BVB Aktie schwächelt vor Bundesliga-Auftakt

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An diesem Wochenende startet die neue Saison der 1. Fußball-Bundesliga der Herren. Es ist die insgesamt 61. Spielzeit, die am Abend eröffnet wird durch die Auswärtspartie des Rekordmeisters Bayern München bei Werder Bremen.

Bayern holt Harry Kane – und zahlt Rekordablöse

Erst vor wenigen Tagen sorgten die Bayern mit einem Mega-Transfer für Schlagzeilen: Kurz vor Beginn der Saison gelang es den Münchenern, die Sturmlegende der englischen Nationalmannschaft Harry Kane zu verpflichten. Für die Übernahme sollen die Bayern einen dreistelligen Millionenbetrag an Kanes bisherigen Club Tottenham Hotspur.

Mit der Ablösesumme von 100 Millionen Euro beschreitet der FC Bayern neues Terrain: Es ist der bisher teuerste Transfer in der Geschichte der deutschen Bundesliga. Der Vertrag mit dem Rekordtorschützen der englischen Nationalmannschaft läuft für 4 Jahre.

Dem Rest der Liga überlegen

Der internationale Superstar soll der Liga neue Strahlkraft verleihen – doch aus Sicht von Fans und vielen anderen Clubs hat der Neuzugang, beziehungsweise dessen Rahmenbedingungen, ein Geschmäckle.

Die wenigsten Vereine in Deutschland sind imstande, auch nur ansatzweise so hohe Ablösesummen oder Spielergehälter zu zahlen wie Bayern München. Der Rekordmeister ist längst abgekoppelt vom restlichen Ligabetrieb, er ist den meisten Clubs finanziell wie sportlich um Längen überlegen. Das macht die Meisterschaft aus Sicht vieler Fans relativ uninteressant, auch wenn sich die Bayern in der vergangenen Saison erst am letzten Spieltag zum erneuten Titelgewinn zittern konnten. In der Vergangenheit stand ihre Meisterschaft oft schon mehrere Wochen im Voraus fest, an diese Erfolge will man mit Kane und Co. nun anknüpfen.

Saudi-Arabien lockt mit astronomischen Gehältern

Zugleich geht die Diskussion um die Vermarktungsrechte weiter – und im Nahen Osten wird mit Hilfe staatlicher Milliarden ein ganz neuer Ligabetrieb etabliert, der zuletzt ebenfalls für Schlagzeilen sorgte. Anstatt bei kleinen Traditionsclubs lassen viele Spieler ihre Karriere im höheren Alter inzwischen dort ausklingen, wo die Kasse klingelt.

In China etwa – oder neuerdings in Saudi-Arabien. Seit der Weltmeisterschaft in Katar im vergangenen Winter ist in den Wüstenstaaten der arabischen Halbinsel das Fußballfieber ausgebrochen. Oder man hat erkannt, welche Gelddruckmaschine die Fußball-Vermarktung sein kann, wenn sie nur mit einigen großen Namen einhergeht.

Zahlreiche Top-Stars wechseln in die Wüste

Nach Portugals Starspieler Cristiano Ronaldo hatte zuletzt auch Brasiliens Hoffnungsträger Neymar seinen Wechsel zu einem der saudischen Top-Clubs bekanntgegeben. Die vier wichtigsten Vereine der saudischen Liga, die bereits in der vergangenen Woche begonnen hat, gehören zu 75 Prozent dem saudischen Staatsfonds. Ihre finanziellen Mittel sind praktisch unbegrenzt, sodass die jeweiligen Kader wohl schon bald auf internationalem Top-Niveau mitspielen dürften.

Die extrem hohen Gehälter, die den Profis in Saudi-Arabien angeboten werden, verfehlen ihre Sogwirkung nicht. Trotz lauter Kritik von heimischen Fans sind in den vergangenen Monaten zahlreiche Stars aus europäischen Traditionsligen nach Saudi-Arabien gewechselt. Sie kommen aus der Bundesliga, aus der britischen Premier League, aus italienischen, spanischen und französischen Clubs – und gehören zum Teil noch längst nicht zum „alten Eisen“.

Klopp sieht wenig Chancen gegen saudischen Kaufrausch

Trainerlegende Jürgen Klopp, derzeit beim FC Liverpool als Cheftrainer verantwortlich, sind allein in diesem Sommer 3 seiner Spieler abhandengekommen: Jordan Henderson, Roberto Firmino und Fabinho wechseln in die Wüste. Klopp warnte in einem TV-Interview, dass europäische Vereine dem saudischen Kaufrausch nichts entgegensetzen könnten – die gezahlten Summen sind offenbar derart astronomisch, dass europäische Budgets nicht mithalten können. Von „Financial Fair Play“ kann kaum noch eine Rede sein.

Mittelfristig dürfte die saudische Liga international an Bedeutung gewinnen. Die Aufmerksamkeit soll wohl nicht zuletzt das Image des Staates aufbessern, der international einerseits immer wieder in der Kritik steht – Stichwort Menschenrechte –, andererseits aber seit dem Zerwürfnis mit Russland als Rohstofflieferant gebraucht wird.

Saudi-Arabien – der internationale FC Bayern?

Wird Saudi-Arabien für Europas Top-Clubs damit auf lange Sicht das, was der FC Bayern München für die Bundesliga schon heute ist? Ein mit finanziellen Mitteln aufgeblähter Spielermagnet, der die Konkurrenz leerkauft und sich damit an die Spitze katapultiert? Denkbar ist es.

Während Beobachter fürchten, dass auch die heute beginnende 61. deutsche Meisterschaft eigentlich bereits vor dem ersten Ballkontakt entschieden ist und Bayern im Mai erneut triumphieren wird, dürfte man in Dortmund andere Pläne hegen.

BVB Aktie vor Saisonauftakt leicht im Minus

Der BVB war in der vergangenen Spielzeit der stärkste Herausforderer für die Münchener und hatte bis zuletzt Chancen auf den Titel. An diese Erfolge will man in Dortmund nun anknüpfen. Los geht es vor der schwarzgelben Wand im Abendspiel am Samstag gegen den 1. FC Köln, der als allererster Verein 1962 Deutscher Meister wurde.

Die BVB Aktie zeigt sich vor dem Duell der beiden Traditionsclubs wenig bewegt, auf Wochensicht verlor das Papier gut 1 Prozent. Einen Peak hatte die Aktie kurz vor dem letzten Spieltag der vergangenen Saison erreicht, als die Meisterschale schon zum Greifen nah erschien. Damals näherte sich der Kurs der 6-Euro-Marke an. Zuletzt war die BVB Aktie für 4,36 Euro zu haben – immerhin ein Plus von fast 14 Prozent seit Beginn des Jahres.