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Machen Sie mal Kasse bei Ölaktien

Inhaltsverzeichnis

Aktuell bietet sich Ihnen eine perfekte Gelegenheit für Gewinnmitnahmen in Ölaktien. Warum? Weil der Ölpreis gesunken ist, die Ölaktien aber nicht. Das heißt, sie werden noch nachziehen. Also, machen Sie mal ein bisschen Kasse. Sie haben es sich verdient.

Ja, ist denn die Energiekrise schon wieder vorbei?

Die Rohölpreise wurden in 2022 massiv von Nachfrage- und Angebotssorgen angetrieben, insbesondere nach der russischen Invasion der Ukraine und den weltweiten Sanktionen gegen Russland. Rohöl der Sorte Brent (europäisches Referenzöl) erreichte im März kurz nach der russischen Invasion ein Hoch bei 133 US-Dollar pro Barrel bevor es zum Ende des vergangenen Jahres auf deutlich unter 80 US-Dollar pro Barrel zurücksank.

Das heißt die Ölpreise sind bis März 2022 in nicht einmal 3 Monaten um über 70% nach oben geschossen, nur um dann zwischen 40 bis 50% (US-Sorte WTI) nach unten zu rauschen bis zum Jahresende. Das nenne ich volatil.

Der Grund für den massiven Ölpreiseinbruch ab Mitte des vergangenen Jahres: Die Angst vor der Rezession und Chinas geringerer Verbrauch aufgrund des Dauer-Covid-Lockdowns. Dagegen kommen dann weder Russland-Sanktionen, noch saudische Öl-Peak-Sorgen (in Saudi-Arabien hat man Probleme die Produktion im wichtigsten Ölfeld hochzufahren) an.

Ölpreis in 2022: Außer Spesen nix gewesen

Quelle: www.aktienscreener.de

Bis Mitte des vergangenen Jahres 2022 trieben die Angebotssorgen die Ölpreise nach oben, danach trieben die Nachfragesorgen die Preise in den Keller.

ABER…und um die Frage zu beantworten: Nein, die Energiekrise ist mitnichten vorbei. Doch dazu später.

Rohölaktien tanzen aus der Reihe

Die Entwicklung der Ölpreise ist für jemanden wie mich, der ständig den Markt beobachtet, aber gar nicht so sehr spannend. Denn die Ölpreise tun genau das was sie sollten, sie folgen der fundamentalen Logik. Er gab es Befürchtungen, dass es nicht mehr genug Öl für alle geben würde und dann stellte sich heraus, dass die Welt tatsächlich weniger Öl verbrauchte als angenommen. Folglich stiegen die Ölpreise zunächst, um dann wieder auf Talfahrt zu gehen.

Doch sehen Sie sich nur einmal an, was stattdessen die Kurse der Ölaktien in der Zwischenzeit getrieben haben. Die sind aktuell wirklich spannend, denn sie machen fundamentalen Quatsch:

Rohölaktien: Nach oben geht’s immer? Oder doch eher: Bald nimmer?

Quelle: www.aktienscreener.com

Während die Rohölpreise im Gesamtjahr 2022 knappe Verluste eingefahren haben, liegen die Rohölaktien (hier dargestellt durch die Kursentwicklung des SPDR MSCI World Energy ETF) durchschnittlich mit 50% im Plus auf Jahressicht.

Einzelne Titel wie Chevron oder Exxon Mobil haben sogar Rekordhochs erreicht.

Wer hat nun Recht: die Henne oder das Ei?

Wir sehenseit dem letztem Sommer also eine deutliche Entkopplung zwischen den Rohölpreisen und den Ölaktien. Es stellt sich nun also die Frage: Ist der Optimismus in den Ölaktien gerechtfertigt oder nicht?

Darauf habe ich ganz klare zwei Antworten:

1. Kurzfristig geht die Henne voraus

Es ist eine Tatsache: die Rezession in den USA und Europa ist da und die Ölnachfrage wird dadurch beeinträchtigt. Ich befürchte aber, dass uns China vor der tiefen globalen Rezession nicht so schnell wird retten können, wie es sich so manch ein Ölaktienkäufer erhofft. Die aktuellen Konjunkturdaten aus China sind schwach und die extreme Lockerung in China treibt die Infektions- und Todeszahlen nach oben. Bis hier wieder Normalität einkehrt, dauert es ein paar Monate. Das bedeutet: die Ölaktien sind aktuell zu hoch gepreist und sollten von ihren aktuellen Niveaus korrigieren, so wie es der gute alte Ölpreis bereits vorgemacht hat.

Das ist ihre Chance auf aktuelle Gewinnmitnahmen!

2. Längerfristig gehört die Zukunft dem Ei

So schnell wird die Welt nicht ohne Öl angetrieben und bis es so weit ist, wird Öl immer rarer werden. Schon jetzt sind die cleveren Ölfirmen auf der Hut. Anstatt teurer Investitionen in die Exploration oder den Aus- und Aufbau bestehender Förderstätten, sanieren die Top-Firmen ihre Bilanzen, kaufen Aktien zurück oder das ein oder andere absolut sichere Tortenstück an kleinerer Konkurrenz auf.

Mittelfristig wird die Rezession schließlich wieder überwunden werden und der globale Energiehunger zunehmen, was dann Ölpreis und Ölaktien nach oben treiben wird. Aber langfristig werden die Energiefirmen Innovation beweisen und sich selbst neu erfinden müssen. Interessanterweise sind sie dafür gar nicht mal schlecht gerüstet.

Also, machen Sie demnächst ruhig mal ein bisschen Kasse und sammeln sie die Ölperlen später günstiger wieder ein.