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Zinkpreis steigt: Europas Zinkhütten machen dicht

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Sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt. Schon am 10.Oktober schrieb ich Ihnen, dass weiter steigende Zinkpreise vorprogrammiert sind. Da ging dann auch regelrecht die Post ab. Die Energiekrise lässt grüßen.

Im Zinkpreis geht die Post ab

Quelle: kitcometals.com

Aber auch unabhängig von solchen angstgetriebenen, zwischenzeitlichen Spekulationshüpfern ist und bleibt der Zinkpreis auf dem Weg nach oben.

Zinkpreis kennt auch langfristig nur den Weg nach oben

Quelle: kitcometals.com

Auch das hatte ich Ihnen ja beim letzten Mal im Oktober schon mitgeteilt. Der weltweite Zinkmarkt befindet sich seit Jahren in einem Angebotsdefizit.

Zinkmarkt: Steigende Nachfrage…

Die International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) ging schon im Vorfeld, also vor den Auswirkungen der Energiekrise, von einem deutlichen Anstieg der globalen Zink-Nachfrage in 2021 aus. Für das 1.Halbjahr 21 bestätigt die ILZSG bereits ein Wachstum von 8,3% gegenüber dem allerdings Corona-bedingten schwächeren Vorjahr 2020.

Einer der wichtigsten Antriebsfaktoren für die Zinknachfrage ist die Galvanisierung von Stahl in China.  Galvanisierter Stahl findet unter anderem im Transportsektor Verwendung. In China wächst absolut betrachtet die Zahl der Automobile weiterhin sehr stark und der Nah- und Schienenverkehr wird ebenfalls großflächig ausgebaut. In den Zügen wird viel rostresistenter Stahl benötigt, um eine möglichst lange Lebensdauer zu erreichen.

Für Indien gilt sowohl in Bezug auf den Automarkt, als auch auf den Ausbau des Schienennetzes das Gleiche.

Der zweite große Nachfragesektor für Zink ist der Infrastruktursektor. Angesichts der zahlreichen Infrastrukturprogramme, die weltweit zur Eindämmung der ökonomischen Auswirkungen der Corona-Krise ins Leben gerufen werden, ist auch weiterhin mit einer steigenden Zinknachfrage zu rechnen.

…und Angebotsprobleme führen zu massivem Defizit

Neu haben die Analysten der Investmentbank JP Morgan ihre Erwartungen für den globalen Zinkmarkt veröffentlicht. Diese gehen nun von einem Marktdefizit in Höhe von 50.000 Tonnen in diesem Jahr und 34.000 Tonnen in 2022 aus.

Die Beratungsfirma CRU erwartet sogar Ausfälle von mindestens 40.000 Tonnen außerhalb Chinas allein im 4.Quartal dieses Jahres.

Dabei ist die Energiekrise noch längst nicht beendet.

Erst vorletzte Woche gab der Rohstoffriese Glencore bekannt seine italienische Zinkhütte mit einer Kapazität von 100.000 Tonnen pro Jahr bis auf Weiteres auf Wartungsbetrieb setzen zu müssen. Grund: die hohen Energiepreise.

Der gleiche Grund führte bereits zur Schließung der bulgarischen Plovdiv Zinkhütte. Und Nyrstar schraubt aus dem gleichen Grund bereits seine gesamte europäische Zinkhüttenproduktion um 50% nach unten.

Europäische Zinkhütten nutzen überwiegend das im höchsten Maße energieintensive Elektrolyseverfahren. Aufgrund der hohen Energiekosten sprangen die Schmelzkosten zuletzt um 900 US-Dollar pro Tonne nach oben.

Ich hatte es Ihnen schon im Oktober geschrieben: Die Energiekrise wird uns alle noch teurer zu stehen kommen.

Fazit: Zinkpreise bleiben im Aufwärtstrend

Es bleibt dabei: Zink wird sich weiter verteuern. Das Angebotsdefizit im Markt ist da, wird sich ausweiten und ist noch längst nicht eingepreist. In China sind überdies die Zinklager auf historisch tiefen Levels und die Energiekrise verschärft die Lage am Zinkmarkt zusehends. Zink bleibt definitiv eines meiner Lieblingsmetalle.