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Ströer – Kölner Werbekonzern mit starken Zahlen

Inhaltsverzeichnis

Aktionäre des im MDAX notierten Außenwerbers Ströer, seit 2015 auch Betreiber des populären Onlineportals t-online.de, sind heftige Kursausschläge in beide Richtungen seit vielen Jahren gewohnt. Nachdem die Kölner das umsatzstärkste Quartal ihrer Unternehmensgeschichte vermeldet haben, könnte es für die Aktie nach oben gehen.

Ströer-Aktionäre: seit Jahren Achterbahnfahrt der Kurse

Seit dem Börsengang 2010 ging es für die Ströer-Aktie immer wieder deutlich nach oben und unten, einhergehend mit einem fast schon regelmäßigen Wechsel zwischen MDAX und SDAX. Nach dem Tiefststand bei gut 6,50 Euro Ende 2012 verzehnfachte sich der Kurs bis Ende 2015 beinahe auf knapp 58 Euro. Dann ging es nach einem kritischen, auch juristisch umstrittenen Report der US-Hedgefonds-Gesellschaft Muddy Waters bis Ende 2016 wieder runter auf gut 35 Euro.

Die Aktie erholte sich und stieg innerhalb eines Jahres auf fast 64 Euro – nur um binnen weiterer 12 Monate Ende 2018 auf knapp 43 Euro zurückzufallen. Das Tempo der Achterbahnfahrt sollte sich sogar noch beschleunigen mit einem neuen Höchstwert bei knapp 74 Euro Ende Oktober 2019, an den sich zu Beginn der Corona-Pandemie ein Absturz auf 46 Euro anschloss – gefolgt von einem weiteren Rekordstand Ende Dezember 2020 bei 80 Euro.

Seitdem ging es erneut steil bergab bis auf 50 Euro. Angesichts des für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2022 (Q1) präsentierten Umsatzrekordes in Verbindung mit weiteren guten Zahlen herrscht wieder etwas mehr Zuversicht.

Aufhebung vieler Corona-Maßnahmen führt zu starkem Umsatzsprung

Ströer konnte in Q1 seine Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahresquartal um 23,5 Prozent auf 385 Millionen Euro erhöhen. Zwar war das Vorjahresquartal von Lockdown-Maßnahmen beeinträchtigt, doch auch in absoluten Zahlen erreichte Ströer in Q1 einen Bestwert in der Unternehmenshistorie und übertraf somit seine eigenen Vor-Corona-Zahlen.

Besonders stark verbesserte sich wegen des Wegfalls vieler staatlicher Corona-Maßnahmen der Bereich Out-of-Home Media, dem ein Umsatzsprung um 55,1 Prozent auf 151,9 Millionen Euro gelang. Das weiterhin etwas größere Segment Digital & Dialog Media wuchs um 6,1 Prozent auf 170,3 Millionen Euro. Für das kleinste Segment DaaS (Data as a Service) & E-Commerce ging es um 26 Prozent auf 71 Millionen Euro nach oben.

Starkes Gewinnwachstum und stabiler Ausblick

Das operative Ergebnis (EBIT), das ein Jahr zuvor pandemiebedingt noch um 4,8 Millionen Euro im negativen Bereich lag, erholte sich sprunghaft auf 20,5 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis (EBITDA) wuchs um beinahe 29 Prozent auf 94,6 Millionen Euro. Unter dem Strich ergibt sich ein bereinigtes Konzernergebnis von 19 Millionen Euro nach gerade einmal 1 Million Euro im ersten Quartal 2021.

Am Ausblick auf das gesamte Geschäftsjahr 2022 ändert sich nichts, das Management erwartet vorbehaltlich drastischer Veränderungen des gesamtwirtschaftlichen Umfelds weiterhin ein organisches Umsatzwachstum um 10 bis 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das bereinigte EBITDA soll sich ähnlich entwickeln.

Die Analysten sind über die Kursaussichten der Ströer-Aktie extrem gespalten: Von den seit Anfang April erschienenen Prognosen sind fünf positiv und zwei negativ, die Kursziele bewegen sich zwischen 55 Euro und 97 Euro – bei einem aktuellen Kursniveau um 53 Euro.