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Der Ölmarkt ist noch lange nicht tot. Bis dahin wird sich Erdöl weiter verteuern.

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Hurrikan Ida schiebt den Ölpreis an. Der hat aber noch weiteres Aufwärtspotenzial zu bieten.

Erdölpreis hat seit April 2020 um 276% zugelegt

 

Quelle: stockcharts.com

Eine gewaltige Erholungsrallye hat der Ölpreis seit dem Corona-Tief vom April 2020 hinter sich gebracht. Kein Wunder, dass es nach dieser steilen Performance im Juli erst einmal abwärts ging. Eine notwendige und gesunde Konsolidierung.

Doch in der vergangenen Woche ging schon wieder die Post nach oben ab in den Ölmärkten. Um über 11% ging es in der letzten Woche nach oben für die Benchmark, den Brent-Ölpreis. Die US-Sorte WTI stieg um über 10%.

Hurrikan Ida schiebt Erdölpreis-Rallye kurzfristig an

Um über 14% hatte der Brent-Ölpreis nachgegeben vom 14.Juli bis zum Freitag der vorletzten Woche. Doch dann kam Hurrikan Ida ins Spiel und bereitete der Konsolidierung in den Ölpreisen ein rasches Ende. Der Sturm, der extrem gefährlichen Kategorie 4, hat bereits dazu geführt, dass 59% der Erdöl-Förderung im Golf von Mexiko geschlossen werden mussten. Die Offshore-Bohrinseln im Golf von Mexiko stehen für 17% der gesamten US-amerikanischen Erdölproduktion. Zudem liegen über 45% der US- Raffineriekapazitäten an der Golf-Küste.

OPEC und der Dollar schieben mit

Neben Hurrikan Ida wirkt auch ein schwächerer US-Dollar unterstützend für die Ölpreise.

Wichtiger sind aktuell aber die Erwartungen an die erweiterte OPEC. Diese, also inklusive Russland, wird sich am 01. September zu Beratungen über eine mögliche Produktionserhöhung treffen. Ursprünglich hatte man geplant, die Produktion jeden Monat (über die kommenden Monate) um 400.000 Barrel pro Tag zu erhöhen.

Nun erwarten aber viele Marktteilnehmer einen Rückzieher, angesichts der sich ausweitenden Covid19-Delta-Variante, der zu erwartenden Lockdowns und den damit einhergehenden Sorgen bezüglich einer weiteren Konjunkturdelle.

Sagen wir es einmal so: Weder Russland, noch Saudi- Arabien sind dumm. Keiner wird seine Produktion anheben, wenn er dafür keinen Abnehmer findet. Angesichts der Tatsache, dass die saudischen Ölexporte im Juni um 123% gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind, scheinen die Abnehmer noch vorhanden zu sein. Das belegen auch die aktuellen Daten des US-Energieministeriums, die deutlich machen, dass die US-Rohöl- und Erdölprodukte-Bestände weiterhin sinken.

Quelle: EIA

Es ist demnach auch nicht verwunderlich, dass in den USA insgesamt weiterhin fleißig nach Öl gebohrt wird. Laut Baker Hughes ist die Anzahl der US-Ölbohrungen auf 410 in der letzten Woche gestiegen, den höchsten Wert seit April 2020. Im gesamten Monat August wuchs die Zahl der Ölbohrungen um 25, den 12. Monat in Folge. Das entspricht dem stärksten Anstieg seit Januar.

Fazit: Erdöl bleibt spannend. Achten Sie bei Ölaktien auf Qualität.

Die gesamte menschliche Gesellschaft baut weltweit noch immer auf Erdöl als primäre Energiequelle auf. Das wird sich auch so schnell nicht ändern. Die Nachfrage ist weiterhin hoch und die erweiterte OPEC clever genug, um ihre Produktion genau so zu justieren, dass es ins Konzept passt. Achten Sie auf einen nachhaltigen Ausbruch über 75 USD pro Barrel Brent. Das dürfte auch von anderen Marktteilnehmern als überaus bullisches Zeichen gewertet werden. Sollten Sie deshalb nun schnell in Ölaktien einsteigen? Mein Rat: Achten Sie auf Qualität, vor allem der Bilanzen und vor allem bei den US-Aktien. Diesen will die Biden-Regierung künftig einige Steuer-Steine in den Weg legen. Das könnte der Beginn einer überfälligen Bereinigung im Ölsektor werden, muss es aber nicht. Wir sprechen schließlich über die USA.