Uran-Markt bleibt angespannt

Uran-Markt bleibt angespannt
Pixabay.com © geralt CCO Public Domain
Inhaltsverzeichnis

Von vielen unbemerkt hat der Uranpreis in den letzten Monaten ordentlich angezogen. Um fast 50 % hat sich der Energierohstoff verteuert seit April. Dafür gibt es gute Gründe:

Uranpreis hat fast 50 % zugelegt

Quelle: tradingeconomics.com

Uran ist nicht wie andere Rohstoffe: Das gelbe Metall wird in erster Linie für die Stromerzeugung verwendet, die meist von staatlich unterstützten Versorgungsunternehmen durchgeführt wird, bei denen das Konkursrisiko sehr gering ist. Hinzu kommt, dass der tatsächliche Uranpreis nur einen Bruchteil der Stromkosten ausmacht, so dass die Nachfrage relativ unelastisch ist.

Da sich die öffentliche Meinung weltweit (mit wenigen Ausnahmen) für die Kernenergie und ihre klimaneutralen Eigenschaften erwärmt, dürfte die Nachfrage in den nächsten Jahrzehnten erheblich steigen. Auf der Angebotsseite sieht es zudem auch nicht rosig aus und der Markt befindet sich im Defizit. Ein solches Umfeld muss zwangsläufig zu einem beträchtlichen Anstieg des Uranpreises führen, wovon die Aktien der Bergbauunternehmen noch stärker profitieren werden.

Die global erachteten Vorzüge der Kernenergie 

Die Energiekrise in Europa im Jahr 2022 hat den Bedarf an billiger und zuverlässiger Energie deutlich gemacht. Gleichzeitig versuchen die Industrieländer, die Welt klimaneutraler zu machen, indem sie ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern. Alternativen wie Solar- und Windenergie können jedoch kaum eine allumfassende Lösung darstellen, sind stark standortabhängig und bieten nicht immer konstante Ergebnisse.

Vor allem problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass Photovoltaik- und Windkraftanlagen aufgrund ihrer volatilen Einspeisung nicht grundlastfähig sind. Aber auch Pumpspeicherkraftwerke, Wellenkraftwerke und sogar solarthermische Kraftwerke mit Salzspeicher gelten nur als bedingt grundlastfähig.

Die Kernenergie dagegen gilt als einer der zuverlässigsten Energiequellen und wird für die Grundlastsicherung eingesetzt.

Quelle: Sprott Uranium Miners ETF

Die Speicherung der Energie aus diesen volatilen Quellen ist eine Herausforderung, für die es noch keine wünschenswerte Lösung gibt. Grundlastfähige Quellen sind daher für die Stabilität des Stromnetzes unerlässlich. Bei der Grundlast ist die Kernenergie mit einem Kapazitätsfaktor von über 90 % der klare Gewinner.

Die Nachfrage wächst

Spätestens seit der Energiekrise im letzten Jahr nimmt die Zustimmung der Öffentlichkeit zur Kernenergie immer mehr zu. Jüngste Umfragen ergaben, dass die Unterstützung für die Kernenergie im Jahr 2023 den höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt erreicht hat. Selbst in Japan befürwortet die Mehrheit der Bürger die Wiederinbetriebnahme von Reaktoren. Unterdessen bauen China und Indien Dutzende neuer Reaktoren, um den Energiebedarf ihrer riesigen Bevölkerungen zu decken.

Weltweit werden neue Reaktoren gebaut, bzw. befinden sich diese in Planung. Der Aus-bau der Kernenergie schreitet massiv voran.

Quelle: Sprott Uraniun Miners ETF

Im Uranmarkt herrscht ein Defizit

Angesichts der zunehmenden Unterstützung für die Kernenergie und der Tatsache, dass Dutzende von Reaktoren gebaut werden oder deren Bau geplant ist, ist mit einem Anstieg der Urannachfrage zu rechnen. Hinzu kommt der Sprott Physical Uranium Trust der Pfund um Pfund an Uran aus dem Markt schöpft, was das Defizit im Uranmarkt vergrößert.

Auf der Angebotsseite wurden nach dem Preisverfall nach dem Fukushima-Unfall viele Uran-Minen geschlossen, da es für sie unwirtschaftlich war, zu so niedrigen Preisen zu arbeiten. Infolgedessen herrscht auf dem Uranmarkt ein Defizit, das voraussichtlich noch einige Jahre anhalten wird.

Atomkraft mag umstritten sein, aber ein erheblicher Teil der globalen Energieerzeugung wird in den kommenden Jahren auf diese entfallen. Doch die Angebotssituation bleibt langfristig angespannt, was diesen Markt langfristig umso spannender macht.