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Wird der Euro in wenigen Wochen zerbrechen?

Wir sind ein wenig beunruhigt. Es mehren sich die Anzeichen der Unzufriedenheit in Europa.

Zudem wachsen die politischen Spannungen unter den europäischen Ländern. Die größte Sorge bereitet uns aber im Moment Italien.

Die italienische Staatsverschuldung wächst und wächst. Derzeit ist sie auf über 130 % des BIP angewachsen. Tendenz steigend.

Draghi versucht, den EURO zu retten

Letzten Donnerstag war es wieder so weit. Weitere geldpolitische Maßnahmen wurden verkündet. Der niedrige Ölpreis und das schwache Wachstum der europäischen Länder lassen die angestrebte Inflationsrate von 2% in weite Ferne rücken.

Aktuell befindet sich die Inflationsrate in den Euroländern bei 0,2%, Tendenz fallend. Es bleibt Draghi gar nichts anderes übrig, als weiter die Geldmenge auszubauen, um seinem Inflationsziel von 2% näher zu rücken.

Die Definition der EZB lautet Inflation = Wirtschaftswachstum. Sollte die EU in die Deflationsspirale gelangen, wäre das Vorhaben Europa und Euro womöglich gescheitert.

Der Schulden-Teufelskreis der EU

Denkt man genau über das Solidaritätsprinzip innerhalb der Euroländer nach, kommt man zu dem Schluss, dass dies letztlich nur schwer funktionieren kann.

Griechenland ist verschuldet, damals wie auch heute mussten und müssen diese Schulden auch von den schwachen Ländern wie z. B. Spanien und Italien mitgetragen werden. Diese verschulden sich dadurch noch mehr und können dann Ihre Schulden ebenfalls nicht mehr bedienen. Daher werden Sie wiederum von der EU unterstützt.

Damit dieser Schuldenkreislauf nicht gänzlich zusammenbricht, beschließt die EZB Geld zu drucken. Dennoch steigt die Verschuldung in den schwachen Ländern weiter und der Teufelskreis wird beschleunigt. Von der politischen Uneinigkeit wollen wir erst gar nicht sprechen.

Steht der Euro vor dem Aus?

Klare Aussage unsererseits: Wir geben der Euro-Zone aus aktueller Sicht nicht mehr sehr lange. Mit der Folge, dass der Euro dann als Erstwährung und die alten Landeswährungen als Sekundärwährung gehandelt werden.

Das wäre phantastisch für uns, da wieder alte – neue Währungen auf dem Kurszettel erscheinen würden. Für die Sparer und für die Banken wäre es aber erst einmal ein riesen Schock.

Die einzelnen Länder hätten aber die Möglichkeit, wieder abzuwerten, und der Euro würde trotzdem erhalten bleiben. Auf kurz oder lang würde aber der Euro sterben. Oder…… man versucht nach einer Übergangszeit ein vernünftiges System einzuführen. Wie man sieht, hat das bisherige nicht funktioniert.

Euro künstlich hochgehalten

Eins sollte jedem bewusst sein. Das aktuelle Szenario ist alles andere als eurofreundlich.

Trotz schwächender Nachrichtenlage und einem angespannten Umfeld hält sich der EUR/USD hartnäckig über der Marke von 1,08, hat jetzt auch die 1,09er-Marke nach oben verlassen können. Das ist die Handschrift der Notenbanken, die den Kurs stützen.

Der Euro wird noch schwächer werden, aber es soll langsam geschehen. Ein zu schneller Rückgang würde noch mehr Unruhe in die Weltwirtschaft bringen.

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Über den Autor Daniel Fehring

Daniel Fehring entdeckte schon in frühen Jahren seine große Leidenschaft für die Finanzwelt und hat das Traden als Börsenhändler von der Pieke auf gelernt.

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