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Großbank: Horrende Energiekosten als Zwangskredit abstottern

Inhaltsverzeichnis

In meinem gestrigen Beitrag hatte ich Ihnen eine Studie der Großbank Goldman Sachs vorgestellt. Diese Studie prognostiziert, dass Strom und Gas für viele europäische Haushalte und Unternehmen bald unerschwinglich werden könnte.

Dies gilt selbst dann, wenn der geplante Strompreisdeckel bei 200 EUR/ Megawattstunde tatsächlich umgesetzt werden würde. Was keineswegs sicher ist. Doch Goldman Sachs hat auch schon die Lösung für dieses gravierende Problem parat.

Die Großbank schlägt die Verbriefung der höheren Strompreise vor, um die höheren Energiekosten über einen Zeitraum von 10 bis 20 Jahren zu strecken. Konkret würden die Energieversorger staatlich besicherte Wertpapiere an Banken ausgeben. Die Banken wiederum würden die höheren Stromkosten vorschießen und später bei den Verbrauchern und Unternehmen abkassieren.

Großbank: Horrende Energiekosten als Zwangskredit abstottern

Das heißt nichts anderes, als dass Sie einen Zwangskredit mit einer Laufzeit von 10 bis 20 Jahren für Energie aufgebrummt bekommen sollen, an dem Banken wie Goldman Sachs prächtig an den Zinsen verdienen können. Während die Kreditnehmer jahrzehntelang geknebelt werden.

Wenn Sie nicht zahlen können, wird Ihr Vermögen (Immobilie, Konto, Aktien, bei Unternehmen Inventar, Produkte, Rechte oder Maschinen) gepfändet. Ist das euer Ernst, Goldman Sachs?!

Außerdem will Goldman Sachs durch eine verstärkte Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen die Energiekosten wieder um 75 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau senken. Was eigentlich nur beweist, dass die Analysten keine Ahnung von Stromnetzen haben.

Wir haben nicht zu wenig Wind- oder Sonnenstromkapazitäten, sondern zu viel. Das Angebot an destabilisierendem Zufallsstrom aus diesen Quellen ist so groß, dass es immer wieder zu einer gefährlichen Netzüberlastung kommt, die immer häufiger durch Re-Dispatching behoben werden muss. Was übrigens auch die Stromkosten in die Höhe treibt.

Im Jahr 2022 bisher übrigens durchschnittlich 36 Mal am Tag! Dabei wird das Problem einer unzuverlässigen Stromversorgung keineswegs behoben. Es ist völlig egal, wie viele Windkraft- und Solaranlagen installiert sind, wenn keine Sonne scheint und/ oder kein Wind weht. Dann haben wir nämlich immer noch keinen Strom.

Wir brauchen stattdessen mehr zuverlässigen Grundlaststrom, nicht wetterabhängigen Zufallsstrom, der am Ende noch mehr Backup-Kapazitäten wie Erdgas(!) benötigt.

Goldman Sachs sieht goldene Zeiten für Versorger kommen

Aber Goldman sieht schon goldene Zeiten für Aktien von RWE, Orsted und EDP anbrechen. RWE könnte fundamental auf Basis der Forward-Preise für Gas und Strom bei einer vollen Mark-to-Market-Bewertung sogar 595 Euro je Aktie wert sein, heißt es in der Studie. Wobei der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im aktuellen Jahr 20 Milliarden Euro erreichen soll.

Das zeigt mir klar, dass es Goldman nicht darum geht, die Strompreise in den Griff zu bekommen, sondern darum, die Kuh zu melken, sie aber nicht gleich zu schlachten.

Es gäbe eine bessere Lösung für das Strompreisproblem

Es wäre doch viel einfacher, den Plan einer europäischen Strompreisobergrenze weiterzudenken. Warum denn diese bei 200 Euro je Megawattstunde festlegen, wenn auch 75 Euro noch ordentliche Gewinne bei den Energieversorgern hinterlassen? Die meisten Versorger in Europa kalkulieren nämlich mit einem Strompreis von nur 50 Euro je Megawattstunde.

Das Ganze für eine Übergangszeit von sagen wir zwei bis drei Jahren, bis sich der Markt wieder normalisiert hat. Das geschieht im Laufe der Zeit ganz von alleine. Europa kauft sein Gas zunehmend aus anderen Quellen aus Russland, während andere Abnehmer künftig mehr auf russisches Gas zurückgreifen werden.

Es verschieben sich Lieferstrukturen. Das braucht etwas Zeit. Aber an den Lieferanten und Abnehmern wird sich grundsätzlich nichts ändern. Auch nicht unbedingt an den verbrauchten Mengen, die fürs Wirtschaften nun einmal notwendig sind.

Der Markt kommt wieder ins Lot. Bis dahin ist jedoch eine ausrechend niedrige Preisobergrenze eine sinnvolle Möglichkeit, den Kollaps der europäischen Volkswirtschaften zu verhindern. Diese kann und muss den Versorgern gleichzeig ein Auskommen ermöglichen.