Intermarketanalyse JPY - AUD und Dow Jones

Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Australische Dollar
vom


Das Zusammenspiel von Märkten, auch solcher, die nicht auf den ersten Blick miteinander verbunden sind, stellt das große Feld der Korrelationsanalyse dar. Keine Angst vor dem mathematischen Begriff, aber es ist immer wieder erstaunlich festzustellen, wie facettenreich die Märkte miteinander durch Devisen-, Zins und Rohstoffströme in Verbindung treten. Dabei liefern sie dem Investor wertvolle Hinweise für chancenreiche Trades. Manche Korrelationsmuster funktionieren über viele Jahre hinweg und Händler können sich darauf einrichten. Beispielsweise können Sie den Kauf einer Aktie aus dem Dow Jones in Gold umrechnen, um festzustellen, ob der Goldpreis historisch niedrig oder überwertet ist. Oder Sie bestimmen, wie viel Öl Sie für eine Unze Gold bekommen oder um wie viel der Dow Jones steigt, wenn der US-Dollar fällt, weil sich ein fallender Dollar positiv auf Exportwerte auswirkt. Dabei kommt der Interaktion zwischen Rohstoff- und Aktienmärkten, wie Sie gleich sehen werden, eine besondere Rolle zu.


Heute möchte ich Ihnen eine Korrelation zeigen, die selten in den Medien abgehandelt wird. Sie erzählt eine spannende Geschichte über Kapital- und Güterströme zwischen Australien und China, die leicht am Währungspaar JPY/AUD abzulesen ist.

 

Die Japanischer-Yen/Austral.-Dollar-US-Aktien-Korrelation    

China ist der größte Kunde australischer Minengesellschaften, das wird uns allen über die Medien immer wieder vermittelt. Der Rohstoffhunger dieser Volkswirtschaft steigt stetig. China wächst jedes Jahr zwischen 8 und 10 Prozent und wird noch viele Jahre brauchen, bis Minengesellschaften im eigenen Lande hocheffizient die benötigten Rohstoffe bereitstellen können. Also kaufen die Chinesen, was sie zu vernünftigen Preisen bekommen können, auf dem Weltmarkt ein - ganze Minengesellschaften, Minenbeteiligungen oder ihren täglichen Bedarf; zum Beispiel Kupfer in Chile oder Kohle und Erze in Australien. Zu diesem Zweck werden auch schon mal schlechte Konjunkturstatistiken veröffentlicht, nur um der Wirtschaft eine Abkühlung zu verordnen und um billiger an die Rohstoffe heranzukommen, aber das ist ein offenes Geheimnis unter Rohstoffhändlern. In dieser Woche nun konnte beobachtet werden, wie Devisenhändler den Japanischen Yen, der als sicherer Hafen gilt, gekauft und mit Austral-Dollar bezahlt haben. Händler bezeichnen das als Devisencrossing: Yen long und Aussi short.

Zum zweiten Teil von: Asiatische Börsen schwach, aber nicht wegen Europas Wahldesaster

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