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Günstiger Kupferpreis lädt zum Einstieg ein

Inhaltsverzeichnis

Der Kupferpreis ist ordentlich zurückgekommen nach dem letzten Rekordhoch bei 4,94 USD pro Pfund im März. Rezessionssorgen und Energiekrise tragen dafür Rechnung. Doch die Unterstützungen haben gehalten, denn die fundamentalen Aussichten stehen weiterhin auf Marktdefizit und langfristig steigende Preise.

Kupferpreis: die Unterstützungen haben gehalten

Quelle: stockcharts.com

Der Unterstützungen im Kupferpreis haben gehalten. Jetzt geht es wieder nach oben, wobei die Überschreitung der 50-Tage-GD-Linie nach oben ein sehr ermutigendes Anzeichen ist, dass der langfristige Aufwärtstrend fortgesetzt werden wird.

Vor etwas mehr als einem Jahr schrieb ich Ihnen, dass der Kupferpreis zwar langfristig hohes Potenzial hat, aber reif für eine Zwischenkorrektur sei. Am unteren Ende erwartete ich eine Korrektur bis zu den Unterstützungen im Bereich zwischen 3,30 bis 3,60 USD. Diese Korrektur hat sich inzwischen vollzogen. Angesichts der weiterwachsenden Nachfrage und den Problemen auf der Angebotsseite ist Kupfer derzeit ein günstiges Schnäppchen.

Massiv steigende Nachfrage: Defizit im Kupfermarkt

Die International Copper Study Group (ICSG) geht davon aus, dass der Kupfermarkt im ersten Halbjahr 2022 ein Defizit von 72.000 Tonnen aufweist.

Das ist besonders interessant, da die ICSG dafür bekannt ist, viel zu optimistisch für den Kupfermarkt eingestellt zu sein. Die International Copper Study Group erwartete Jahr für Jahr einen Überschuss, den man dann im Laufe des Jahres immer wieder in ein wachsendes Defizit revidieren musste. Im vergangenen Jahr 2021 lag das Defizit im Kupfermarkt bei gewaltigen 639.000 Tonnen – was die ICSG im Vorfeld nicht hatte kommen sehen und was maßgeblich auf die schnellere globale Konjunkturerholung und besonders Chinas massiven Rohstoffhunger zurückzuführen ist. Ich sehe keinen Grund, weshalb sich das geändert haben sollte.

Zumal die ICSG selbst nun davon ausgeht, dass Chinas Kupferverbrauch im 1. Halbjahr 2022 um 3,6% gewachsen ist – trotz Covid-Lockdown.

Die Nachfrage nach Kupfer dürfte in den kommenden Jahren sogar noch deutlicher zunehmen, als viele Marktbeobachter annehmen. Denn gerade die Industrienationen benötigen immer mehr Kupfer, wenn sie ihre Stromnetze im Rahmen der globalen Transformation hin zu grüner Energie umrüsten.  Auch die Nachfrage in den Schwellenländern wird über die kommenden Jahre weiterwachsen, angesichts unzähliger wichtiger Infrastrukturprojekte.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass es Forschern des Fraunhofer-Instituts gelungen ist, einen Teil des Silbers in Photovoltaikzellen durch Kupfer zu ersetzen. Die Vergünstigung der Energiewende lässt grüßen – auch bei steigenden Kupferpreisen im Übrigen.

Die Angebotssituation bleibt prekär

Aktuell erhält der Kupferpreis kurzfristige Unterstützung, da die Arbeiter der weltweit größten Kupfermine Escondida (BHP) in Chile beschlossen haben, für die Verbesserung von Arbeitsstandards in den Streik zu treten. Eine längere Unterbrechung könnte die Kupferversorgung erneut empfindlich stören, wie das bereits 2017 der Fall war.

Streik in der Escondida-Mine trifft auf sinkende Lagerbestände

Quelle: kitco.com

Aktuell zeigt der Rückgang der Lagerbestände die tatsächlich steigende massive Nachfrageentwicklung im Kupfermarkt- trotz globaler Rezession und China-Lockdowns übrigens. Langfristig zeigt der Rückgang der Lagerbestände über die vergangenen Jahre die prekäre Lage im Kupfermarkt auf.

Doch übergeordnet steht auf fundamentaler Seite das seit Jahren bestehende Defizit im Kupfermarkt als der wichtigste Grund für steigende Kupferpreise. Dieses ist das Resultat des Abwärtszyklus von 2011 bis 2016. In dieser Periode gingen die Rohstoffpreise auf Talfahrt, was zu vielen Minenschließungen in verschiedenen Sektoren geführt hat. Fataler für die Bergbauindustrie ist aber der massive Rückgang der Investitionen in die Exploration und Entwicklung. Das gilt auch und ganz besonders für den Kupferbergbau.

Es ist eine Frage der Zeit ab wann die Kupferproduktion sinkt

Tatsache ist, dass das Resultat dieses Mangels an Investitionen heute zu spüren ist, wo das Angebot mit der wachsenden Nachfrage nicht mehr Schritt halten kann. Und trotzdem sucht man neue Kupferprojekte noch immer mit der Lupe im Heuhaufen. Überdies benötigen neue Bergbau-Projekte viele Jahre Zeit, bis sie in Produktion gehen können. Deshalb gehen selbst die optimistischsten Prognosen von einer rückläufigen Kupferproduktion ab 2023 aus.

Fazit: Kupfer und Kupferaktien bleiben spannend

Die Kupfernachfrage wächst dynamisch und das Angebot wird auch weiterhin nicht Schritt halten können.

Ein wichtiger Grund dafür ist die Zurückhaltung der Bergbaukonzerne. Diese sind nach den schweren Zeiten, die der Bergbausektor einst durchmachen musste, inzwischen zu regelrechten Bilanz-Musterknaben gewachsen.

Das bedeutet, dass sie in Erwartung schwierigerer Zeiten so viel Kapital wie möglich zurückhalten. Zudem haben die Unternehmen in den letzten Jahren mit starken Gewinnen, dank hohen Preisen, ihre Bilanzen massiv aufgebessert.  Weil es aber an Ausgaben für neue Projekte mangelt, geben die Unternehmen es derzeit mit Vorliebe an die Aktionäre zurück. Überdies sind viele Bergbauunternehmen noch immer regelrecht günstig bewertet.

Meine Einschätzung hat sich nicht geändert: Der Bergbausektor und insbesondere der Kupferbergbau bleiben mit die spannendsten Investmentthemen über die kommenden Jahre.