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Inflationsrate mit 2. Rückgang in Folge – Trendwende?

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Kürzlich schrieb ich Ihnen über die von mir erwartete, baldige Entspannung an der Inflationsfront in den USA. Inzwischen sehen wir solch ermutigende Zeichen aber sogar schon in Deutschland! Als Beweise taugen die neusten deutschen Inflationsdaten.

Inflationsrate mit 2. Rückgang in Folge – Trendwende?

Nach 7,6 % im Juni lag die deutsche Inflationsrate im Juli mit 7,5 % zwar weiter auf einem hohen Niveau. Aber sie ist zurückgegangen. Und das nun schon das zweite Mal in Folge, denn im Mai lag die Teuerung noch bei 7,9 %! Was übrigens noch der höchste Stand seit dem Winter 1973/1974 war.

Die Inflationsrate gibt an, wie stark sich die Verbraucherpreise gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat verändert haben. Und hier sehen wir endlich eine Entspannung! Wenn auch vorerst nur eine leichte und noch dazu eine, die mit sehr viel Staatsgeld erkauft werden musste.

Inflationsrückgang teilweise staatsfinanziert?

Denn diese Entwicklung dürfte in einem gewissen Ausmaß auch auf das Konto des Entlastungspaketes der Bundesregierung mit Tankrabatt und 9-Euro-Ticket gehen. Wobei der Effekt der staatlichen Maßnahmen heute noch nicht quantifizierbar ist.

Fakt ist, die Tankstellen haben den staatlichen „Tankrabatt“ (einen teilweisen Steuerverzicht) nach den Berechnungen des ifo-Institutes beim Diesel zu 100 Prozent weitergegeben. Das sind 17 Cent Steuersenkung je Liter. Beim Super Benzin waren es 29 bis 30 Cent von den 35 Cent Steuersenkung, also 85 Prozent“, sagt Florian Neumeier vom ifo Institut. Betrachtet wurden die Preise in Deutschland im Vergleich zur Entwicklung in Frankreich vor und nach dem 1. Juni.

Diese Maßnahme dürfte also den Inflationsdruck etwas reduziert haben. Sie ist jedoch auch nur 3 Monate befristet.

Wie Sie sicher wissen, waren es vor allem die Preisanstiege bei Energie und Nahrungsmitteln, die für die hohe Inflation verantwortlich waren. So lagen die Energiepreise im Juli um 35,7 % höher als im Vorjahresmonat, die von Nahrungsmitteln um 14,8 % höher. Die Warenpreise verteuerten sich im Juli mit einer Jahresrate von 14,1 %, während Dienstleistungen nur um 2,0 % und darunter Wohnungsmieten um 1,8 % zulegten.

Einheitliche Daten zeigen noch keine Entspannung

Auf Basis des europaweit einheitlich definierten HVPI-Index („harmonisierter Verbraucherpreisindex“) erhöhten sich die deutschen Verbraucherpreise auf Jahressicht im Juli sogar noch mehr – nämlich um 8,5 % (nach 8,2 % im Juni). Hier sahen wir also noch keinen Entspannungseffekt.

Wegen der hohen Inflation hat die Europäische Zentralbank (EZB) zuletzt zum ersten Mal seit dem Jahr 2011 wieder die Leitzinsen erhöht. Eigentlich wollte die Zentralbank die Inflation zumindest mittelfristig nicht über 2 % steigen lassen. Aber die Währungshüter bleiben viel zu lange untätig. Zudem können sie Inflationsursachen wie Knappheit nicht mit ihrer Geldpolitik beheben.

Bleibt die Hoffnung, dass die preistreibende Knappheit nur ein vorübergehender Faktor ist und dass die nun etwas straffere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ausreichen wird, um die Inflation langfristig wieder in den Griff zu bekommen. Sehr optimistisch bin ich in dieser Hinsicht für die Eurozone aber nicht. Auch nicht, was europäische Aktien angeht.

Dennoch könnten weitere Entspannungs-Signale bei den europäische Inflationsdaten auch bei den Euro-Aktien eine Fortsetzung der Kurserholung bewirken, die wir seit einigen Wochen sehen.