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Die Unterscheidung der wichtigsten Rohölsorten im Detail

von Miriam Kraus

West Texas Intermediate: Das nordamerikanische und an der NYMEX gehandelte WTI ist das meistgehandelte Referenzöl. Es weist einen sehr niedrigen Schwefelgehalt und eine geringe Dichte auf. Es ist damit ein „Light Sweet Crude“ .

Brent Crude: Das europäische Brent Crude repräsentiert 15 verschiedene Ölsorten, welche aus den Brent und Ninian Systemen im East Shetland Bassin in der Nordsee gewonnen werden. Es weist eine mittlere Dichte auf und einen geringen Schwefelgehalt, ist also ein „Intermediate Sweet Crude“ und eignet sich vor allem für die Konvertierung in Benzin, Heizöle und Bitumen. Brent Crude gilt darüber hinaus als Benchmark für andere europäische, afrikanische und Öle aus dem Mittleren Osten.

Der OPEC-Korb: Der OPEC-Korb ist eine Referenzmarke für die 12 wichtigsten Rohölsorten der OPEC-Mitglieder. Gegenwärtig umfasst er die Rohölsorten Sahara, Minas, Iran Heavy, Basra Light, Kuwait Export, Es Sider, Bonny, Qatar Marine, Arab Light, Murban, BCF 17 (Furrial) und Girassol. Durchschnittlich erreichen diese Rohölsorten eine mittlere Dichte und einen mittleren Schwefelgehalt. Sie sind also qualitativ nicht so hochwertig wie Brent oder gar WTI. Das ist der Grund für den Preisabschlag des OPEC-Korb-Durchschnittspreises gegenüber den anderen beiden Referenzölen.

Tapis: Das in Malaysia geförderte Tapis ist das Referenzöl Asiens und wird an der Börse Singapur gehandelt. Tapis ist ein leichtes Rohöl, weist also kurzkettige Kohlenwasserstoffe auf, aber mit einem höheren Schwefelgehalt als Brent und WTI.

Dubai Fateh: Das im mittleren Osten geförderte Dubai Fateh ist ein Referenzöl für die asiatisch-pazifische Region, wohin es auch hauptsächlich exportiert wird. Ähnlich wie der OPEC-Korb weist es eine mittlere Dichte und einen höheren Schwefelgehalt als die nordamerikanischen und europäischen Referenzöle auf.

Minas: Das inzwischen im OPEC-Korb vertretene indonesische Minas, ist ein weiteres asiatisches Referenzöl. Minas ist ein schweres Rohöl, ebenfalls mit mittlerem Schwefelgehalt.

Urals: Als Urals wird das russische Referenzöl bezeichnet. Urals ist im Grunde genommen ein Pipelinegemisch verschiedener in Russland geförderter Rohölsorten. Leichte Rohölsorten aus Ost-und Westsibirien werden beim Transport mit den sauren Rohölsorten, mit hohem Schwefelgehalt aus dem Wolgaland und Baschkirien gemischt. Auf diese Weise wird die Qualität des Öls auf einen Durchschnittswert gebracht. Alles in allem führt dies dazu, dass das schlussendliche Urals-Öl eine Rohölsorte minderer Qualität geworden ist. Es wird als so genanntes Saures Rohöl bezeichnet und notiert bislang mit deutlichem Preisabschlag gegenüber Brent und WTI. Vor allem die russischen Ölkonzerne, welche ein schwefelärmeres Rohöl fördern sind bestrebt die Einführung einer neuen leichten Rohölsorte zu forcieren. Diese könnte beispielsweise über die Ostsibirien-Pazifik-Pipeline qualitativ hochwertigeres, schwefelärmeres Rohöl nach China transportieren.

So long liebe Leser…sie sehen, noch gilt: je süßer und leichter desto teurer…doch im Angesicht schwindender Reserven an Light Sweet Crude und dahingehend, dass neue Vorkommen vermehrt schweres, saures Rohöl beherbergen, muss man sich die Frage nicht nur nach den steigenden Preisen für süße Rohölsorten stellen, denn die Verarbeitung der sauren Rohölsorten kostet eben mehr Geld und ist damit nur bei hohen Preisen rentabel…nun, so viel für heute…die Faszination dieses Themas lässt mich einmal mehr nicht los und so geht es morgen weiter mit Teil 6…bis morgen

Ihre Miriam Kraus

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