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Rohstoffe stemmen sich gegen die US-Rezession

Inhaltsverzeichnis

US-Finanzministerin Janet Yellen ist Pippi Langstrumpf. Die kesse Romanfigur Astrid Lindgrens sang einst: «Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt.» Nach dem gleichen Prinzip geht man derzeit in den USA vor.

Die US-Wirtschaft befindet sich in einer Rezession

So lange ich zurückdenken kann und noch weit darüber hinaus, wird eine Rezession durch einen Konjunkturrückgang in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen bestimmt. Das haben auch die USA bisher nie angezweifelt. Bisher…..Denn jetzt scheint Yellen, Biden, Powell und Co. der (entschuldigen Sie bitte den Ausdruck) Arsch auf Grundeis zu gehen.

Anders ist nicht zu erklären, dass man in den USA, die dort aktuell vorherrschende Rezession einfach nicht anerkennen will.

In den letzten beiden Quartalen ist die US-Wirtschaft um 1,6% und um 0,9% geschrumpft. DAS ist eine Rezession.

…doch die US-Regierung will das einfach nicht wahrhaben

Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte sich US-Notenbank-Chef Jerome Powell noch dafür entschuldigt, die Inflation als «vorübergehend im Umbruch» (transitory) bezeichnet zu haben, obwohl alle Daten längst auf eine steigende Inflation hindeuteten.

Und nun verzapft das Weiße Haus den gleichen Mist für die Definition der Rezession. Da hat man nur wenige Tage vor der Veröffentlichung der BIP-Daten erklärt, dass zwei aufeinanderfolgende Quartale mit einem konjunkturellen Rückgang nicht länger als Rezession gelten.

Und jetzt schwafelt Finanzministerin Janet Yellen, die US-Wirtschaft befinde sich einfach vorübergehend im Umbruch (state of transition).

Ähh…ja. Die US-Inflation liegt bei 9,1 %.  Die Lohnstückkosten in den USA stiegen zuletzt um 12,6%. Damit sind die Lohnstückkosten in den vergangenen 12 Monaten so stark gestiegen wie seit 1982 nicht mehr. Die US-Wirtschaft hat im Juni weniger neue Arbeitsplätze geschaffen als im Vormonat. Insgesamt bleiben die so genannten Non Farm Payrolls damit in den letzten 4 Monaten auf einem nur halb so hohen Niveau, gegenüber dem Vorjahr. Die US-Staatsverschuldung ist auf das höchste Niveau seit jeher gestiegen. Die Regierungsausgaben sind enorm hoch. UND das BIP ist seit zwei Quartalen rückläufig.

Und das alles obschon die USA von der europäischen Energiekrise, aufgrund der Selbstversorgung eigentlich nur tangiert werden sollten.

Die USA befinden sich in einer Rezession. Punkt!

Warum ich Ihnen den gegenwärtig schwächelnden Zustand der US-Wirtschaft ausgerechnet jetzt vorführe?

Aus gutem Grund und zwar aus Folgendem:

VORSICHT: Bärenmarkt-Rallye in US-Aktien

Quelle: stockcharts.com

Betrachten Sie den Chart des breiten US-Aktienindex S&P500. Sie können unschwer erkennen, dass sich da in den letzten Wochen eine Erholung abgezeichnet hat.

Doch ich möchte Sie warnen: Wenn Sie jetzt vorschnell einsteigen, dann erwischt Sie die Bärenmarkt-Rallye auf dem falschen Fuß.

Der S&P500 befindet sich klar in einer Bärenmarkt-Rallye. Das heißt, dass die aktuelle Erholung noch keinen Bestand haben wird. Ab einem bestimmten Level geht es nämlich bald wieder weiter abwärts. Dann spült es die Buchgewinne der Erholung ebenso schnell aus dem Markt.

Mit diesem Index ist bei einem aktuellen Long-Einstieg kein Blumentopf zu gewinnen. Betrachten Sie nur die 200-Tage-Gleitender-Durchschnitt-Linie. Diese weist nach unten. Und der S&P500 notiert deutlich unterhalb der 200-Tage-Linie. Ein ganz klar bärisches Signal. Überdies notiert der RSI schon wieder im deutlich überkauften Bereich. Lange wir die Bärenmarkt-Rallye also nicht mehr laufen, bevor es weiter in den Keller geht.

Rohstoffe sehen besser aus

Dagegen mal das hier:

Quelle: stockcharts.com

Hier sehen Sie den Chartverlauf eines Rohstoff-Index-Fonds (zufällig jener der Deutschen Bank). Der notiert trotz des Rückgangs im Juni nach wie vor deutlich über seiner 200-Tage-Linie. Der übergeordnete Aufwärtstrend ist nach wie vor intakt. Und der RSI zeigt nach der jüngsten Erholungsbewegung noch längst kein überkauftes Szenario an.

Wie verträgt sich das mit der Rezession in den USA?

Nun, zum einen ist Rohstoff nicht gleich Rohstoff. Hier muss man eine gute Auswahl treffen oder einen guten Fonds finden, der das für einen übernimmt. Aber für viele Rohstoffe bestehen derzeit große Probleme auf der Angebotsseite, was, trotz Rezession in den USA, einen engen Markt und damit ein höheres Preisniveau zur Folge hat. Überdies ist der größte Rohstoffverbraucher der Welt nicht mehr die USA, sondern China. Und China beginnt gerade erst mit Konjunkturküssen seine Wirtschaft aus dem Corona-Schlaf zu erwecken. Hinzu kommt natürlich der Konflikt mit Russland, welcher den Markt für bestimmte Rohstoffe durch westliche und russische Sanktionen einschränkt.

Am Ende bleibt mir nur zu sagen: Rohstoffe braucht man immer. Welche US-Firmen die sinnlosen Zinsanhebungen der US-Notenbank und die sich verschärfende Rezession überleben werden, wird man, wie immer, erst am Ende sehen.