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Ölpreis: Trotz OPEC-Deal Aufwärtspotenzial sehr begrenzt

Die OPEC rang sich Ende November 2016 nach langem Gezerre wieder zu einer Begrenzung der Ölfördermengen durch – flankiert von Abkommen mit großen Nicht-OPEC-Förderern wie Russland und von verbindlichen Quoten für die einzelnen Staaten.

Das klingt nach einer guten Nachricht für steigende Ölpreise.

ABER: Staaten wie Irak, Iran, Russland oder Saudi-Arabien (die sich gegenseitig nicht gewogen sind) könnten jederzeit aus der Vereinbarung ausscheren und diese damit zu Fall bringen.

Gehen wir trotz aller Schwierigkeiten davon aus, dass alles glattgeht und der Deal tatsächlich umgesetzt wird, so gibt es weitere Fallstricke.

Die OPEC-Kürzung wird von den USA überkompensiert werden

Die Fördermenge soll nur um 1,2 Mio. Barrel/Tag sinken. Das sind nicht einmal 3 Prozent. Dies dürften vor allem die neuen Swing Producer (vor allem USA) blitzschnell wieder mehr als kompensieren.

Dadurch würde die Fördermenge insgesamt sogar steigen – nämlich um bis zu 1,3 Mio. Barrel/Tag. Gerade für die US Schieferölproduzenten mit Produktionskosten von 40, teils sogar 30 Dollar/ Barrel wäre dies lukrativ.

Bei Ölpreisen um die 50 Dollar (wie jetzt) natürlich umso mehr. Zudem wollen die USA ohnehin künftig ohne Ölimporte auskommen und pfeifen auf die OPEC.

Sobald die OPEC sieht, dass ihr Deal nicht funktioniert, wird sie diesen ohnehin kippen. Dann haben wir ganz schnell wieder Preise um die 40 Dollar, wo die Produktion dann wieder unrentabel wird.

Wichtige Signale kamen Ende 2016 jedoch auch von den Terminmärkten.

Smart Money wettet extrem stark gegen Öl

Dort hat das Smart Money (Commercial Hedgers) zuletzt seine Spekulationen auf fallende Ölpreise weiter ausgebaut. Dabei wurde nahezu ein neues Allzeithoch an Shortpositionen erreicht!

In der Vergangenheit waren steigende Ölpreise so gut wie ausgeschlossen, sobald diese Gruppe massiv auf fallende Preise setzte.

Grafische Darstellung der Ölpreisentwicklung

Erdölpreis: OPEC-Euphorie zu hochDie Ölpreise sind in der vergangenen Woche sprunghaft gestiegen, nachdem die OPEC sich auf eine Förderkürzung geeinigt hatte. › mehr lesen

Von kurzfristigen Marktüber- oder Untertreibungen abgehsehen, sehe ich den Ölpreis in 2017 daher ca. zwischen 40 und 55 Dollar pendeln.

Das reicht höchstens für kurzfristige Spekulationen.

Ölpreis Brent: Bärische Einkeilung, schwerer Rückschlag steht bevor

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Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert.

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Über den Autor
170407 Invest Voigt 72 04
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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