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Ströer-Aktie: Endlich wieder Wachstum – doch es gibt auch Risiken!

Inhaltsverzeichnis

Werbung ist omnipräsent: Wenn Sie in deutschen Städten unterwegs sind, sind Ihnen bestimmt schon sehr oft die teils riesigen Bildschirme oder Litfaßsäulen aufgefallen, auf denen Firmen offensiv ihre Produkte oder Dienstleistungen bewerben.

Was viele nicht wissen: Für diese Außenwerbung ist in Deutschland vor allem ein Konzern verantwortlich – die Ströer Media SE. Das Kölner Unternehmen ist hierzulande mit Abstand der Markführer in diesem Segment, und weltweit sogar auf Platz 3 (via Statista).

Ströer: Werbung für überall

Ströer bietet Firmenkunden Werbeflächen in nahezu allen öffentlichen Bereichen. Dabei geht es  beispielsweise um gigantische Plakate in Einkaufsstraßen, Werbebildschirme in Bahnhöhen und Einkaufszentren sowie Litfaßsäulen an Verkehrsknotenpunkten. Nach eigenen Angaben betreibt Ströer mehr als 300.000 Werbeangebote im Bereich Out-of-Home.

Zudem kooperiert das Unternehmen mit Gemeinden bzw. Behörden. Ströer entwickelt beispielsweise digitale Informationsanlagen – also Bildschirme, auf denen die Bürger in Echtzeit etwa Daten zum Verkehr und dem ÖPNV einsehen können. Ströer sieht sich deshalb auch als Treber vieler Smart City-Ansätze.

Corona als Bremsklotz – 2021 wieder auf der Spur

Das Problem: Wegen der Corona-Pandemie geriet das Geschäftsmodell von Ströer in Schieflage. Schließlich waren die Einkaufsstraßen lange Zeit geschlossen und die Menschen haben sich lieber in ihren eigenen vier Wänden aufgehalten. Entsprechend musste Ströer 2020 eine deutliche Umsatzdelle hinnehmen.

Nun aber scheint das Unternehmen wieder auf der Spur zu sein, wie die kürzlich veröffentlichte Bilanzpräsention zu 2021 zeigt. Demnach konnte man im letzten Jahr insgesamt 1,63 Milliarden Euro umsetzen. Das ist ein Plus von 12,6 Prozent gegenüber 2020. Aber auch im Vergleich zum Vor-Corona-Niveau konnte man zulegen (Umsatz 2019: 1,59 Mrd.).

In Sachen Profitabilität ging es gleichermaßen aufwärts. Das operative Betriebsergebnis EBITDA wuchs ebenfalls um 13 Prozent auf 513 Millionen Euro. Das Konzernergebnis belief sich auf 130 Millionen Euro (2020: 48 Mio.). Von der Gewinnsteigerung sollen indes auch die Aktionäre direkt profitieren und eine Dividende von 2,25 Euro je Anteilsschein erhalten. Das wären 25 Cent mehr als ein Jahr zuvor.

Online-Werbung erweist sich als wichtige Stütze

Ströer begründet die Rückkehr zum Wachstum zum einen mit den wieder höheren Werbebudgets seiner Kunden infolge der Corona-Erholung. Zum anderen habe sich das Geschäftsfeld „Digital & Dialog Media“ als Stütze erwiesen, vor allem in den ersten fünf Monaten des Jahres. Ströer bietet nämlich seit einiger Zeit auch Werbelösungen für Websites. Inzwischen ist der Geschäftsbereich gar größer als die klassische Außenwerbung.

Zudem hatte der Konzern vor einigen Jahren das Nachrichtenportal „T-Online“ übernommen und umstrukturiert. Inzwischen gilt „T-Online“ laut Ströer als reichweitenstärkstes News-Portal Deutschlands – noch vor „Focus“, „Spiegel“, „Welt“ und „Bild“.

Prognose: zwischen Hoffnung und Furcht

Für das laufende Jahr zeigten sich die Kölner indes zuversichtlich. So rechnet Ströer mit spürbar höheren Ergebnisbeiträgen als im Jahr 2021. Und: Bis 2026 soll der Umsatz jährlich um 7,4 bis 8,5 Prozent wachsen.

Allerdings warnte man die Anleger vor möglichen neuen Corona-Lockdowns, die das „Out-of-Home“-Geschäft erneut belasten könnten. Ob solche Maßnahmen in Deutschland wieder ergriffen werden, lässt sich aktuell nicht mit Sicherheit sagen. Zwar wurden kürzlich die meisten Corona-Maßnahmen gestrichen. Was aber im Herbst und Winter auf die Bevölkerung zukommen wird, ist noch völlig unklar.

Wollen Sie in die Ströer-Aktie investieren, sollten Sie dieses Corona-Risiko auf jeden Fall einkalkulieren. Immerhin ist das Unternehmen mittlerweile auch sehr stark im digitalen Bereich aktiv und somit nicht mehr ganz so abhängig von der Außenwerbung.

Ströer-Aktie recht günstig

Die Aktie jedenfalls ist derzeit mit Blick auf das große Wachstumspotenzial des Unternehmens beispielsweise in Sachen Smart-City und digitaler Werbung durchaus günstig bewertet.

Laut Marketscreener liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten rund 33 Prozent über dem Niveau von Donnerstag. Auch das Ströer-Papier hat sich infolge des Ukraine-Kriegs verbilligt, obwohl der Konzern in Russland oder der Ukraine über keine nennenswerten Geschäftsaktivitäten verfügt. Die Auswirkungen des Konflikts auf die Konjunktur und die Kunden aber seien kaum abzuschätzen und somit auch nicht in der Prognose inbegriffen.

Mein Fazit für Sie

Ströer sendet starke Wachstumssignale. Der Konzern will auch 2022 viel Geld in neue Werbetechnologien investieren. Das sorgt für langfristiges Potenzial.

Dennoch: Die Corona-Pandemie ist immer noch nicht ausgestanden. Mögliche neue Lockdowns könnten Ströer erneut schwer belasten. Hinzu kommt die Blackbox Ukraine-Krieg, die ebenfalls mit einer hohen Unsicherheit einhergeht.

Unterschätzen sollten Sie die Ströer-Aktie aber trotzdem nicht.