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Gaspreisdeckel soll Inflation begrenzen – geht das?

Inhaltsverzeichnis

Als entscheidender Faktor für Wachstum und sozialen Frieden in Europa hat sich die Entwicklung der Inflation entpuppt. Besonders inflationstreibend waren hier zuletzt die explodierenden Energiepreise.

Und die katastrophale ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank in der Coronakrise. Aber das würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen. Bleiben wir also bei den Energiepreisen.  

Der verheerenden Entwicklung der explodierenden Energiepreise hat die Europäische Union den Kampf angesagt. Mehrere Monate haben die EU-Staaten an einem europaweiten Gaspreisdeckel gefeilt. Nun ist dieser beschlossene Sache.

Gaspreisdeckel soll Inflation entspannen – funktioniert das?

Doch der Mechanismus ist ein zweischneidiges Schwert. Wie jeder staatliche Markteingriff dürfte auch hier der Schuss nach hinten losgehen. Darüber hinaus gibt es ein viel effektiveres Mittel, um den Gaspreis dauerhaft niedrig zu halten. Die Wirkung, die Vor- und Nachteile sowie mögliche Alternativen zu einem solchen Preisdeckel sollen meine nächsten Beiträge zu diesem wichtigen Thema für Sie beleuchten.

Zuerst zum Preisdeckel selbst. Hier soll unter bestimmten Bedingungen der Gaspreis ausschließlich am niederländischen Großhandelsplatz TTF künftig auf 180 Euro pro Megawattstunde begrenzt werden.

Es geht hierbei ausschließlich um die Großhandelspreise für Lieferungen auf Termin, nicht um die Endkundenpreise, die die Versorger machen. Die Endkundenpreise, also das, was Sie für Ihr Gas bezahlen müssen, werden nur auf längere Sicht über die nun regulierten Großhandelspreise beeinflusst.

So funktioniert der europäische Gaspreisdeckel

Der sogenannte Korrekturmechanismus für den Gasmarkt (eine Maßnahme zur Verhinderung extremer Preisschwankungen) wird ab dem 15. Februar 2023 für ein Jahr gelten.

Damit die Obergrenze in Kraft tritt, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: Die niederländischen TTF-Gaspreise müssen über 180 Euro pro Megawattstunde liegen und mindestens 35 Euro über den Weltmarktpreisen für Flüssiggas.

Beide Obergrenzen müssen drei Tage lang überschritten werden, damit der Mechanismus aktiviert wird. Sobald er ausgelöst wurde, bleibt er für mindestens 20 Arbeitstage in Kraft. Er gilt auch für alle anderen Gashandelsplätze in der EU.

Sie merken schon: mit einem einfachen Mechanismus gibt man sich hier nicht zufrieden. Das ist allerdings noch das kleinste Problem beim Gaspreisdeckel. Mehr dazu in meinen folgenden Beiträgen.