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Deutsche Post: Solide durch erste Corona-Quartal

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Für die Deutsche Post ist die Corona-Krise Fluch und Segen zugleich. Das hat sich nun auch bei der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal bestätigt.

Auf der einen Seite boomt der Online-Versandhandel. Die Paketsparte DHL hat alle Hände voll zu tun, der Paketversand floriert wie sonst nur in der Vorweihnachtszeit. Besser könnte es kaum laufen für die Deutsche Post. Da nahezu alle Geschäfte über Wochen hinweg geschlossen waren, wurden etliche Einkäufe per Klick getätigt, mehr als in normalen Zeiten – und einige bislang wenig internetaffine Geschäfte haben zusätzlich Online-Shops neu eröffnet, um trotz der Geschäftsschließung vor Ort ein wenig Umsatz zu generieren.

Briefversand und Frachtverkehr deutlich rückläufig

Doch die Kehrseite der Medaille ist, dass auf der anderen Seite der Briefversand deutlich eingebrochen ist. Geschäftsbriefe werden weniger, Behördengänge werden verschoben auf die Zeit nach Corona und vor allem Info- und Werbebriefe fallen weg, da viele Geschäfte sich diese Form der Extrawerbung in Zeiten der existenzbedrohenden finanziellen Engpässe kaum leisten können oder wollen.

Erschwerend kommt hinzu, dass auch der weltweite Warenhandel durch die Corona-Pandemie stark eingeschränkt ist. Gerade im internationalen Frachtverkehr ist der Bonner Logistikriese normalerweise stark vertreten. Doch bereits im Januar brach ein Großteil des Handels mit China zusammen, als in der Volksrepublik das Coronavirus als erstes wütete und die Flugbewegungen von und nach China immer stärker eingeschränkt wurden.

Der Effekt weitete sich bekanntlich aus, bis der internationale Warenhandel in vielen Bereichen zum Erliegen kam. Etliche Wirtschaftsforscher prognostizieren mittelfristig eine Deglobalisierung als Folgeeffekt der Pandemie: Um die eigene Wirtschaft weniger abhängig zu machen von Zulieferern oder Spezialisten aus Fernost oder Übersee, könnte eine stärker regional ausgerichtete Lieferkettenstruktur nach der Krise wieder verstärkt Einzug halten.

Deutsche Post Aktie steigt: Anleger und Analysten positiv überrascht

Für die Deutsche Post wäre das nicht weiter tragisch: Auch innerhalb Europas besteht ein starker Bedarf, Fracht von A nach B zu transportieren. Die Q1 Zahlen legen jedenfalls nahe, dass der Konzern die Krise bislang deutlich besser meistert als viele andere Dax-Unternehmen, auch wenn der deutsche Hauptkrisenmonat April mit dieser Quartalsbilanz noch nicht abgedeckt ist.

Der Umsatz konnte im ersten Quartal überraschend gesteigert werden. Die Erlöse legten auf 15,5 Milliarden Euro zu und lagen damit etwa 1 Prozent höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Allerdings ging das operative Ergebnis um fast die Hälfte zurück auf 592 Millionen Euro. Unterm Strich standen 301 Millionen Euro – das sind 60 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Analysten wie Anleger reagierten positiv auf das Zahlenwerk. Die Deutsche Post Aktie beendete den Parketthandel am Dienstag mit einem Plus von rund 3 Prozent bei einem Stand von 27,60 Euro.