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Afrikanische Staatsanleihen?

*** Einige Rating-Agenturen haben in den letzten Tagen ihre Ratings für einige Länder Afrikas aktualisiert. Nicht, dass ich von den Rating-Agenturen viel halten würde. Deren Ratings haben oft den Hauch eines „Geschmäckles“. Insbesondere die Jahre- oder Jahrzehntelange Bestnote der USA konnte ich nicht nachvollziehen, spätestens als die Staatsverschuldung der USA Richtung 100% des BIPs kletterte.

Was nicht bedeutet, dass „alles falsch“ ist, was von den Rating-Agenturen kommt, sicherlich nicht. Es heißt nur, kritisch zu sein. Aber das muss man an den Finanzmärkten im Grunde bei jeder Quelle außerhalb des Trader´s Daily. Selbst da bleiben Sie bitte kritisch!

Was sagen nun also die Rating-Agenturen? Das Rating von Fitch für Namibia bleibt unverändert bei BBB- bzw. BBB. Der Ausblick wurde auf „stabil“ erhöht. Das Haushaltsdefizit soll bis 2014/2015 auf 2,4% des BIP sinken. Die Höhe der Gesamtverschuldung bleibt mit 26% des BIP vergleichsweise niedrig. Wie gesagt, in den USA liegt der Wert bei 100%, und für Griechenland soll es schon ein Erfolg sein, wenn der Wert auf 120% gedrückt werden kann.

Prognostiziertes Wirtschaftswachstum für 2012-2014 von durchschnittlich 4,0 bis 4,5%. Ist doch ganz ordentlich.

Und geradezu Musterschüler-Qualitäten werden Botswana bescheinigt. Da hat die Rating-Agentur Moody´s ein Rating von A2 bestätigt, Ausblick stabil. Hier soll es im laufenden Haushaltsjahr sogar einen Überschuss im Staatshaushalt geben. Die Höhe der Gesamtverschuldung liegt mit geschätzten 17,8% des BIP ohnehin auf einem niedrigen Niveau, wie es in der Euro-Zone wahrscheinlich nur Luxemburg vorweisen kann.

Insgesamt prognostiziert Moody´s für das südliche Afrika ein Wirtschaftwachstum von sogar 5,4%.

Dies alles im wohltuenden Gegensatz zu den ernüchternden Nachrichten aus dem Kongo und Süd-Sudan. Afrika ist eben nicht gleich Afrika. Alles in einen Topf werfen ist zumindest irreführend. Aber das gilt ja nicht nur für den afrikanischen Kontinent.

*** Und übrigens…“ich wollte es mal gesagt haben“, wie es im Rheinland so schön heißt.

Im Februar hatte ich Sie auf namibische Euro-Bonds hingewiesen.

Als spekulative Beimischung finde ich die durchaus interessant. Anleihen-Depot aus norwegischen und australischen Anleihen. Und eben einigen namibischen Euro-Bonds.

Spekulativ deshalb, weil sie in Dollar notieren. In US-Dollar. Und Anlage in US_Dollar behagt mir weiterhin nicht. Ausfallrisiko beim Emittenten sehe ich hingegen aktuell nur minimal. Konditionen: 500 Mio. US-Dollar Volumen, Kupon 5,5%, Laufzeit bis 2021. Bei Emission war die Anleihe schon um Faktor 5 überzeichnet. Zum Zeitpunkt meiner Erwähnung konnte sie sogar für leicht unter pari gekauft werden, Rendite 5,75% p.a.

Inzwischen hat die Notierung schon an der Marke von 112,0% gekratzt. Rendite immer noch knapp 4%. Wer hätte gedacht, dass ich mal als Alternative zu europäischen Staatsanleihen auf der Suche nach Anleihen von Emerging Markets bin…

Mit herzlichem Gruß!

Ihr

Michael Vaupel

Diplom-Volkswirt / M.A.

Chefredakteur Trader´s Daily

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Über den Autor Michael Vaupel

Michael Vaupel ist Rohstoff- und Derivate-Experte. Der 40-jährige hat an der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn Volkswirtschaftslehre studiert.

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Alte Kommentare
  • schoechli schrieb am 14.12.2012, 14:39 Uhr

    Immer noch in aussi$ anleihen investieren?