Wie die Ampelpläne die Inflation erhöhen

Inhaltsverzeichnis

Die Bauernproteste sind derzeit ein Hauptthema in den Nachrichten. Die deutschen Bauern sorgen sich um ihre Existenz, nachdem die Ampelregierung verkündete, neue Steuern einführen zu wollen (nämlich eine Kfz-Steuer auf Landmaschinen und die Energiesteuer auf Agrardiesel). Es geht hier nicht um die Abschaffung von Subventionen, wie in den Mainstream-Medien immer wieder irreführend berichtet wurde.

In zahlreichen Städten kam es zu Blockaden und kilometerweiten Traktorkolonnen. Ein Teil dieser Steuererhöhungen soll zwar mittlerweile zurückgenommen werden. Aber der Protest hat sich längst verselbständigt, nachdem sich die ebenfalls von Steuererhöhungen betroffenen Spediteure und Gastronomen sowie zahlreiche weitere Gewerke den Protesten angeschlossen haben.

Hält die Ampelregierung dennoch wie angekündigt an den Steuererhöhungen fest, was bedeutet dies dann für die deutsche Wirtschaft und für deutsche Aktien insgesamt?

Wie die Ampelpläne die Inflation erhöhen

Ganz einfach: ein Wiederaufflammen der Inflation – mit all ihren hässlichen Folgen. Wer höhere Steuern in der Landwirtschaft beschließt, der erhöht die Nahrungsmittelpreise. Wer höhere Steuern für den Güterverehr (Kraftstoffe/ Speditionen) beschließt, der erhöht die Preise nahezu aller Güter. Weil alles irgendwie zum Endverbraucher transportiert werden muss und zumindest die letzte Strecke per Lkw bewältigt wird. Wer die Mehrwertsteuer in der Gastronomie erhöht, der erhöht auch die Preise dort.

Höhere Preise für Güter und Dienstleistungen bedeuten aber höhere Inflation. Eine höhere Inflation wiederum erfordert eine restriktivere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank – also höhere Zinsen oder zumindest auf absehbare Zeit keine Zinssenkungen.

Deutschland auf dem Weg in eine schwere Rezession?

Eine restriktivere Geldpolitik wiederum bedeutet, dass wir weiterhin kein Wirtschaftswachstum in Deutschland haben werden. Im vergangenen Jahr betrug das BIP-„Wachstum“ in Deutschland -0,3 %. Wir sahen also eine Rezession.

Dennoch konnte der DAX um über +20 % zulegen, weil die Börse die erhoffte Besserung der Lage durch künftig niedrigere Zinsen bereits eingepreist hat. Wenn jetzt nichts mehr daraus wird, weil höhere Steuern zu einer höheren Inflation und somit höheren Zinsen führen, dann muss die Börse diese erhoffte Entspannung wieder auspreisen – mit einem DAX-Absturz.

Vielleicht sagen Sie jetzt: Aber die Ampel-Regierung muss doch sparen, nachdem deren Haushaltstricksereien beim Bundesverfassungsgericht aufgeflogen sind und die weitere Neuverschuldung per Grundgesetz begrenzt ist.

Einsparungspotenzial gibt es genug – aber sinnvoll

Richtig! Die Frage ist nur, wo gespart wird. Ich hätte da einen Vorschlag: Die Finanzierung von Bussen und Radwegen in Peru (315 Millionen Euro) erhöhen vielleicht kurzzeitig das Wachstum in Peru, aber nicht das in Deutschland. Die Ankurbelung des peruanischen Wachstums dürfte jedoch nicht Aufgabe des deutschen Steuerzahlers sein.

Gleiches gilt für die Finanzierung des Kaufs von Luxus-SUVs für nigerianische Politiker (jährliche deutsche Entwicklungshilfe: über eine halbe Milliarde Euro). Und warum bezahlen wir eigentlich 5,71 Milliarden Euro Entwicklungshilfen an Indien oder 0,9 Milliarden Euro an China, die uns teilweise inzwischen sogar voraus sind?

Im vergangenen Jahr hat Deutschland so viel Entwicklungshilfe gezahlt wie noch nie – insgesamt 33,3 Milliarden Euro. Viele dieser Projekte sind äußerst fragwürdig und wurden unter anderem vom Bund der Steuerzahler als reine Geldverschwendung gerügt.

Mit Einsparungen in diesem Bereich ließen sich Steuererhöhungen wie die oben genannten vermeiden, die am Ende unser Wachstum weiter drücken. Dies wäre zumindest solange geboten, bis das heimische Wachstum wieder von alleine Fahrt aufnimmt.

Zustände bald wie in Holland und Frankreich

Andernfalls besteht das Risiko, dass aus der leichten Rezession des Vorjahres eine ernste Krise samt Rezession wird. Dann sind die friedlichen Bauernproteste nur der Auftakt zu einer womöglich deutlich kritischeren Entwicklung, wie etwa die teils gewalttätigen Gelbwestenproteste in Frankreich und die unnachgiebigen Bauernproteste in Holland gezeigt haben. Letztere führten im vergangenen Sommer mit zum Rücktritt der holländischen Regierung.

Als DAX-Anleger sollten Sie die Entwicklung genau beobachten. Höhere Steuern sind in jedem Fall mittelfristig Gift für die DAX-Kurse.