RWE Aktie: Das Gegenteil von langweilig

Lupe vergrößert das RWE-Logo auf einer Website mit grünen Farnblättern im Hintergrund.
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Die Börsensitzungen sind unverändert turbulent. Heute steigt der Ölpreis wieder, die EU und andere Institutionen denken über die Deckelung von Preisen nach. Sie könnten sich auf den ersten Blick an der Tankstelle vielleicht freuen. Auf der anderen Seite jedoch zweifeln (wir, ich bin auch einer dieser Volkswirte) Ökonomen daran, dass solche Deckel eine Lösung sind. Sei es drum: Energie ist das große Thema. Damit rücken auch solche Unternehmen wie die RWE für Sie in den Blickpunkt, auch wenn Sie die Aktie ggf. als etwas langweilig empfinden sollten.

RWE: Das ist nicht langweilig!

Die Essener haben ihre Zahlen vorgelegt. Damit möchte oder muss ich Sie fairerweise konfrontieren, damit Sie zustimmen oder ablehnen können. Die Essener haben jedenfalls einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Der ist alles andere als furchtbar. Das sogenannte bereinigte EBITDA (dies ist der Gewinn ohne Berücksichtigung von Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ist mit 5,09 Mrd. Euro geringer ausgefallen als noch im Vorjahr mit damals 5,68 Mrd. Euro.

Die RWE selbst hatte zuvor avisiert, es könnten zwischen 4,55 bis zu 5,15 Mrd. Euro werden. Analysten waren mit den Schätzungen im Konsens auf 4,87 Mrd. Euro taxiert worden (fairerweise muss ich sagen: Es gibt sicher immer Analysten, die in diesen Schätzungen nicht berücksichtigt werden. Sie sehen also einen Richtwert).

Seien wir ehrlich: Wenn ein Unternehmen den oberen Rand seiner eigenen Ziele erreicht und die Markterwartung übertrifft, ist dies ein gutes Ergebnis. Konzerne wie RWE werden nie über alle Erwartungen und überraschend extrem hohe Zusatzgewinne erzielen. Der bereinigte Nettogewinn liegt nach 2,32 Mrd. Euro im Vorjahr übrigens bei 1,8 Mrd. Euro. Auch das ist absolut im Rahmen aller normalen Erwartungen gut bis sehr gut.

Prognose für 2026: Langweilig?

Für 2026 soll der bereinigte Nettogewinn bei 1,55 bis 2,05 Mrd. Euro liegen, das bereinigte EBITDA bei 5,2 bis 5,8 Mrd. Euro. Man könnte sagen, dass alles wie gehabt ist. Allerdings gibt es eine Prognose, die mich aufhorchen lässt. 2027 dann soll das EBITDA auf 6,2 bis 6,8 Mrd. Euro klettern, also gleich um eine ganze Mrd. Euro. Der bereinigte Nettogewinn soll dann zwischen 1,9 und 2,4 Mrd. Euro erreichen.

Bis 2031 soll der bereinigte Gewinn je Aktie dann 4,40 Euro erreichen. Für das nun abgelaufene Jahr meldete RWE einen Gewinn von 2,48 Euro je Aktie. Damit klettert der Gewinn im Laufe der kommenden fünf Jahre um 77 %, wenn die Erwartungen stimmen. Das wäre schlicht brillant.

Dafür möchte RWE die Stromerzeugungskapazitäten erweitern. Die Welt braucht mehr Strom, das wissen wir nicht nur der Wärmewende wegen (E-Fahrzeuge und Wärmepumpen sind die Schlagworte), sondern auch mit Blick auf den ungeheuren Energiebedarf bei der KI-Entwicklung. Die Kapazitäten sollen um 25 Gigawatt erweitert werden, um bis 2031 65 Gigawatt zu erreichen. Das wären rund 62 % mehr. Ich weiß nicht, wie Sie dies alles einschätzen. Aber „langweilig“ ist das Unternehmen RWE allen Gerüchten und Werturteilen zum Trotz sicher nicht.

RWE Aktie: Sicher nicht langweilig – WKN: 703712 – ISIN: DE0007037129