Silberbarren mit nur 7% Mehrwertsteuer
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Silber als Geldanlage
vom 6. Oktober 2009, 20:00 Uhr
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heute wollen wir nun endlich fast zum Ende der Daily-Reihe zum Thema Silber kommen. Sie erinnern sich: in der letzten Woche hatten wir uns aufgrund einer Leseranfrage noch einmal ausführlich mit der Mehrwertsteuer auf Silber in Europa beschäftigt.
Zusammenfassend: auf Silber wird in jedem europäischen Land eine Mehrwertsteuer fällig. In Deutschland beträgt diese 19% auf Barren und 7% auf Anlagemünzen. In Österreich beträgt die Mehrwertsteuer 20% und in der Schweiz 7,6% (Achtung: ab dem kommenden Jahr wird in der Schweiz die Mehrwertsteuer auf 8% angehoben).
Folglich, ist der Kauf von Anlagemünzen in Deutschland, zumindest was die darauf erhobene Umsatzsteuer angeht, noch am günstigsten. Bevor wir auf Silberbarren, welche in Deutschland nur mit 7% Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) belegt werden, zu sprechen kommen, möchte ich zunächst einen kurzen Exzerpt über die grundsätzlichen Merkmale von Anlagemünzen anbringen:
Was sind Anlagemünzen?
Verwechseln Sie Anlagemünzen bitte nie mit den bekannten Gedenkmünzen, die weltweit in großer Zahl geprägt werden. Seit Silbermünzen nicht mehr im Umlauf befindlich sind, werden Jahr um Jahr neue Gedenkmünzen geprägt. Allein in Deutschland kommt jedes Jahr ein neuer Satz Gedenkmünzen heraus - sehr beliebt sind zum Beispiel die 10-Euro-Gedenkmünzen.
Was es bei Gedenkmünzen zu beachten gilt:
Der Wert einer Gedenkmünze unterliegt in erster Linie der Auflage. Werden diese Gedenkmünzen in hoher Auflage geprägt, dann ist der Wert der Münzen verhältnismäßig geringer und entspricht bisweilen auch nur dem Nominalwert. Dies aus zwei Gründen:
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Gedenkmünzen, weisen zumeist ein niedrigeres Gewicht auf, unterhalb einer Feinunze (31,1 Gramm); die 10-Euro-Gedenkmünzen weisen beispielsweise nur ein Gewicht von 18 Gramm auf
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Gedenkmünzen weisen meist einen geringeren Edelmetallgehalt auf; die 10-Euro-Gedenkmünzen weisen beispielsweise einen Feingehalt von 925/1000 Sterlingsilber auf; damit enthält eine 10-Euro-Gedenkmünze effektiv nur rund 16,65 Gramm Silber
Wenn Sie solch eine Münze zum Nominalwert bekommen, könnte das noch ganz interessant sein: Sie würden im vorliegenden Fall 10 Euro Papiergeld gegen 10 Euro Hartgeld tauschen und sind überdies im Besitz von einer halben Unze Silber. Sollte der Preis für die Gedenkmünze allerdings weit über dem Nominalwert liegen, heißt es aufpassen. Solche Münzen können zwar je nach Alter und Auflage unter Sammlern einen deutlich höheren Wert als den Nominal- oder Materialwert erreichen doch eine Garantie gibt es nicht - und die Münze muss in einem perfekten Zustand bleiben. Denn schon leichte Kratzer können den Sammlerwert stark minimieren.
Im Gegensatz dazu Anlagemünzen:
Anlagemünzen werden meist in sehr hohen Stückzahlen geprägt. Dies ist allerdings irrelevant, da sich der Wert der Münze ausschließlich aus dem Materialwert ergibt. Zwar weisen auch Anlagemünzen einen Nennwert auf, doch auch dieser Aspekt ist eigentlich irrelevant, da der Nennwert lediglich als Referenz dafür dient, das es sich hierbei um eine offizielle Münze handelt. Denn der Wert der Münze, der sich aus dem Materialwert ergibt liegt deutlich über dem Nennwert. Der Preis für eine Silberanlagemünze setzt sich also aus dem Silberwert, plus Zusatzkosten (für die Prägung usw.) zusammen.
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Anlagemünzen weisen ein bestimmtes Gewicht auf; zumeist von 1-5 Unzen, aber auch im Kilogramm-Bereich; eine bekannte Silber-Anlagemünze ist der American Eagle (Silver-Eagle) beispielsweise mit einem Gewicht von 1 Unze (31,1 Gramm)
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Anlagemünzen weisen darüber hinaus den höchstmöglichen Edelmetallgehalt auf; im vorliegenden Falle: der Silver-Eagle weist einen Feingehalt von 999,3/1000 auf.
Wenn Sie also einen amerikanischen Silver-Eagle, ein kanadisches Silver Maple Leaf, eine chinesische Silber-Panda-Münze oder eine australische Silber-Koala-Münze kaufen, dann kaufen Sie tatsächlich 1 Unze physisches Feinsilber auf dass Sie in Deutschland nur 7% Mehrwertsteuer abführen müssen. Solche Anlagemünzen gibt es - wie gesagt - in unterschiedlichen Gewichten. Australien beispielsweise prägt 1 Kilogramm schwere Koala und Kookaburra-Silbermünzen. Das ist ja schon ganz toll, doch es besteht überdies die Möglichkeit einen Silberbarren zu kaufen, der nur mit 7% Mehrwertsteuer belegt ist (anstelle von 19%)! Sie haben es mittlerweile mit Sicherheit schon erraten: es handelt sich hierbei um einen Münzbarren!
Worin der Vorteil dieses Münzbarrens gegenüber Anlagemünzen mit dem gleichen Gewicht besteht, wollen wir im 2.Teil evaluieren.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Alexander (27.03. 2011 21:23 Uhr):
nachdem ich Ihren Beitrag nun dreimal gelesen habe, tut sich immer noch folgender Widerspruch auf: Einerseits sagen Sie, dass Silberbarren mit 19 % und im anderen Absatz mit 7 % besteuert werden. Was ist denn nun richtig?
Antworten- Antwort von Harald (05.03. 2012 09:45 Uhr):
Bei einem Münzbarren handelt es sich in der Regel um einen ganz normalen Barren aus Feinsilber, auf dem eine Münze aufgeprägt ist. Dadurch wird er bei einer offiziellen Prägung zu einem gesetzlichen Zahlungsmittel, auch wenn der aufgedruckte Nennwert natürlich auch hier deutlich unter dem echten Edelmetallwert des Silbers liegt. Nun fragt man sich natürlich, warum denn überhaupt Münzbarren hergestellt werden, wenn es eigentlich ein ganz normaler Silberbarren ist. --> wegen der Umsatzsteuer von 7% auf Münzen.
- Antwort von Harald (05.03. 2012 09:45 Uhr):