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OPEC produziert noch immer zu viel Öl

Die Ölpreise sind in der vergangenen Woche wieder zurückgekommen. Grund dafür sind die sich langsam normalisierenden Erwartungen bezüglich einer konzertierten Ölproduktionssenkung seitens der Ölländer. Zwar heißt es von Seiten Saudi-Arabiens weiterhin man sehe gute Chancen auf eine Einigung bezüglich der Begrenzung des Ölangebots. Doch andere Länder dämpften den Optimismus in der letzten Woche wieder etwas.

So schließt beispielsweise der Chef des größten russischen Ölunternehmens Rosneft für sein Unternehmen kategorisch jede Drosselung der Ölproduktion aus- Und auch Russlands Energieminister relativierte, man wolle zwar die Entscheidung der OPEC zur Senkung der Ölproduktion unterstützen, allerdings nur mit einer Deckelung der russischen Ölproduktion. Diese befindet sich derzeit allerdings auf einem Rekordniveau.

Tatsache ist auch, dass die OPEC derzeit rund 700.000 Barrel Öl mehr produziert, als benötigt wird. Die Internationale Energieagentur IEA geht überdies davon aus, dass der Ölmarkt bis mindestens Mitte 2017 überversorgt bleibt, sollte es nicht zu entsprechenden Eingriffen kommen.

Weiterhin übten auch die aktuellen US-Rohöllagerbestandsdaten Druck auf die Ölpreise aus. Wie das US-Energieministerium letzte Woche berichtete, sind die US-Rohölvorräte in der vorvergangenen Woche um deutliche 4,9 Millionen Barrel gestiegen.

Allerdings gab es auch einige positiver Nachrichten zu vermelden. So hat China im September die niedrigen Ölpreise zu umfangreichen Käufen genutzt. Wie die chinesische Zollbehörde berichtete sind die Rohölimporte um 18% gegenüber dem Vorjahresmonat auf 8,04 Millionen Barrel gestiegen.

Das entspricht einem neuen Rekordniveau. Chins hat damit überdies nun die USA als den weltweit größten Rohölimporteur überholt. In den ersten 9 Monaten dieses Jahres lagen die Ölimporte um 14% über der Vorjahresperiode. Diese News halfen die Ölpreise wieder etwas zu stabilisieren, dennoch schließen die Ölpreise die vergangene Woche mit einem Wochenverlust ab.

Brent zur Lieferung im Dezember handelt aktuell bei 52 US-Dollar pro Barrel an der ICE.

WTI zur Lieferung im November notiert aktuell bei 50,25 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Es bleibt nach wie vor sehr fraglich wie die OPEC die Produktionskürzung umsetzen will. Angesichts des bestehenden Überangebots ist sie dringend notwendig, doch es ist kaum davon auszugehen, dass Saudi-Arabien die Last alleine tragen wird.

Zudem mehren sich die Anzeichen für eine schwächere weltweite Nachfrage. Demzufolge dürfte der letzte Höhenflug der Ölpreise eigentlich nicht mehr allzu lange anhalten.

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Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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