Brasilien ist BYD schon kräftig dabei. Dort soll nicht nur produziert werden, dort baut BYD auch das Schnellladenetz zügig aus.
In Mexiko buhlt BYD um eine alte Produktionsstätte, die u.a. von Mercedes betrieben wurde. Hier greifen letztlich die Expansionsbemühungen und die technologischen Weiterentwicklungen ineinander. BYD wächst im weltweiten Maßstab schnell und baut gleichzeitig an der Entwicklung der Infrastruktur. Die BYD sollten Sie daher trotz des relativ lahmen Aktienkurses noch nicht abschreiben. Beobachten Sie die Chinesen.
BYD: Noch weiter, noch schneller – WKN: A0M4W9 – ISIN: CNE100000296

https://fundamental.aktienscreener.com/CNE100000296/05/byd-co-ltd/data