Nach fulminantem Auftaktquartal: Dax gönnt sich Verschnaufpause

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Zum Jahresauftakt 2024 kannte der Dax nur eine Richtung: Im ersten Quartal sprintete der Leitindex von einem Rekord zum nächsten und übersprang erstmals in seiner Geschichte die Marke von 18.000 Zählern. Unter den 40 Einzelwerten, die im Dax gelistet sind, schlossen fast drei Viertel das Auftaktquartal mit Kursgewinnen ab. Lediglich 11 Werte landeten in der Verlustzone.

Diese Dax-Titel gerieten in Q1 unter die Räder …

Ein vergleichsweise überschaubares Minus mussten etwa Beiersdorf, Qiagen, Covestro oder Vonovia hinnehmen: Ihre Aktienkurse sanken in Q1 um bis zu 4 Prozent. Deutlicher abwärts ging es für Brenntag mit einem Kursverlust von 6,2 Prozent auf Quartalssicht. Zweistellige Verluste fuhren Fresenius, DHL Group und Continental ein, deren Aktien zwischen knapp 11 und gut 13 Prozent an Wert verloren.

Einen echten Tiefflug erwischten dagegen die drei Schlusslichter: Die Bayer Aktie, die Ende 2023 schon mit einem rekordverdächtigen Tagesverlust für Schlagzeilen gesorgt hatte, rauschte um weitere 15,5 Prozent in die Tiefe. Bei Infineon ging es um satte 16,6 Prozent bergab. Die rote Laterne ging im ersten Quartal an RWE: Der Energiekonzern büßte fast ein Viertel seines Börsenwerts ein und rutschte um 23,6 Prozent ins Minus.

… und diese konnten kräftig abheben

Demgegenüber verzeichneten mit 19 Einzelwerten fast die Hälfte der Dax-Konzerne zweistellige Zuwachsraten. Spitzenreiter war erneut Rheinmetall, dessen Aktienkurs mit einem Quartalsplus von gut 81 Prozent alles in den Schatten stellte. Der Rüstungskonzern profitierte einmal mehr von der unsicheren Weltlage und dem Kriegsgeschehen in der Ukraine sowie im Nahen Osten, die mittelbar auch zu einer Stärkung der NATO und einer Aufrüstung westlicher und insbesondere europäischer Staaten führen.

Platz zwei fuhr Siemens Energy ein mit einem ebenfalls beachtlichen Kursaufschlag von fast 42 Prozent – dicht gefolgt vom Drittplatzierten, Daimler Truck, dessen Aktien es auf ein Plus von 38 Prozent brachten.

Rücksetzer im April – historisch betrachtet keine Seltenheit nach starkem Q1

Insgesamt brachte es der Dax in den ersten drei Monaten des Jahres auf ein Plus von 10,4 Prozent und damit auf den sechstbesten Jahresauftakt in seiner Geschichte. Am Ende stand ein Kurs von 18.492 Zählern vor dem verlängerten Osterwochenende, das zugleich den Monats- und Quartalswechsel markierte.

Dass der Leitindex seitdem ein Stück zurückgefallen ist und am frühen Mittwochnachmittag bei rund 17.860 Punkten notierte, ist vor diesem Hintergrund kein Drama. Ganz im Gegenteil: Zwar gilt der April üblicherweise als einer der stärksten Monate an der Frankfurter Börse. Doch wenn das Auftaktquartal derart stark gelaufen ist wie in diesem Jahr, setzt im April häufig eine Verschnaufpause mit Kurskorrekturen ein – so offenbar auch diesmal.

Kein Grund zur Sorge also für Dax-Anleger. Auch kurzfristige Gewinnmitnahmen prägen das Bild. Doch die in den USA bereits angelaufene und in Deutschland bald bevorstehende Berichtsaison könnte wieder neuen Schwung bringen und Kaufimpulse setzen. Einer positiven Q2-Bilanz für Deutschlands Leitindex steht somit aus heutiger Sicht trotz der jüngsten Rücksetzer erst einmal nichts im Wege.