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Ölpreis: Neue Preisexplosion wegen Importstopp-Diskussion

Zum Wochenbeginn explodieren die Ölpreise (+15 %). Gleichzeitig kollabiert der DAX (-4 %). Was ist passiert?

Lautes Nachdenken über Öl-Importstopp lässt Preise explodieren

Die US Regierung kam auf die glorreiche Idee, laut über einen Importstopp für Öl aus Russland nachzudenken. US-Außenminister Antony Blinken sagte: „Wir sprechen jetzt mit unseren europäischen Partnern und Verbündeten, um auf koordinierte Weise die Aussicht auf ein Verbot der Einfuhr von russischem Öl zu prüfen“.

Nun, für die USA wäre ein solcher Importstopp auch ohne weiteres zu stemmen. Der Anteil russischer Ölimporte in die USA beträgt ja auch nur 5 %. Außerdem gehören die USA selbst zu einem der weltgrößten Ölförderländer.

In Deutschland sieht das allerdings ganz anders aus. Deutschland produziert selbst kein Öl. Der Anteil russischer Ölimporte nach Deutschland beträgt satte 36 %. Vielleicht kann ein geringer Teil davon durch libysches oder norwegisches Öl ersetzt werden.

Aber eben nur ein geringer Teil. Öl liegt ja nicht überall herum und wartet nur darauf, dass es endlich jemand kauft. In der Regel gibt es sehr langfristige Lieferverträge, die man nicht einfach mal eben so ändern kann. Das gleiche gilt für Gas und Kohle. Damit ist von vorn herein klar: Jede Diskussion über einen Importstopp erübrigt sich für Deutschland.

Wer solchen Blödsinn fordert (wie zuletzt auch einige „Politgrößen“ aus Deutschland), der sollte auch klar die wahrscheinlichen Folgen für Deutschland benennen: Öl-Rationierung, Rezession und möglicherweise ein flächendeckender Ausfall der Strom- und Wasserversorgung.

Ölpreisanstieg füllt Putins Kriegskassen

Ich bin immer wieder entsetzt über die Inkompetenz und Leichtsinnigkeit der Politik. Alleine die laute Diskussion über einen Importstopp hat ja schon einiges bewirkt: Die Ölpreise explodieren und spülen Herrn Putin jetzt noch deutlich mehr Geld in die Kriegskasse. Bravo! Reife Leistung!

Öl Brent: Erneute Preisexplosion wegen Importstopp-Diskussion

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Eine schwere Rezession ist damit sicher

Und anstatt dann wenigstens eine Steuersenkung auf Treibstoff in Deutschland zu erwägen – wie das Polen zuletzt gemacht hat – wird hierzulande nicht einmal darüber nachgedacht. Hier geht es aber nicht um ein bisschen Entlastung. Hier geht es um die Verhinderung einer sehr schweren Rezession, die am Ende noch viel teurer wird als geringfügige Steuerausfälle.

Es ist ja so: je höher der Ölpreis, umso höher die Einnahmen aus Mineralöl- und Mehrwertsteuer auf Treibstoffe. Einen Teil dieser Mehreinnahmen könnte man in Form einer Steuersenkung an die Verbraucher zurückgeben, damit diese ihren sonstigen Konsum nicht einschränken und somit die Konjunktur zum Absturz bringen.

Leider fehlt der amtierenden Regierung offenbar der Weitblick oder schlichtweg die Kompetenz, um solche Entscheidungen zu treffen. Vor diesem Hintergrund dürfte der DAX noch nicht einmal ansatzweise „unten“ angekommen sein.

Grafische Darstellung der Ölpreisentwicklung

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Über den Autor
170407 Invest Voigt 72 04
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen. Seit Februar 2009 obliegt ihm die Chefredaktion für den überaus erfolgreichen Börsenbrief DAX Profits.

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