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US-Fondsmanager: Aktien verkaufen, nur Gold kaufen

Kurz vor dem (im Wesentlichen) Ende der laufenden Berichtssaison scheinen die Anleger an den Börsen wieder kalte Füße zu bekommen. In diese Kerbe schlägt auch Stanley Druckenmiller – in seiner aktiven Zeit einer der erfolgreichsten Hedgefondsmanager.

Auf einer Investmentkonferenz warnte er jetzt vor einem Mega-Crash an den Aktienmärkten, der das Finanzkrisenjahr 2008 weit in den Schatten stellen werde.

Seine düstere Prognose begründet Druckenmiller vor allem mit den seit 35 Jahren tendenziell gesunkenen Zinsen, die nun (nahe Null) nicht mehr viel weiter sinken könnten. Damit werde der bisher gültige, mächtige Rückenwind an den Aktienmärkten verschwinden und der Bullenmarkt am Ende.

Die rund um den Globus betriebene ultralockere Geldpolitik habe zu dramatischen Fehlentwicklungen geführt. Der Unternehmenssektor befinde sich in einem Teufelskreis aus „fragwürdiger Kapitalallokation, niedriger Produktivität, sinkenden Margen und steigender Verschuldung“. Auch die chinesische Wirtschaft werde nur durch einen dramatischen Anstieg der Verschuldung am Leben gehalten.

Druckenmiller selbst verwaltet inzwischen keine fremden Gelder mehr. Er hat seinen Hedgefonds im Jahr 2010 eingestellt und kümmert sich fortan nur noch um sein eigenes Geld. Er selbst setzt massiv auf Gold.

Seine größte Position im „Familien-Hedgefond“ sind Anteile am Gold-ETF SPDR Gold Trust, wie Druckenmiller auf der Investmentkonferenz sagte. Das mit dem Gold könnte sogar was werden:

Gold Monatschart

Gold

Der Goldpreis könnte nach der kräftigen Erholung seit Jahresbeginn tatsächlich vor einem neuen Bullenmarkt stehen. Erstmals seit Beginn der über vierjährigen Baisse gibt es jetzt auf Monatsbasis wieder Kaufsignale. Mai/Juni sind zwar traditionell schwache Monate für Gold, doch Saisonalitäten spielten zuletzt kaum eine Rolle.

Zudem scheint der US-Dollar wegen der abgeblasenen Zinswende vor einer neuen großen Abwärtsbewegung zu stehen. Und die Zentralbanken auf der ganzen Welt stocken stetig ihre Goldbestände auf.

Allein im 1. Quartal 2016 betrugen deren Käufe mehr als 45 Tonnen. Sie überkompensierten damit eine geringere Schmuck- und Investmentnachfrage. Sollte der US-Dollar weiter nachgeben, würde sich der Run auf Gold weiter verstärken.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert

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Über den Autor Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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