Getreidepreise haben ihren Tiefpunkt erreicht

Inhaltsverzeichnis

Während der Goldpreis beständig neue Allzeithochs erreicht und auch der Kupferpreis neue mehrjährige Hochs erreicht hat, liegen die Getreidepreise am Boden. Diese sind in den letzten zwei Jahren deutlich überverkauft worden, haben aber in den letzten Wochen Anzeichen einer neuen stärkeren Dynamik gezeigt.

Getreidepreise gegenüber Gold deutlich überverkauft

Quelle: stockcharts.com

Getreidepreise haben ein begrenztes Abwärtspotenzial

Aufgrund ihres Ausverkaufs während des letzten Abwärtszyklus haben die Getreidepreise inzwischen ein begrenztes Abwärtspotenzial und ein größeres Aufwärtspotenzial, wenn der Marktzyklus wieder voll in Gang kommt.

Somit haben sie das Potenzial, hohe Gewinne zu erzielen, andere Rohstoffklassen zu übertreffen und sich besser zu entwickeln als andere Anlagen.

Fundamental bestehen Gründe für Aufwärtspotenzial

Auch von fundamentaler Seite bestehen Gründe für weiteres Aufwärtspotenzial in den Getreidepreisen.

Schlechtes Wetter und Krieg drohen beispielsweise die weltweite Weizenversorgung unter Druck zu setzen. Von durchnässten Feldern in Westeuropa über ausgedörrte Böden in Australien bis hin zum Einmarsch Moskaus, der die ukrainischen Lieferungen zurückhält, müssen die Landwirte mit Rückschlägen rechnen. Das bedeutet, dass die weltweiten Weizenvorräte die geringsten seit fast einem Jahrzehnt bleiben werden.

Und auch was den Maismarkt angeht, gibt es positive Signale: In der vergangenen Woche setzten die Fonds den Abbau ihrer Short-Wetten auf US-Getreide und Ölsaaten fort, die in letzter Zeit fast einen Rekord erreicht hatten. Auch hier sind es ungünstige Wetterbedingungen welche die Ernten weltweit bedrohen.

Die vergangene Woche war dabei die vierte Woche in Folge mit größeren Nettokäufen bei Mais. Hierbei übertrafen die neuen Longpositionen in der vergangenen Woche zum ersten Mal die Deckung von Shortpositionen, während in den drei vorangegangenen Wochen die Deckung von Shortpositionen dominierte.

Das US-Landwirtschaftsministerium veröffentlichte am 10. Mai seine ersten offiziellen Prognosen für das kommende Erntejahr 2024-25. Die Maisvorräte in den USA wurden im Vergleich zu den im Februar prognostizierten 17 % nur um 4 % erhöht, und die Maisaussaat in den USA ist aufgrund des anhaltend feuchten Wetters hinter dem Zeitplan zurückgeblieben.

Für Sojabohnen wirken die Überflutungen in den Anbaugebieten im Süden des Landes ebenfalls unterstützend.

Fazit: Getreidepreise haben ihren Tiefpunkt erreicht

Ein guter Vorhersage-Indikator für künftige Preisbewegungen in den Getreidepreisen ist deren relative Stärke gemessen an der Goldpreisentwicklung.

Das Gold-Getreide-Verhältnis ist in den letzten zwei Jahren sprunghaft angestiegen, sol heißen, während der Goldpreis gestiegen ist, haben die Getreidepreise underperformt. Und dies ist traditionell charakteristisch für eine Talsohle im Getreidezyklus. Die neu aufgeflammte Dynamik der Getreidepreise deutet darauf hin, dass der Getreidezyklus tatsächlich seinen Tiefpunkt erreicht hat.

Aufgrund der Backwardation auf dem Sojabohnenmarkt und eines nicht zu vernachlässigenden Contango auf dem Weizenmarkt könnten Sojabohnen möglicherweise sogar besser abschneiden.

Mit Hilfe von ETFs oder ausgewählten Agrar-Aktien lässt sich von steigenden Getreidepreisen profitieren.