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Die Gossenschen Gesetze

Sehen wir uns zunächst einmal die Gossenschen Gesetze an:

Erstes Gossensches Gesetz

Auch „Das Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen“ oder „Das Sättigungsgesetz“

Die Größe eines und desselben Genusses nimmt, wenn wir mit der Bereitung des Genusses ununterbrochen fortfahren, fortwährend ab, bis zuletzt Sättigung eintritt.“ (Hermann Heinrich Gossen; Entwicklung der Gesetze des menschlichen Verkehrs und der daraus fließenden Regeln für menschliches Handeln; 1854)

Was sagt uns das?

Im Grunde genommen sagt uns das nichts anderes, als folgendes: wenn wir ein Gut konsumieren, dann nimmt der Zusatznutzen (Grenznutzen), welchen wir hieraus ziehen, bei zunehmender Konsummenge ab.

Anders ausgedrückt: wir haben Hunger und essen ein Stück Kuchen. Nach dem Genuss des Kuchens, ergibt sich für uns ein hoher Nutzwert. Wir essen ein zweites Stück Kuchen. Der Nutzwert ich schon geringer. Beim dritten Stück Kuchen sind wir eigentlich schon satt, der Zusatznutzen ist nur noch äußerst gering. Beim 4.Stück wird uns schlecht und der Nutzwert kehrt sich sogar ins Negative. (alternativ lässt sich das Beispiel natürlich mit allen möglichen Konsumgütern durchführen)

Der zusätzliche Nutzen einer zweiten, dritten, vierten usw. Konsumeinheit des Gutes nimmt also ab, bis hin zum Sättigungsgrad.

Dies lässt sich auch herrlich mathematisch mit Hilfe der Nutzenfunktion darstellen, mit der wir uns aber erst nächste Woche beschäftigen wollen.

Zweites Gossensches Gesetz

Auch Grenznutzenausgleichsgesetz.

Der Mensch, dem die Wahl zwischen mehren Genüssen frei steht, dessen Zeit aber nicht ausreicht, alle vollaus sich zu bereiten, muß, wie verschieden auch die absolute Größe der einzelnen Genüsse sein mag, um die Summe seines Genusses zum Größten zu bringen, bevor er auch nur den größten sich vollaus bereitet, sie alle theilweise bereiten, und zwar in einem solchen Verhältniß, daß die Größe eines jeden Genusses in dem Augenblick, in welchem seine Bereitung abgebrochen wird, bei allen noch die gleiche bleibt. Es folgt dieses aus dem Gesetz der Abnahme der Genüsse…“ (Hermann Heinrich Gossen; Entwicklung der Gesetze des menschlichen Verkehrs und der daraus fließenden Regeln für menschliches Handeln; 1854)

Was sagt uns das?

Hierbei geht es darum einen Gesamtnutzen aus dem Genuss aller Güter zu ziehen. Oder anders: der Grenznutzen für alle Güter (jeweils dividiert durch den jeweiligen Preis eines Gutes) muss (so wäre es optimal) übereinstimmen.

Das heißt man verteilt sein Einkommen natürlich auf eine Vielzahl von Konsumgütern (oder Genüssen) [schließlich isst niemand nur Kuchen, man trinkt auch Wasser] und versucht dabei den höchsten Gesamtnutzen zu erzielen. Dieser ergibt sich, wenn der Grenznutzen der Güter übereinstimmt. Man könnte auch sagen: der Nutzen der letzten Einheit Kuchen, ist gleich dem Nutzen der letzten Einheit Wasser, ist gleich dem Nutzen der letzten Einheit Diamant.

Oder noch mal anders gesagt: es geht darum so weit zu diversifizieren, bis ein Maximum an Gesamtnutzen erreicht wird. Wenn wir eine bestimmte Menge eines Gutes zur Bedürfnisbefriedigung besitzen (also zum Beispiel Geld), dann geht es nun darum dieses so weit auf die verschiedenen Güter aufzuteilen, bis ein optimales Ergebnis besteht. Dieses entsteht dann, wenn der Grenznutzen der Güter gleich ist.

Jetzt sag ichs einmal ganz lapidar: wenn der Grenznutzen (geteilt durch den Preis) von zwei Einheiten Wasser, dem Grenznutzen (geteilt durch den Preis) von einer Einheit Kuchen und dem Grenznutzen (geteilt durch den Preis) von 1 Einheit Diamant entspricht, dann kaufen wir für unsere Einheit Geld zwei Glas Wasser, ein Stück Kuchen und 1 Diamantsplitter und sind zufrieden.

So long liebe Leser….Nicht gerade der einfachste Tobak das Ganze, ich weiß! Nächste Woche aber wird es anschaulicher, wenn wir uns dem Ganzen von Seiten der Mathematik nähern, ich verspreche es….Sie glauben mir nicht?!…Warten Sie es ab! Der Grenznutzen lässt sich nämlich sehr hübsch grafisch darstellen und so nähern wir uns auch schon der Nutzenfunktion…..Dann sehen wir uns auch nochmal das 2.Gossensche Gesetz näher an und klären in aller Ruhe, wie dieses das Wertparadoxon auflöst…. doch zuvor lesen wir uns morgen, wie gewohnt, zum Wochenrückblick wieder..liebe Grüße und noch einen schönen Abend, wünscht

Ihre Miriam Kraus

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Über den Autor Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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