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Energiekrise: Jedes 4. Familienunternehmen plant Jobabbau

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Bisher gingen die jüngsten Krisen immer am Arbeitsmarkt vorbei. Doch das scheint sich jetzt zu ändern – mit möglicherweise dramatischen Folgen.

Energiekrise: Jedes 4. Familienunternehmen plant Jobabbau

Denn immer mehr Unternehmen in Deutschland erwägen wegen der hohen Energiepreise den Abbau von Arbeitsplätzen. Noch vor einem halben Jahr gingen 14 Prozent davon aus, dass sie möglicherweise Personal entlassen müssen – inzwischen sind es 25 Prozent. Zusätzlich wollen mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Unternehmen geplante Investitionen verschieben. Um die Belastungen wenigstens teilweise aufzufangen, geben 90 Prozent der befragten Unternehmen an, die Preise zu erhöhen.

Dies geht aus der veröffentlichten Umfrage des Münchner IFO-Instituts im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen hervor. Wir stehen in Deutschland also vor einem tödlichen Mix aus höherer Arbeitslosigkeit, noch höherer Inflation und wegbrechender Investitionen/ Nachfrage. Was wiederum zu Deindustrialisierung und Wohlstandsverlust in einem nie gekannten Ausmaß führen wird.

Stiftungsvorstand Rainer Kirchdörfer dazu: “Wir sehen seit einiger Zeit eine schleichende Verlagerung industrieller Wertschöpfung. Dies werden wir als Deindustrialisierung und Wohlstandsverlust erst in Jahren spüren – dann aber unumkehrbar.”

Falsche Energiepolitik: Deutschland droht die Deindustrialisierung

Mit anderen Worten: der Standort Deutschland wird zerstört. Unwiderruflich. Laut der Stiftung fahren die Unternehmen bereits die Fertigung zurück und/ oder verlagern ihre Produktion dorthin, wo Energiekosten, Steuern und Bürokratielasten niedriger sind. Das sind beispielweise Länder wie die Türkei oder die USA.

Die Politik versuche die steigenden Energiekosten zu dämpfen, was richtig sei. Zu den notwendigen Maßnahmen gehöre, Kernenergie als Übergangslösung für längere Zeit nutzen. Die popligen paar Monate bis „längstens April“ sind hingehen ein schlechter Witz. Auch der Ausbau der erneuerbaren Energien müsse beschleunigt werden und Kohlekraftwerke im Einsatz bleiben.

Bundesregierung immer noch ohne langfristiges Energiekonzept

Was aber absolut fehlt, ist eine längerfristige Strategie zur Beschaffung kostengünstiger Energie. Nur dann können die Energiepreise (derzeit die höchsten der Welt!) wieder dauerhaft sinken und die Wirtschaft in Deutschland gehalten werden.

Die Politik hat hier nicht den geringsten Plan. Heimische Erdgasvorkommen bleiben somit weiterhin ungenutzt, Atomkraft gilt weiterhin als böse, sofern sie im Inland produziert wird. Im Ausland kauft man sie dagegen gerne, auch aus Atomkraftwerken zweifelhafter Bauart. Was für eine dämliche Heuchelei!

Der Umfrage zufolge sagen 17 Prozent der Unternehmen, sie würden energieintensive Geschäftsfelder ganz aufgeben. Damit fallen Arbeitsplätze und Steuereinnahmen weg -für immer. Vor einem halben Jahr trugen sich erst 11 Prozent mit diesem Gedanken. Doppelt so viele Unternehmen (13 Prozent) wie im Frühjahr denken über Produktionsstopps nach.

Neun Prozent der Unternehmen planen, die Betriebsstätten ins Ausland zu verlagern. Vor einem halben Jahr waren es noch sechs Prozent.

Im laufenden Jahr dürften bei den Unternehmen durchschnittlich 8,2 Prozent des Gesamtumsatzes auf Energiekosten entfallen. Im Jahr 2021 waren es den Angaben zufolge nur 5,1 Prozent. Das bedeutet: wer nicht dichtmacht, muss die Preise erhöhen.

Die Zinserhöhungen der Europäische Zentralbank bleiben in dieser Situation wirkungslos im Kampf gegen die Inflation. Die Energiepreise müssen runter! Und das schnell.

Das geht aber nur mit der Entsorgung ideologischer Altlasten, allen voran der hirnverbrannten „Energiewende“, wie die Zerstörung von hochmodernen Atom- und Kohlekraftwerken im Bürokratendeutsch heißt. Diese künstliche Angebotsverknappung führte zu einer Preisexplosion bei Strom, der Sanktionskrieg mit Russland zu einer Preisexplosion bei Gas.

Andernfalls wird es ein schmerzhaftes Erwachen geben. Vielleicht werden VW und Siemens bald ihren Sitz in den USA haben und der DAX verwaist.