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Gold und Putin und Tesla und Facebook

Die Situation in der Ostukraine eskaliert und die Finanzwelt verfällt in Panik. Das sehen wir gut an der aktuell überkauften Situation im Goldpreis.

Gold nach Zwischenkorrektur bald wieder kaufenswert

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Quelle: stockcharts.com

Aktuell weisen sowohl RSI als auch MACD auf eine überkaufte Situation im Goldpreis hin. Das lässt auf eine baldige Zwischenkorrektur hoffen, die dann wieder einen günstigeren Kaufzeitpunkt bietet im langfristigen Aufwärtstrend.

So dumm kann doch kein Putin sein

Zur Causa Putin: Die halbe Welt fragt sich: Was denkt der Mensch? Ist der verrückt, eiskalt, einfach machthungrig? Ich bin nicht Putin, aber meiner Meinung nach beginnt man einen Krieg in einer Nacht- und Nebel-Aktion und nicht im hellen Rampenlicht der weltpolitischen Showbühne. Dazu Sun Tzu in die „Kunst des Krieges“: „Du kannst sicher sein, dass deine Angriffe erfolgreich sind, wenn du nur Orte angreifst, die unverteidigt sind.“ Alles andere ist dumm. Ist Putin also dumm? Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Putin tatsächlich auf einen NATO-Bündnisfall ankommen lassen würde, sprich weiter Richtung Westen auf Polen zu marschiert.

Doch die Anerkennung der Separatistengebiete in der Ostukraine als Volksrepubliken und die Entsendung von Truppen zur „Friedenssicherung“ bedeuten natürlich einen Angriff auf die Souveränität der Ukraine. Die Frage ist jetzt ja wohl auch eher, was der Westen daraus macht. Ich persönlich betrauere vor allem die sauteure Nord Stream 2 Pipeline, die Deutschland so schön mit russischem Gas bei der Energiewende unterstützt hätte.

Die Panik in der Finanzwelt ist also angebracht. Aber nicht nur aufgrund der Causa Putin, sondern auch aus anderen Gründen.

Wie reich kann man sein?

Das ist jetzt keine Frage, die ich aus sozialethischen Gründen stelle, sondern aus praktischen Überlegungen. Die 5 reichsten Menschen der Welt sind ausnahmslos US-Amerikaner. Zusammen halten Sie mit aktuell 807 Milliarden US-Dollar ein Vermögen, welches das Bruttoinlandsprodukt der Schweiz um 14% übersteigt. Sie sind die Gründer und CEOs von Tesla, Amazon, Google und Facebook.

Echt jetzt?! Tesla – was machen die nochmal? Ach ja, verkaufen die nicht 5-10 Elektroautos pro Jahr. Google und Facebook? Was besitzen die nochmal? Eine Handvoll Rechner, mit einem Stromverbrauch höher als jener von Dänemark und Billionen Daten über Sie, die Gartenzwergsammlung Ihres Nachbarn und Rudi, den Terrier-Mischling von Gegenüber, der ein eigenes Facebook-Konto hat. Amazon, als Logistikunternehmen, mit überaus fragwürdigen Arbeitsbedingungen, generiert ja immerhin noch einen Mehrwert. Entschuldigen Sie die Ironie.

Wie groß ist eigentlich die Geldblase?

Doch eigentlich interessiert mich der Privatbesitz von Musk, Bezos, Page, Zuckerberg und Brin nur peripher. Mir kommt es eigentlich auf etwas anderes an:

Nämlich die Frage, ob dieses Vermögen tatsächlich echt ist oder zum größten Teil nur heiße, hochgepuschte Luft. Denn größtenteils sind die 5 Superreichen nur wegen der extrem hohen Aktienkurse ihrer Unternehmen Multimilliardäre.

Wollen Sie wissen, weshalb die Aktienkurse dieser Unternehmen so massiv gestiegen sind?

Wegen dieser Geldblase:

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Quelle: St.Louis Fed

Diese Grafik zeigt den massiven Anstieg der Geldmenge M2 in den USA. Hier sehen Sie wie hart die US-Notenbank daran gearbeitet hat, massive Unmengen an Geld ins System zu pumpen. Anleihenkäufe, Nullzinsen und negative Realzinsen haben dabei bestens geholfen.

DAS ist alarmierend:

Die Auswirkungen der Geldblase

Was die Finanzmärkte aber wirklich aufschrecken muss ist das:

Buffett-Indikator zeigt massive Überbewertung der Aktienmärkte

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Quelle: currentmarketvaluation.com, finviz.com

Der hier dargestellte Buffett-Indikator stellt das Verhältnis zwischen dem Marktwert aller US-Aktien-Unternehmen (dieser kann im Wiltshire 5000 Index verfolgt werden) und dem US-BIP dar. Aktuell steht die Ratio bei 195%. Das ist eine massive Überbewertung. Gegenüber dem langfristigen Durchschnitt ergibt sich eine Überbewertung von 51% – so wäre ein Verhältnis von 120% aktuell fair bewertet.

Fazit: Die Heiße Blase an den Aktienmärkten ist ein Crash- und Gold-Kaufgrund

Wer jetzt Gold kauft, nur weil er Angst vor einem Krieg hat, der ist schlecht beraten. Wer die Zwischenkorrektur abwartet und dann günstiger Gold kauft, weil die massive Überbewertung an den Aktienmärkten schon Ausmaße angenommen hat wie zur Zeit der Internet-Blase zu Beginn des Jahrtausends, kurz bevor diese Blase in einem massiven Crash Milliarden Dollar an Vermögen vernichtet hat, der ist gut beraten.

Gold steigt trotz der Zinserhöhung der US-NotenbankIn normalen Zeiten gibt es einfaches Wechselspiel zwischen US-Dollar und Goldpreis: Wertet der US-Dollar auf, fällt der der Goldkurs. Wir haben aber keine normalen Zeiten, sondern Krieg in Europa. › mehr lesen

 

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Über den Autor
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Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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