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Dax 30: DAX: 4 Gründe für eine Mega-Korrektur

An den Aktienmärkten wird derzeit richtig viel Luft abgelassen. Innerhalb kurzer Zeit sind die Börsen nach unten gerauscht. Nur mit Mühe und Not konnte der Deutsche Aktienindex DAX im Xetra-Handel am Donnerstag die Marke von 13.000 Punkten verteidigen. Auch an der Wallstreet haben die Kurse in den letzten Tagen auf breiter Front nachgegeben. Es ist der erste größere Rücksetzer seit Monaten. Derzeit verdichten sich die Anzeichen, dass der Bullenmarkt nach der jahrelangen Hausse zu Ende geht. Anleger sollten sich auf eine scharfe Korrektur einstellen.

13.597 Punkte. Das ist der Rekord des Deutschen Aktienindex. Erreicht am 23. Januar 2018. Vor genau acht Handelstagen. Was aussah wie ein erneuter Ausbruch aus der monatelangen Seitwärtsbewegung, entpuppte sich als böse Bullenfalle. Erwischt wurden viele auf dem falschen Fuß, die mit einer Fortsetzung der Rallye gerechnet hatten. Seitdem geht es in Schüben Richtung Süden. Kleine Erholungen werden immer wieder zum Abverkauf genutzt. Der Markt ist angeschlagen. Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen. Hier die vier Wichtigsten:

1. Aufgeblähte Börsen und hohe Bewertungen

Die Bewertungen vieler Aktien haben mittlerweile sportliche Niveaus erreicht. In den USA liegt das durchschnittliche KGV für 2018 bei 18. Sicherlich ist derzeit die Gewinndynamik ebenfalls sehr hoch. Dennoch ist auf dem Niveau kaum noch Luft nach oben. In Deutschland liegt das KGV bei 14. Allerdings ist das Gewinnwachstum auch nicht so hoch wie in den USA. Von daher ergibt sich auch für den deutschen Markt ein ähnliches Bild. Selbst die zusätzlichen Effekte durch die US-Steuerreform sind mittlerweile in den Kursen enthalten.

Die Börsen befinden sich im zehnten Jahr des Aufschwungs. So lang wie selten zuvor in der Geschichte. In den USA haben die Indizes, allen voran der Dow Jones, eine charttechnische Fahnenstange ausgebildet. Ein Zeichen von Übertreibung. Und ein klares Signal, dass eine scharfe Korrektur bevorsteht. In Deutschland hat sich der DAX in den letzten Monaten immer schwerer getan, neue Hochs zu erklimmen. Trotz Rekorde an der Wallstreet. Ein Zeichen, dass immer weniger Teilnehmer daran glauben, dass es weiter bergauf geht.

2. Steigende Zinsen

Die Zinsen sind sicherlich der entscheidende Faktor für eine bevorstehende Korrektur oder gar einen Börsencrash. Die Zinsen in den USA sind bereits deutlich gestiegen. Die Rendit für 10-jährige US-Staatsanleihen liegt bei 2,72 Prozent. Über der durchschnittlichen Dividendenrendite amerikanischer Aktien. Noch im Oktober lag die Rendite bei gut zwei Prozent. Auch in Deutschland ziehen die Zinsen an. Leiht sich der Bund für 10 Jahre Geld, kostet das mittlerweile 0,7 Prozent.

Noch im Sommer letzten Jahres waren es 0,25 Prozent. Erstmals seit Jahren muss der Bund Zinsen zahlen, wenn er sich für fünf Jahre Geld borgt. Rund um den Globus steigen die Zinsen. Ein Trend, der sich fortsetzen wird. Steigende Zinsen sind ab einem gewissen Niveau immer Gift für die Börse. Ein der ältesten Regeln.

3. Inflation

Die Wirtschaft brummt, und das ist auch gut so. Der unangenehme Nebeneffekt ist, dass die Inflation steigt. Besonders offensichtlich ist dies in den USA. Die Amerikaner sind in vielen Dingen den Europäern um mindestens ein Jahr voraus. Bei ihrer letzten Sitzung am Mittwoch hat Fed-Chefin Janet Yellen noch einmal den zunehmenden Inflationsdruck hervorgehoben.

Aktien

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Der nicht nur in den USA, sondern auch im Rest der Welt zunehmen wird. Das wird die Notenbanken wiederum zwingen, die Zinsen anzuheben. Außerdem war es in der Geschichte immer so, dass nach einer Phase der extrem lockeren Geldpolitik die Inflation immer kräftig gestiegen ist. Und das dürfte sich auch diesmal nicht ändern.

4. Währungskrieg

In den USA findet derzeit ein Strukturbruch statt. Amerika lässt die eigene Währung fallen. Um damit Ungleichgewichte im Handel mit anderen Ländern auszugleichen und um die eigene Wirtschaft zu befeuern. Bislang hat sich das noch niemand getraut. Die Auswirkungen sehen wir deutlich. Der Dollar fällt auf den tiefsten Stand seit drei Jahren. Ein Ende ist nicht in Sicht. Auch mit anderen Ländern legt sich Amerika an. Beispielsweise mit China.

Peking reagiert aber und denkt darüber nach, den Ankauf von amerikanischen Staatsanleihen runterzufahren, oder gar einzustellen. Eine gefährliche Spirale, die ein enormes Explosionspotenzial hat. Seit einiger Zeit brodelt es hinter den Kulissen der Börsen gewaltig. Überdeckt wurden die Probleme vom Konjunkturboom. Doch langsam ändert sich die Gesamtlage. Ein gefährlicher Cocktail für die aufgeblähten Aktienmärkte.

 

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Über den Autor
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Thomas Schwarzer

Thomas Schwarzer ist ein Wirtschafts- und Börsenexperte mit ausgeprägter Erfahrung im Wirtschafts- und Börsenjournalismus.

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