+++ NEU: Die kostenlosen Online Live Webinare 2022 - Trading, Finanzen, Geldanlage & Vermögen +++

Ölpreisschock heizt Inflation an – Stagflation kommt!

Inhaltsverzeichnis

Seit dem Ausverkauf zum Wochenbeginn können sich die deutschen Börsen wieder etwas erholen. Momentan beflügelt offenbar die Aussicht auf neue Gespräche zwischen Russland und der Ukraine über einen Waffenstillstand, womöglich sogar ein Ende des Krieges.

Börsen hoffen auf baldiges Kriegsende

Allerdings verliefen bisherige Gespräche mit diesem Thema ergebnislos. Ebenso wie die 2019er Gespräche über ein Ende der Kampfhandlungen in der Ukraine. Was ist diesmal anders?

Eine Sache: Russland gehört inzwischen zu den am meisten sanktionierten Ländern der Welt. Einige Analysten prognostizieren schon eine russische Staatspleite. Gut möglich, dass dies Moskau zum Einlenken bewegt. Die Frage ist nur, inwiefern der Westen die Sanktionen lockern oder aufheben will. Russland dürfte dieses Thema auf alle Fälle in den Gesprächen mit auf die Tagesordnung setzen.

US-Importstopp für russisches Öl – Preisschock!

Gestern eskalierte die Lage an den Märkten nochmals, nachdem die USA und Großbritannien einen Importstopp für russisches Öl ankündigten. Beide Länder können sich das übrigens leisten, da sie selbst Öl produzieren und nur niedrige Importquoten (je ca. 7 Prozent) für russisches Öl haben. Solche Mengen sind ersetzbar. Doch selbst dann reagieren die Märkte.

Daraufhin schossen nämlich die Ölnotierungen noch weiter in die Höhe. Allein seit Ende Februar beträgt der Preisanstieg der Sorte Brent nun bereits über +50 %. Was Ölförderländer (wie auch Russland) freuen dürfte, da diese nun noch höhere Einnahmen erzielen. Alle Unternehmen und Verbraucher hingegen leiden unter dem Ölpreisschock.

Ölpreis Brent: Preisexplosion seit Februar!

Chart

Quelle: stockcharts.com/ eigene Darstellung

Der Ölpreisschock ist der Supergau für Aktien

Fallen die Ölpreise nicht sehr zügig auf den Stand von Anfang Dezember zurück, dann wird dieser Ölpreisschock eine schwere Rezession auslösen. Aber warum sollten diese fallen, wenn das russische Ölangebot praktisch über Nacht nicht mehr zur Verfügung steht? Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Weniger Angebot bei gleicher Nachfrage treibt den Preis.

Die Konjunktur in vielen westlichen Staaten lahmte ohnehin schon seit dem vergangenen Herbst, weil die strake Inflation bei den Verbrauchern zur Konsumzurückhaltung und bei den Unternehmen zum Aufschub von Investitionen führte.

Ölpreisschock heizt Inflation an – Stagflation kommt!

Die hohen Ölpreise heizen die Inflation massiv an. Öl steckt ja nicht nur in irgendeiner Form in Produkten. Es ist in Form von Treibstoff Voraussetzung für jeglichen Warentransport.

Ich fürchte daher, die aktuelle Hoffnung der Börse, dass mit einer möglichen Einigung zwischen Russland und der Ukraine ganz schnell alles wieder gut wird, ist sehr naiv. Wir stehen am Beginn einer schweren weltweiten Rezession. Diese wäre sowieso gekommen. Aber der Ukrainekrieg samt Energiepreisschock hat die Entwicklung dramatisch verstärkt und beschleunigt.