Goldpreis-Crash!? Das sollten Sie wissen

Inhaltsverzeichnis

Der Iran-Krieg vernichtet Werte, heißt es zusammengefasst. Aktien (vor allem von energieabhängigen Unternehmen, also quasi allen), Anleihen (wegen der Schuldenrisiken sinken die Kurse und steigt die Rendite) und auch Gold. Selbst das gelbe Edelmetall sei rasant gefallen, habe ich gelesen und an Sie gedacht. Viele von Ihnen werden in irgendeiner Form Gold oder Anrechte (in Form von ETCs) auf Gold haben. Was mögen Sie bei solchen Schlagzeilen denken?

Gold: Das ist kein Crash

Der Goldpreis hängt nicht von den üblichen Marktmechanismen ab, sondern ist mehr oder weniger das Zusammenspiel einiger (oder auch etwas mehr als einiger) großer Akteure. Die Zentralbanken und Fonds spielen eine große Rolle, was den Goldpreis etwas komplizierter macht. Unternehmen und deren Aktien werden kurzfristig oft genug von der reinen Stimmung getragen und nähern sich wiederum langfristig ihrem inneren Wert (den man allerdings wiederum in unterschiedlicher Weise berechnen oder modellieren kann).

Und dennoch gibt der Markt eine gewisse Orientierung. Jüngst war der Goldpreis wohl vor allem auch deshalb gefallen, weil der Dollar ein kleines Comeback als Krisenwährung erlebt. So ist es in Krisenzeiten und auch in Zeiten, in denen die in Dollar gehandelten Rohstoffe teurer werden. Der Dollar erzeugt mehr Kaufkraft. Ob dies im Einzelnen so ist, sei dahingestellt, es reicht hier bereits die Vorstellung davon.

Gold ist allerdings bei weitem nicht so schwach, wie Sie vielleicht vermuten könnten. Innerhalb der vergangenen vier Wochen ließ der Goldpreis um rund 9 % nach. Das ist viel, aber nicht unüblich. Bedeutend wirkt der Verlust nur deshalb, weil die plötzlich so „magische“ Kursgrenze von 5.000 Dollar/Unze wieder unterschritten worden ist. Der Goldpreis hat aktuell fast 4.700 Dollar erreicht. Und dennoch übersehen viele Investoren, dass das gelbe Edelmetall sogar im laufenden Jahr seit 1. Januar noch um rund 11,2 % gestiegen ist.

Gold benötigt auch Luft zum Atmen

Einerlei: Die Meldungen sind eindeutig. Die „Solit Group“ meint dazu: „An den Märkten findet eine Neubewertung der geopolitischen Risiken statt“ und das bringt einen „Risk-off“-Modus, sprich: Die Anleger gehen aus den sogenannten Risiken. Beispiel sei der Silberpreis, der von hohen Gewinne im laufenden Jahr wieder auf Null fiel.

Und auch hier gilt, dass die sogenannten „De-Dollarisierung“, die Rückkehr des „Petro-Dollars“, der im Ölhandel eingesetzt wird, die Investoren verunsichert hat. Lassen Sie sich allerdings nicht täuschen: Der Dollar ist kurzfristig damit wieder etwas stabiler und vor allem auch für die Spekulation interessanter. Die Rekordschulden in den USA aber wachsen und wachsen (unter allen der jüngst agierenden Präsidenten). Das finanziert auch die USA am Ende mit der Geldproduktion. Das Geld muss nicht immer sofort in den echten Geldkreislauf geraten und die Nachfrage sowie dann die Preise steigen lassen. Die Welt ist komplexer, als es einfache Gleichungen zeigen können.

Tendenziell aber wächst die Geldmenge gerade des Dollar sehr viel schneller als das kaum zu Tage geförderte Gold. Der Goldpreis atmet daher gelegentlich einmal durch, gerade in Krisenszenarien. Tendenziell aber bleibt Gold als knappes Ersatzgeld gefragt, solange der Mythos Gold funktioniert. Solange es diesen Mythos gibt, wird der Goldpreis tendenziell, aber nicht von Tag zu Tag oder Woche zu Woche, gegenüber Papiergeld wertvoller. Das mag Sie in diesen Tagen nicht trösten, ist aber der Wirkmechanismus über lange Zeiträume, weil Gold noch immer ein weltweit funktionierender Mythos ist.

Sehr einfach sind Sie bspw. mit den inzwischen bekannten ETCs dabei. Dies sind Schuldverschreibungen, die aber mit Gold hinterlegt sind, die jederzeit auslieferbar bleiben.

Euwax Gold II: Es gibt auch die Möglichkeit zu Sparplänen mit diesem ETC – WKN: EWG2LD – ISIN: DE000EWG2LD7