Dt. Telekom Aktie: Jahresprognose angehoben

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Das einstige Sorgenkind hat sich zum stabilen Gewinnbringer gemausert: Die Deutsche Telekom hat es vor allem der Tochter T-Mobile US zu verdanken, dass die Bilanz für das abgelaufene zweite Quartal erneut stark ausfällt.

Sogar die Gewinnprognose für das Gesamtjahr konnten die Bonner um 100 Millionen Euro anheben auf nun 23,4 Milliarden Euro. 2017 hatte der Dax-Konzern noch 22,2 Milliarden Euro Gewinn erzielt.

T-Mobile US: nicht mehr wegzudenken

Vorbei sind die Zeiten, als T-Mobile US vor allem als Bremsklotz wahrgenommen wurde und man es eilig hatte, die ungeliebte Tochter loszuwerden. Ein geplanter Verkauf scheiterte jedoch, und so ging die Telekom zum Angriff über: Mit John Legere trat 2012 ein neuer Chef an die Spitze der Sparte und sorgte für reichlich neuen Wind. Die Konzernzentrale ließ ihm weitgehend freie Hand – und wurde mit seinen Erfolgen dafür belohnt.

Die aggressive Werbestrategie hat sich ausgezahlt, seit Jahren wächst die US-Mobilfunktochter und plant nun sogar, den Konkurrenten Sprint zu übernehmen. Ganz billig wird das nicht, der Zusammenschluss soll 26 Milliarden Dollar kosten. Doch von der Fusion erhofft man sich in Bonn weitere Wachstumsimpulse.

Belastende Währungseffekte schmälern Q2-Bilanz

Die starke Abhängigkeit vom Erfolg der US-Tochter hat jedoch auch ihre Schattenseiten, wie sich auch in den aktuellen Quartalszahlen wieder zeigt: Währungseffekte belasten die Bilanz. Starker Euro, schwacher Dollar – unterm Strich beläuft sich der Wechselkurseffekt auf rund 10 Prozent.

So ging der Gesamtumsatz im Zeitraum von April bis Ende Juni im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,8 Prozent zurück auf 18,4 Milliarden Euro – ohne die Währungseffekte wäre er hingegen um 1,3 Prozent gestiegen. Das bereinigte Ergebnis (Ebitda) sank leicht um 0,3 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro, konnte damit aber die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten noch übertreffen.

Während das Brot-und-Butter-Geschäft mit Mobilfunk, Fernsehen, Festnetz- und Internetanschlüssen gut läuft, bereitet die Sparte T-Systems den Bonnern weiterhin Sorgen. Hier ist für die kommenden Monate eine grundlegende Neuausrichtung geplant, um profitabler zu werden und neues Wachstum zu generieren. Allerdings geht der Umbau einher mit unpopulären Maßnahmen wie dem Abbau einiger tausend Arbeitsplätze, die zum Teil noch bis Ende des Jahres wegfallen sollen.

Telekom Aktie auf Richtungssuche

Die Telekom Aktie befindet sich in dieser Gemengelage derzeit auf Richtungssuche. Mit gut 14 Euro bewegte sie sich zuletzt unterhalb des Niveaus vom Vorjahresstichtag, hat in den vergangenen zwei Monaten jedoch wieder etwas zugelegt.

Analysten sehen mehrheitlich deutliches Kurspotenzial und raten nach der Q2-Bilanz zum Kauf der Telekom Aktie. Die Kurszielspanne bewegt sich dabei in einem Rahmen von 16 Euro (S&P Capital) bis 19,50 Euro (Société Générale). Im Schnitt sehen die Analysten das Kursziel derzeit bei etwa 17 Euro, was einem Kursaufschlag um rund 20 Prozent entsprechen würde.