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HelloFresh Aktie: Wachstum kühlt ab – das müssen Sie jetzt wissen!

Was koche ich heute Abend? Eine gute Frage, die sich jeder von uns immer wieder stellt. Nun, Abhilfe schafft HelloFresh. Über den Dienst können Kunden sogenannte Kochboxen bestellen – mitsamt Rezepten und frischen Zutaten.

In der Corona-Krise und in Zeiten des Stay-at-Home-Trends ist HelloFresh zu einer beachtlichen Wachstumsmaschine avanciert. Kaum ein anderes deutsches Unternehmen konnte durch die Pandemie einen solchen Siegeszug hinlegen – ausgenommen Extremfälle wie der Impfstoffentwickler BioNTech.

Die große Frage aber bleibt: Wird HelloFresh auch nach Corona weiter wachsen können oder wird das Unternehmen allmählich in Vergessenheit geraten? Die Firma selbst jedenfalls sieht das Virus als eine Art Katalysator, einen Boost, der das Wachstum von morgen erst ermöglicht. Tatsächlich sollte man HelloFresh noch lange nicht abschreiben, wenngleich sich das Wachstum natürlich abkühlen dürfte.

Q2-Zahlen: HelloFresh bleibt auf Wachstumskurs

Vor Kurzem hat das deutsche Unternehmen nun seine Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt. Kurzum: Die Umsätze florierten, der Gewinn aber geriet in Schieflage.

Zwischen April und Ende Juni erwirtschaftete der Kochboxenversender einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, aber nur ein Zugewinn von 4 Prozent im Vergleich zu Q1 2021. Und auch die Kundenzahl konnte man im abgelaufenen Quartal verbessern. Aber auch hier sind die Unterschiede zu Q1 nicht allzu hoch:

  • weltweite Kunden Q1 2021: 7,28 Mio.
  • weltweite Kunden Q2 2021: 7,68 Mio.
  • Ordereingänge Q1 2021: 29,28 Mio.
  • Ordereingänge Q2 2021: 30,98 Mio.

Sie sehen also: Das große Wachstum bei HelloFresh ist zu Ende. Jetzt dürfte es allenfalls nur noch kleinere Schritte geben – zumindest vorerst. Als weiterer Wermutstropfen erweist sich die Profitabilität. HelloFresh konnte im Unterschied zu vielen anderen Branchenvertretern in letzter Zeit zwar Gewinne einfahren. So weit so stark.

Doch die Profitabilität hat nachgelassen

So fiel der Überschuss im Vergleich zum Vorjahr um etwas mehr als ein Viertel auf 84 Millionen Euro. HelloFresh begründet den Gewinnrückgang mit höheren Ertragssteuern. Im Vorjahr hatte man demnach noch viele Verlustvorträge ansetzen können. Zum anderen musste das Unternehmen auch deshalb mehr Steuern zahlen, da der Umsatz gegenüber dem Vorjahr massiv gestiegen ist.

Und wie geht es weiter?

Bereits vor der Quartalsbilanz hatte HelloFresh seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben. Demnach sollen die Erlöse nun um 45 bis 55 Prozent wachsen. Zuvor hatte man 35 bis 45 Prozent in Aussicht gestellt.

Bei der Profitabilität müssen Sie sich indes auf weitere Einschnitte gefasst machen. So soll die EBITDA-Marge nur noch bei 8,25 bis 10,25 Prozent liegen anstatt bei 10 bis 12 Prozent. HelloFresh führt die Renditesenkung auf höhere Investitionen zurück. Darunter auch steigende Kosten für Marketingmaßnahmen bzw. Kundenakquise.

Mein Fazit für Sie: HelloFresh ist weiterhin auf Wachstumskurs. Die ganz großen Sprünge aber dürften erst einmal Geschichte sein. Jetzt muss der Konzern mehr Geld als zuvor in die Hand nehmen, um seine Bestandskunden zu halten und neue Nutzer hinzuzugewinnen. Das wird erst einmal die Profitabilität schmälern. Auf längerfristige Sicht aber dürfte HelloFresh gute Chancen haben, seine Position auszubauen.

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Über den Autor
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Marco Schnepf

Börse aus Leidenschaft: Marco Schnepf analysiert seit Jahren das tägliche Geschehen an den Kapitalmärkten.

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