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Börse in Athen stürzt auf das Niveau von 1989 ab

2016 wird das Jahr, in dem die Eurokrise wieder auferstehen wird. Denn prominente Wackelkandidaten feiern ihr Comeback. Zuerst Griechenland.

Sie erinnern sich: Griechenland wurde erst Mitte August 2015 „gerettet“ – zum dritten Mal. Die Rettung ist auf drei Jahre angelegt und wird bis zu 86 Milliarden Euro an neuen Krediten kosten.

Zusätzlich zu den bisher über 400 Milliarden Euro, die die europäischen Steuerzahler bereits „investieren“ mussten, um die Kartoffeln für deutsche und französische Banken in Griechenland wieder aus dem Feuer zu holen.

Wenn Sie sich allerdings Wirtschaft und Börse in Griechenland anschauen, dann wird klar: das kann noch nicht alles gewesen sein. Das nächste Rettungspaket kommt bestimmt.

Griechischer Aktienindex Langfristchart

Griechenland_Börse

Erst vor wenigen Tagen sackte die Athener Börse dramatisch ab – auf 420 Punkte, den tiefsten Stand seit 1989! So weit reicht mein Chart gar nicht mehr.

Zusätzlich zur allgemein schlechten Stimmung an den Märkten zu Jahresbeginn 2016 machten den Investoren die Kosten der Flüchtlingskrise (bisher 2 Mrd. Euro in Griechenland) sowie ein mögliches Scheitern der Gespräche zwischen Griechenland und seinen Geldgebern Angst.

Grafik: Fallende Kurse & Kopf im Sand

Das nächste Milliardengrab der EU ist beschlossene Sache...Die EU hat einen neuen Milliarden-Bailout für Griechenland genehmigt. Doch wem genau hilft die EU dabei aus der Patsche? › mehr lesen

Die Gewährung neuer Überbrückungskredite steht auf dem Spiel, weil maßgebliche Reformen nicht oder nicht ausreichend umgesetzt wurden und neue Kredite an weitere Bedingungen geknüpft sind.

Inzwischen rechnet wohl kein ernstzunehmender Analyst mehr damit, dass Griechenland jemals wieder auf eigenen Füßen stehen kann. Die Wirtschaft liegt seit den Banken-Schließungen im Sommer 2015 am Boden, es droht beine schwere Depression, zusätzlich ist das Land ist mit der Flüchtlingskrise völlig überfordert.

Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Einsicht, dass nichts mehr zu retten ist und Athen als erstes Land die Euro-Zone verlassen muss. Oder weitere dreistellige Milliardenbeträge an neuen Krediten, die ebenso verbrannt werden wie die bisherigen 400 Mrd. Euro an Steuergeldern.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten dieser Ausgabe investiert

 


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Über den Autor
Henrik Voigt

Henrik Voigt hat an der renommierten TU Dresden Wirtschaftsingenieurwesen studiert und als einer der Jahrgangsbesten sein Studium abgeschlossen.

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