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Ölpreis und Goldpreis weiterhin relativ stabil

Die Ölpreise hielten sich in der vergangenen Woche insgesamt stabil und handelten im Wochenvergleich kaum verändert. Dabei zeigten sich die Preise immun gegen preisdrückende Faktoren.

So konnten weder ein stärkerer US-Dollar noch ein Anstieg der US-Rohöllagerbestände den Ölpreisen etwas anhaben. Wie das US-Energieministerium berichtete sind die US-Rohöllagerbestände in der vorvergangenen Woche um 1,3 Millionen Barrel gestiegen. Hohe Importe an der US-Golfküste waren mit ausschlaggebend dafür.

Dagegen zeigte sich die US-Rohölproduktion die 10. Woche in Folge und zum 16. Mal in den letzten 17 Wochen rückläufig. Seit Jahresbeginn sank die US-Ölproduktion damit um 400.000 Barrel pro Tag. Zudem erweist sich die Nachfrage als überaus robust. So sanken die US-Benzinbestände in der vorvergangenen Woche um 2,5 Millionen Barrel, die Destillatsbestände gingen um 3,2 Millionen Barrel zurück.

Deutliche Unterstützung erhalten die Ölpreise derzeit aber vor allem durch die Produktionsausfälle in Kanada und Nigeria. Die verheerenden Waldbrände in Kanada haben die kanadische Ölproduktion bereits um 1 Million Barrel pro Tag verringert. Erst am Donnerstag vergangener Woche hatte der Ölproduzent Suncor Energy die Höhere-Gewalt-Klausel bis Monatsende verlängert.

In Nigeria ist die Ölproduktion aufgrund von Anschlägen auf Ölfördereinrichtungen und Pipelines durch Milizen und technische Probleme auf ein 22-Jahres-Tief bei 1,4 Millionen Barrel pro Tag gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 40% gegenüber dem üblichen Produktionsniveau.

Die Ölexporte des Landes sind um 30% zurückgegangen. Brent zur Lieferung im Juli handelt aktuell bei 48,74 US-Dollar pro Barrel an der ICE. WTI zur Lieferung im Juli notiert derzeit bei 48,46 US-Dollar pro Barrel an der NYMEX.

Brent-Ölpreis in USD/Barrel in der letzten Woche

Ölpreis

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Die Ölpreise dürften vorerst weiterhin Unterstützung finden.

Edelmetalle: Gold

US-Zinserhöhungserwartungen hatten den Goldpreis in der vergangenen Woche zwischenzeitlich heftig unter Druck gesetzt. Grund dafür war die Veröffentlichung der Protokolle der letzten Sitzung der US-Notenbank FED am Mittwoch.

Wie aus den Protokollen hervorgeht sprechen sich einige Mitglieder des Offenmarktauschusses der FED für eine Zinserhöhung im Juni aus, falls die Konjunkturentwicklung dies zulässt. Auch der New Yorker FED-Präsident D udley schlug in dieselbe Kerbe und erklärte, auch ein starker US-Dollar sei kein Hindernis für eine Zinserhöhung.

Daraufhin wertete der US-Dollar deutlich auf und auch die Renditen auf 10-jährige US-Staatsanleihen legten zu.

Zum Ende der Woche konnte der Goldpreis dann aber einige zwischenzeitliche Verluste wieder wett machen. Offenbar sind viele Marktteilnehmer nicht bereit, der FED so einfach Glauben zu schenken und erachten eien so schnell Zinserhöhung im Juli für unwahrscheinlich. Dafür spricht auch , dass trotz (oder wegen) des starken Preisrückgangs der letzten Woche die Gold-ETFs weitere Zuflüsse verzeichnen konnten.

Gold handelt aktuell bei 1.251,90 US-Dollar pro Feinunze.

Goldpreis in USD/Feinunze in der letzten Woche

Goldpreis

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Das Misstrauen gegenüber den Notenbanken ist groß. Doch selbst wenn die FED tatsächlich schon im Juni eine erneute Zinserhöhung vornehmen sollte (was nach wie vor wenig wahrscheinlich ist), stehen immer noch alle übrigen der größten Notenbanken der Welt zur Verfügung und überfluten die Welt weiterhin mit billigem Geld.

Vor diesem Hintergrund überraschen auch die jüngsten Goldkäufe der Investmentlegende George Soros nicht. Der Milliardär hatte im 1.Quartal zum ersten Mal seit 3 Jahren wieder Gold gekauft. Der Goldpreis dürfte sich also auch weiterhin eher stärker zeigen.

Industriemetalle: Kupfer

Die Industriemetallpreise standen in der vergangenen Woche insgesamt unter Druck. Grund dafür waren neben einem stärkeren US-Dollar, schwachen weltweiten Aktienmärkten und einer höheren Risikoaversion der Marktteilnehmer auch jüngste Konjunkturdaten aus China.

Dort berichtete das Nationale Statistikbüro zwar von einem Anstieg der chinesischen Industrieproduktion im April um 6% gegenüber dem Vorjahresmonat, doch die Erwartungen waren höher gewesen. Das Wachstum der Investitionen in Sachanlagen lag bei 10,5% – damit aber rückläufig. Und auch die Kreditvergabe sank um zwei Drittel gegenüber dem Vormonat auf 751 Milliarden CNY.

Dementsprechend gab auch Industriemetall Kupfer um knapp 1,4% ab. Kupfer handelt aktuell bei 2,08 US-Dollar pro Pfund.

Kupferpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

Kupferpreis

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Angesichts der verheerenden fundamentalen Ausgangslage an den meisten Metallmärkte mit rückläufigen Investitionen in der Minenindustrie, sinkender Produktion und in Erwartung deutlicher Marktdefizite bleiben die Industriemetalle mittelfristig reif für eine Erholung.

Agrarrohstoffe: Zucker

Der Zuckerpreis hat seine Aufwärtsbewegung in der letzten Woche weiter fortgesetzt und hat zuletzt zum ersten Mal seit Januar 2015 wieder die Marke bei 17 US-Cent pro Pfund nach oben durchbrochen.

Wie die indische Regierung bekannt gab, hat man nun endlich die Regelung aufgehoben, wonach die indischen Zuckermühlen gezwungen worden waren den überschüssigen Zucker ins Ausland zu exportieren.

Was sich in den letzten Wochen schon angedeutet hatte, scheint sich nun zu bestätigen: Das Vorgehen der indischen Regierung deutet auf ein massiv angespannteres Zuckerangebot in Indien und auf dem Weltmarkt hin, als zuvor angenommen.

Dazu passt auch, dass die Analysten von Kingsman ihre Prognose für das Defizit am globalen Zuckermarkt in 2016/17 auf 7,7 Millionen Tonnen angehoben haben. Zucker zur Lieferung im Juli handelt derzeit bei 17,05 US-Cent pro Pfund an der ICE.

Zuckerpreis in USD/Pfund in der letzten Woche

Quelle: stockcharts.com

Ausblick

Der Zuckerpreis dürfte weiterhin gute Unterstützung finden.

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Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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