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Öl und Gold legen weiter zu

Energie: Erdöl

Die Ölpreise setzten ihre Aufwärtsbewegung in der vergangenen Woche beschleunigt fort. Unterstützend wirken vor allem Erwartungen an ein sinkendes Angebot, aber auch Meldungen aus China, wonach der dortige Ölkonsum stärker als erwartet steigen könnte.

So prognostiziert das Pekinger Energieberatungsunternehmen SIA Energy für China in diesem Jahr einen Anstieg der Rohölimporte in Höhe von 860.000 Barrel pro Tag gegenüber 2015.

Das wäre ein deutlich stärkerer Anstieg, als er im letzten Jahr verzeichnet wurde. In 2015 waren die chinesischen Rohölimporte „nur“ um 540.000 Barrel pro Tag gestiegen. Sollte SIA Energy mit seiner Prognose richtig liegen, dann würde China in diesem Jahr die USA als weltweit größten Rohölimporteur ablösen.

Auf der anderen Seite des Pazifiks berichtete zwar das US-Energieministerium von einem erneuten Anstieg der US-Rohöllagerbestände um 10 Millionen auf ein neues Rekordniveau bei 518 Millionen Barrel.

Doch zeitgleich fiel die US-Rohölproduktion um 25.000 Barrel pro Tag und damit auf das niedrigste Niveau seit November 2014. Der Markt konzentriert sich damit zunehmend auf mittelfristig wirksame Faktoren, während die aktuell noch immer hohen Lagerbestände in den Hintergrund rücken.

Ebenfalls für Preisunterstützung sorgen die fortgesetzten Versuche weitere Ölproduzenten für die Deckelung der Ölproduktion zu gewinnen, wie sie Saudi-Arabien, Russland, Venezuela und Katar vor kurzem gemeinsam beschlossen hatten. Wie der nigerianische Ölminister bekannt gab, soll zu diesem Zweck am 20. März ein Treffen verschiedener OPEC- und Nicht-OPEC-Staaten in St. Petersburg stattfinden.

Brent zur Lieferung im Mai handelt aktuell bei 38,93 US-Dollar pro Barrel an der ICE. WTI zur Lieferung im April notiert aktuell 36,20 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Öl in USD/Barrel in der letzten Woche

Erdöl

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Die zunehmende Fokussierung der Marktteilnehmer auf ein mittelfristig sinkendes Angebot, dürfte den Ölpreisen vorerst weitere Unterstützung bieten.

Edelmetalle: Gold

Der Goldpreis stieg in der vergangenen Woche auf ein 13-Monats-Hoch bei fast 1.280 US-Dollar pro Feinunze. Unterstützung erhielt der Goldpreis dabei unter anderem durch einen schwächeren US-Dollar. Doch auch der Goldpreis in Euro handelte nur noch knapp unter dem Hoch vom Januar 2015.

Der wichtigste Grund für den steigenden Goldpreis ist und bleibt daher das wachsende Absicherungsbedürfnis der Anleger vor alle möglichen Unwägbarkeiten, hervorgerufen durch Nullzinsen und hohe Staatsverschuldungen. Dazu passt auch, dass der Goldpreis in der vergangenen Woche trotz der festeren weltweiten Aktienmärkte gestiegen ist.

Und auch die beständigen Zuflüsse in die globalen Gold-ETFs sprechen die gleiche Sprache. Allein seit Monatsbeginn haben die weltweiten Gold-ETFs Zuflüsse in Höhe von 19 Tonnen verzeichnet. Gold handelt aktuell nach Gewinnmitnahmen bei 1.259,10 US-Dollar pro Feinunze.

Goldpreis in USD/Unze in der letzten Woche

Gold

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Goldpreis dürfte angesichts seiner Funktion zur Absicherung weiterhin gut unterstützt bleiben.

Industriemetalle: Kupfer

Die Industriemetallpreise konnten in der vergangenen Woche spürbar zulegen. Kupfer stieg auf ein 4-Monats-Hoch. Unterstützung erhalten die Preise dabei nicht nur von fundamentaler Seite. Bei Kupfer beispielsweise ist in diesem Jahr mit einer Verknappung des Angebots zu rechnen.

Dazu passen auch neue Meldungen aus Chile, wonach die dortige Kupferproduktion, der chilenischen Statistikbehörde INE zufolge, im Januar bei 453.600 Tonnen auf den niedrigsten Stand seit August 2015 gesunken ist. Ausschlaggebend dafür sind bereits durchgeführte Produktionskürzungen.

Auch chinesische und US-amerikanische Daten konnten die Metallpreise beflügeln. So wies zwar der von Caixin erhobene Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in China einen Rückgang auf ein 5-Monats-Tief bei 48 Punkten aus.

Doch zum einen dürfte dieser Wert durch das chinesische Neujahrsfest verzerrt sein. Und zum anderen erhöhen sich dadurch die Erwartungen an die chinesische Regierung für weitere Konjunkturprogramme.

Aus den USA dagegen gab es überraschend positive Konjunkturdaten. So war der dortige ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe im Februar zwar weiterhin unterhalb von 50 Punkten geblieben, aber immerhin unerwartet auf ein 5-Monats-Hoch gestiegen. Außerdem verzeichneten die Bauausgaben im Januar einen deutlichen Anstieg. Kupfer handelt aktuell bei 2,27 US-Dollar pro Pfund.

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

Kupfer

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Kupferpreis dürfte generell gut unterstützt bleiben, jedoch in dieser Woche zwischenzeitlich eine höhere Volatiilität aufweisen, angesichts der Ergebnisse vom 12.Volkskongress in China mit dem aktuellen 5-Jahres-Plan, der bislang große Infrastrukturausgabe vermissen lässt.

Agrarrohstoffe: Zucker

Auch der Zuckerpreis legte in der vergangenen Woche weiter zu. Grund dafür ist nach wie vor die Erwartung eines deutlich geringeren Angebots auf dem Weltzuckermarkt als zuvor angenommen.

So berichtete der indische Zuckermühleverband ISMA in der letzten Woche, dass von 513 indischen Zuckermühlen bereits mehr als 100 bis Ende Februar die Produktion für das laufende Erntejahr 2015/16 eingestellt haben.

Im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt erst 1 Zuckermühlen gewesen, welche die Produktion bereits eingestellt hatten. Der Grund für den frühen Produktionsstopp ist eine Zuckerrohrverknappung aufgrund der Auswirkungen von El Nino, die zu einer schwächeren Monsun-Saison geführt hatten.

Auch der aktuell etwas stärkere brasilianische Real wirkt unterstützend für den Zuckerpreis. Mit einem stärkeren Real sinkt für die brasilianischen Zuckerexporteure der Anreiz Zucker im Ausland zu verkaufen. Dies dürfte zugleich auch für die brasilianischen Zuckermühlen einen erhöhten Anreiz bedeuten, aus Zuckerrohr verstärkt Ethanol anstelle von Zucker zu produzieren.

Zucker zur Lieferung im Mai handelt aktuell bei 14,79 US-Cent pro Pfund an der ICE.

Zuckerpreis in US-Cent/Pfund in der letzten Woche

Zucker

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Zuckerpreis dürfte weiterhin gut unterstützt bleiben.

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Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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