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Wechselkurse im Devisenhandel: Darauf sollten Anleger achten

Ähnlich der Wertpapierkennnummer für Aktien gibt es auch für Währungen eine einheitliche Identifizierung. Die ISO-Norm 4217 ist der Internationale Standard für die Abkürzung von Währungen und erlaubt die eindeutige Identifizierung einer Währung. Die sogenannten ISO-Codes wurden bei der Vorstellung der einzelnen Währungen bereits mit aufgeführt.

Sie bauen sich stets nach dem gleichen Muster auf: Die ersten beiden Buchstaben identifizieren das emittierende Land der Währung, der dritte Buchstaben gibt den Namen der Währung an:

  • Land (nach ISO 3166-1), zum Beispiel »US« für »United States«
  • Name der Währung, in diesem Beispiel »D« für »Dollar«

Somit ist ausgeschlossen, dass es zu einer Verwechslung kommt, auch wenn die Währung den gleichen Namen hat. Eine Verwechselung des US-Dollars (USD) mit beispielsweise dem Australischen Dollar (AUD) ist somit nicht möglich. Die Codes der wichtigsten Währungen (im Fachjargon auch als Majors bezeichnet) lauten:

  • CAD Kanadischer Dollar
  • CHF Schweizer Franken
  • EUR Euro
  • GBP Britisches Pfund
  • JPY Japanischer Yen
  • NZD Neuseeländischer Dollar
  • USD US-Dollar

In Publikationen wird gelegentlich auch von folgenden Währungssymbolen Gebrauch gemacht:

  • € Euro
  • $ US-Dollar
  • £ Britisches Pfund
  • ¥ Japanischer Yen

Quotierung von Wechselkursen

Um einen Wechselkurs anzugeben, werden in der Regel die ISO-Codes der beiden Währungen (meist getrennt durch einen Schrägstrich) aneinandergehängt. Somit ist eine eindeutige Identifizierung der Wechselkurse zwischen unterschiedlichen Währungen möglich. Wird nur der ISO-Code einer Währung angegeben, ist in der Regel die Quotierung gegen den USDollar gemeint. Hier lässt sich erneut die Leitrolle des US-Dollars im weltweiten Devisenhandel erkennen.

Beispiele:

  • EUR/USD Wechselkurs des Euros gegenüber dem US-Dollar
  • GBP/JPY Wechselkurs des Japanischen Yens gegenüber dem Britischen Pfund
  • CHF Wechselkurs des Schweizer Franken gegenüber dem US-Dollar

Die zuerst genannte Währung wird dabei als Basiswährung (engl.: Base Currency, Unit Currency) bezeichnet, die an zweiter Stelle folgende Währung wird als variable Währung (engl.: Quote Currency, Price Currency) bezeichnet (EUR/USD 1,2974).

Alternativ – für den Einsteiger verständlicher, allerdings bei weitem nicht so platzsparend – könnte man den Wechselkurs somit auch wie folgt schreiben: 1 EUR = 1,2974 USD.

Der Wechselkurs stellt das Tauschverhältnis zwischen zwei Währungen da. Er zeigt an, wie viele Einheiten der variablen Währung einer Einheit der Basiswährung entsprechen. Er gibt somit das Ratio des Werts der beiden Währungen an: in diesem Fall die Anzahl der Dollars, die man gegen einen Euro tauschen kann.

Basiswährung und variable Währung

Bei der dargestellten Quotierung würde dies somit bedeuten, dass man für einen Euro 1,2974 US-Dollar bekommt. Umgekehrt ausgedrückt: Ein Euro kostet 1,2974 US-Dollar. Eine Transaktion entspricht stets dem gleichzeitigen Kauf einer Währung und Verkauf einer anderen Währung.

Geht man im EUR/USD »long« beziehungsweise kauft man Euros, muss man dafür mit US-Dollars bezahlen. Ein Verkauf von Euros beziehungsweise eine »Short-Position« im EUR/USD geht mit dem gleichzeitigen Erhalt von US-Dollars einher.

Auf- und Abwertung von Wechselkursen

Verändert sich der Wechselkurs von 1,2974 auf beispielsweise 1,3000, spricht man von einer Aufwertung des Euros. Für einen Euro bekommt man nun 1,30 US-Dollar, der Euro ist somit wertvoller beziehungsweise teurer geworden.

Verringert sich der Wechselkurs dagegen auf beispielsweise 1,25, spricht man von einer Abwertung des Euros. In diesem Fall erhält man für einen Euro nur noch 1,25 US-Dollar beziehungsweise muss nur noch 1,25 US-Dollar für einen Euro bezahlen. Der Wert eines Euros ist somit – gemessen am US-Dollar – gefallen.

Von einer Aufwertung spricht man somit, wenn der Wert einer Währung (im Vergleich zu einer anderen Währung) steigt. Eine Aufwertung der einen Währung entspricht zeitgleich stets einer Abwertung der zweiten Währung, und vice versa.

Geld- und Briefkurs

Der Geldkurs (Bid) entspricht dem Kurs, zu dem andere Marktteilnehmer bereit sind, die Basiswährung zu kaufen. Zum Kurs von 1,2970 kann man somit verkaufen, das heißt, für eine Einheit der Basiswährung ( EUR) erhält man 1,2970 Einheiten der variablen Währung (USD).

Möchte man die Basiswährung kaufen, muss man den Briefkurs (Ask) bezahlen. Dies ist der Kurs, zu dem andere Marktteilnehmer bereit sind zu verkaufen. In diesem Fall würde dies bedeuten, dass man für eine Einheit der Basiswährung ( EUR) 1,2978 Einheiten der variablen Währung (USD) bezahlen muss.

Dies kann man sich recht einfach merken: Man muss stets teuer einkaufen und kann nur billig wieder verkaufen. Der höhere Preis ist somit stets der Preis, den man für die Basiswährung bezahlen muss. Verkauft man die Basiswährung, bekommt man weniger Einheiten der variablen Währung zurück.

Geld- / Briefkurs und Spread

Die Differenz zwischen dem Geld- und Briefkurs wird auch als Geld-Brief-Spanne beziehungsweise als Spread bezeichnet. In diesem Beispiel beträgt der Spread somit 0,0008. Würde man eine Währung kaufen und sofort wieder verkaufen, verlöre man den Spread, da man »teuer« einkauft und »billig« wieder verkauft. Diese Differenz stellt die Haupteinnahmequelle von Market-Makern dar, die laufend An- und Verkaufskurse für andere Marktteilnehmer quotieren.

Pips und Big Figure

Da es beim Handel mit Devisen auf Zeit ankommt, werden unter professionellen Händlern häufig nur die beiden letzten Stellen angegeben. Die Größenordnung des Wechselkurses, in der gerade gehandelt wird, ist in der Regel allen aktiven Marktteilnehmern bekannt.

Am Telefon würde der Händler häufig somit lediglich die Quotierung »70 – 78« nennen. So kann eine Transaktion in der Regel deutlich schneller abgeschlossen werden, als wenn man den gesamten Wechselkurs »1,2970 – 1,2978« aussprechen müsste.

Big Figure und Pips

Die Größenordnung des Wechselkurses, in der momentan gehandelt wird, wird auch als »Big Figure« bezeichnet. Bei einem Wechselkurs von 1,2970 – 1,2978 ist die »Big Figure« 1,29. Sie entspricht der um zwei Stellen gekürzten Quotierung.

Ein Pip stellt die kleinste mögliche Veränderung eines Wechselkurses dar. In der Regel werden Wechselkurse bis auf vier Nachkommastellen genau quotiert. Ein Pip entspricht somit meist der vierten Stelle nach dem Komma (0,0001). Bei Quotierungen gegen Währungen, die über keine Untereinheit verfügen (wie zum Beispiel der Japanische Yen), werden Wechselkurse nur auf zwei Nachkommastellen genau gehandelt. Ein Pip entspricht in dem Fall lediglich 0,01.

Die beiden letzten Stellen einer Quotierung werden auch als »Pips« bezeichnet. In diesem Beispiel betragen die Pips somit »70 – 78«. Der Spread beträgt, wie bereits gesehen, 0,0008 oder, alternativ ausgedrückt, acht Pips. Obwohl es theoretisch möglich wäre, jede der beiden Währungen eines Wechselkurses als Basiswährung (das heißt EUR/USD oder USD/ EUR) zu nutzen, haben sich im Laufe der Zeit am Devisenmarkt einige Konventionen herausgebildet.

Diese werden von allen Marktteilnehmern beachtet, damit es beim Handel nicht zu Missverständnissen kommt. Obwohl die Konventionen keiner strikten Regel folgen, gibt es doch eine Anzahl an Gemeinsamkeiten, die bei den meisten Quotierungen zutreffen:

Enthält der Wechselkurs entweder den Euro oder den US-Dollar, sind diese meist die Basiswährung. Wird dagegen eine Währung weder gegen den Euro noch gegen den US-Dollar quotiert, ist meist die wertvollere Währung die Basiswährung. Generell kann man bei den Notierungen zwischen Preis- (Direkte Quotierung) und Mengennotierungen (Indirekte Quotierung) unterscheiden. Diese Unterscheidung hat auf den Handel jedoch keinen Einfluss, da sich hier feste Konventionen herausgebildet haben:

Mengennotierung: Heimatwährung / Fremde Währung (zum Beispiel EUR/USD)

Bei der Mengennotierung fungiert die Inlandswährung als feste Bezugsgröße. Der Wechselkurs zeigt somit an, wie viele Einheiten der fremden Währung man für eine Einheit der eigenen Währung bekommt (in Europa: Dollar je Euro).

Preisnotierung: Fremde Währung / Heimatwährung (zum Beispiel USD/ EUR)

Die Preisnotierung dagegen zeigt den Preis einer Einheit der ausländischen Währung in Einheiten der Heimatwährung, das heißt, wie viele Einheiten der inländischen Währung man für eine Einheit der ausländischen Währung erhält.

Ein als Mengennotierung angegebener Wechselkurs kann durch Invertieren (1 / Wechselkurs) zu einer Preisnotierung konvertiert werden.

Crossrates

Der US-Dollar wird im Devisenhandel weltweit als Vehikelwährung genutzt. Im Interbankenhandel werden Währungen primär gegen den US-Dollar gehandelt, nur knapp jede zehnte Transaktion findet zwischen zwei sonstigen Währungen statt. Wechselkursnotierungen ohne Beteiligung des US-Dollars werden im Fachjargon auch als Crossrate bezeichnet.

Im Interbanken-Markt wird man in der Regel beispielsweise keine attraktive direkte Quotierung des Hong-Kong-Dollar gegen Ungarische Forint finden, allerdings jeweils eine liquide Quotierung gegenüber dem US-Dollar.

Möchte man nun beispielsweise Hong-Kong-Dollars in Ungarische Forints umtauschen, wird man in der Regel einen Umweg über den US-Dollar gehen. Zuerst werden die Hong-Kong-Dollars in US-Dollars umgetauscht. Anschließend werden diese in Ungarische Forints umgetauscht. Auf dem Konto verbleiben lediglich die Ungarische Forints.

Durch die Konzentration des Handels auf Quotierungen gegen den US-Dollar kommt es zu einer Konzentration der Liquidität. Der Handel einer Währung findet nun nicht mehr in einer Vielzahl von anderen Währungen statt, sondern mehr oder weniger nur noch gegen den US-Dollar; das Handelsvolumen wird somit gebündelt. In der Folge sinken die Geld-Brief-Spannen in den Quotierungen, was somit zu besseren Handelskonditionen für alle Marktteilnehmer führt – obwohl der Umweg über den US-Dollar gegangen werden muss.

Beim Handel über einen Fx- Broker sind natürlich auch Crossrates zum Handel verfügbar. Der Spread ist hierbei aber in der Regel weiter als in Quotierungen gegen den US-Dollar, da der Broker den Trade am Markt über zwei Transaktionen im US-Dollar nachbilden muss, um sich abzusichern.

Arbitrage-Prozesse im Markt sorgen dafür, dass die Preisstellung auch in Crossrates am Markt stets fair ist. Unter Arbitrage versteht man generell das Ausnutzen von Kursdifferenzen für identische Güter. Sollte die Preisstellung in einer Crossrate am Markt nicht fair sein, könnte ein Händler die Transaktion über zwei US-Dollar-Geschäfte nachbilden und einen risikofreien Profit verbuchen.

Da der Devisenhandel nicht zentral, sondern direkt zwischen den Banken in einer Art Netzwerk stattfindet, kam es in der Vergangenheit immer wieder zur Arbitrage-Möglichkeiten. Durch die zunehmende Digitalisierung des Handels haben diese Opportunitäten in den zurückliegenden Jahren allerdings abgenommen.

Berechnung von Crossrates

Wie bereits im vorangegangenen Kapitel dargestellt, lassen sich Crossrates durch zwei Transaktionen gegenüber dem US-Dollar nachbilden. Die Quotierung beziehungsweise Berechnung soll im Folgenden anhand von zwei Methoden illustriert werden.

Einfache Methode

Bei dieser Methode werden die Spreads der beiden Quotierungen gegen den US-Dollar nicht berücksichtigt. Als Ergebnis erhält man somit keine tatsächlich handelbare Quotierung. Die Methode ist dennoch nützlich, um zumindest die Größenordnung der Notierung der Crossrate zu kennen.

Quotierungen im Interbankenmarkt:

Beispiel 1:

USD/SGD = 1,5323

USD/HUF = 195,05

Beispiel 2:

EUR/USD = 1,2974

USD/JPY = 120,38

Um die Crossrate zu erhalten, muss der US-Dollar nun »herausgekürzt werden«. Ist der US-Dollar in beiden Transaktionen entweder Basiswährung oder variable Währung (wie im ersten Beispiel), muss von einer der beiden Währungen erst noch der Kehrwert gebildet werden.

Anschließend werden die Quotierungen beider Wechselkurse miteinander multipliziert, sodass sich der US-Dollar herauskürzt. Bei der Schreibweise sollte man darauf achten, dass die Notierung EUR/ USD dem mathematischen Bruch entspricht, da man je Euro x US-Dollar erhält.

Reguläre Methode

Im Gegensatz zur vereinfachten Methode werden bei dieser Berechnung die Spreads berücksichtigt. Es ergibt sich somit eine handelbare Quotierung in der Crossrate, die im Markt durch zwei US-Dollar-Transaktionen repliziert werden kann.

Beispiel 1:

USD/SGD = 1,5315 / 1,5328

USD/HUF = 195,01 / 195,17

Beispiel 2:

EUR/USD = 1,2970 / 78

USD/JPY = 120,32 / 43

Auch bei der regulären Methode müssen die Währungspaare wieder so »gedreht« werden, wie später die Quotierung lauten soll. Muss keine der beiden Währungen gedreht werden, erhält man durch jeweilige Multiplikation der beiden Geld- und Briefkurse anschließend den Geld- und Briefkurs der Crossrate.

»Dreht« man eines der beiden Währungspaare, muss man bei der Berechnung beachten, dass man nun die genau entgegengesetzte Aktion durchführt (statt kaufen nun verkaufen, und vice versa). Daher muss man nun statt dem Geld- den Briefkurs (beziehungsweise umgekehrt) für die Berechnung heranziehen.

Beispiel 1:
  • Geldkurs
  • Briefkurs

SGD/HUF ->127,22 / 43

Beispiel 2:
  • Geldkurs
  • Briefkurs

EUR/JPY -> 140,24 / 33

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